KKR sichert sich nach einem intensiven Übernahmekampf mit Bain die Mehrheitsbeteiligung an Fuji Soft.

KKR sichert sich nach einem intensiven Übernahmekampf mit Bain die Mehrheitsbeteiligung an Fuji Soft.
Diya Poddar
20. Feb. 2025, 07:08 AM
  • KKR gewinnt den Übernahmekampf um Fuji Soft mit einem Angebot von 9.850 Yen pro Aktie.
  • Der aktivistische Investor 3D Investment Partners drängte auf den Aufkauf.
  • Ausländische Private-Equity-Firmen verstärken ihre Akquisitionen in Japan.

KKR (NYSE: KKR) hat einen monatelangen Kampf um die Kontrolle von Fuji Soft gewonnen und sich nach der zweiten Phase seines Übernahmeangebots einen Anteil von 57,92 % an dem japanischen Softwareunternehmen gesichert.

Dies markiert das Ende eines harten Wettbewerbs mit Bain Capital, das seinen Vorschlag Anfang der Woche schließlich zurückzog.

Die Übernahme spiegelt den wachsenden Einfluss ausländischer Private-Equity-Firmen in der japanischen Unternehmenslandschaft wider, da globale Investoren Reformen in unterdurchschnittlich performenden Unternehmen fordern.

KKRs Fähigkeit, Bain zu überbieten, unterstreicht die zunehmende Dynamik im japanischen Transaktionsgeschäft, wo aktivistische Investoren und Private-Equity-Firmen verstärkt Unternehmen mit Governance-Problemen oder unterbewerteten Vermögenswerten ins Visier nehmen.

KKR setzt sich nach monatelangem Bieterwettstreit durch.

KKRs Bemühungen um Fuji Soft begannen im August 2023 mit einem ersten Übernahmeangebot.

Bain konterte im Oktober schnell mit einem höheren Angebot, unterstützt von Fuji Softs Gründer Hiroshi Nozawa, der den Privatisierungsprozess kritisierte und argumentierte, Bains Vorschlag diene den Interessen der Aktionäre besser.

Trotz Nozawa's Unterstützung für Bain stellte sich der Vorstand von Fuji Soft auf die Seite von KKR, woraufhin Bain im Dezember ein feindliches Übernahmeangebot abgab.

Der Übernahmekampf wurde immer heftiger, als Bain öffentlich die Vorgehensweise des Vorstands in Frage stellte und ihm mangelnde Transparenz vorwarf.

Bis Februar 2024 hatte KKR Bain mit einem endgültigen Angebot von 9.850 Yen pro Aktie überboten. Bain zog sein Angebot zurück, wodurch KKR zum unangefochtenen Sieger in einem der aufsehenerregendsten Übernahmekämpfe Japans wurde.

Aktivistische Investoren ebneten den Weg für die Privatisierung von Fuji Soft.

Der Übernahmekampf wurde von 3D Investment Partners aus Singapur, einem aktivistischen Investor, der Fuji Soft bereits zuvor unter Druck gesetzt hatte, sein Geschäft umzustrukturieren, in Gang gesetzt.

3D forderte das Unternehmen auf, Immobilienvermögen zu verkaufen und Aktienrückkäufe durchzuführen, mit der Begründung, seine Aktien seien unterbewertet.

Im Rahmen seines Veränderungsprozesses holte 3D im Jahr 2023 Übernahmeangebote von Private-Equity-Firmen ein, ein Schritt, der letztendlich das Interesse von KKR und Bain weckte.

Der Investor forderte Fuji Soft außerdem auf, einen externen Wirtschaftsprüfer zur Überwachung des Privatisierungsprozesses zu ernennen, und unterstrich damit die wachsenden Bedenken hinsichtlich der Standards der Unternehmensführung in Japan.

KKRs Erfolg befeuert Japans Private-Equity-Boom

KKRs Übernahme von Fuji Soft reiht sich in eine wachsende Liste hochkarätiger ausländischer Übernahmen in Japan ein, wo globale Fonds aggressiv Unternehmen ins Visier nehmen, die sie als ineffizient oder unterdurchschnittlich leistungsfähig ansehen.

Japan ist seit langem für seine konservative Unternehmenskultur bekannt, doch veränderte regulatorische Rahmenbedingungen und zunehmender Aktionärsaktivismus haben neue Chancen für Private-Equity-Firmen geschaffen.

Da globale Investoren weiterhin auf Reformen drängen, dient die Übernahme von Fuji Soft als Blaupause für zukünftige Transaktionen in Japan, wobei Unternehmen wie KKR ihre umfangreichen Kapitalreserven nutzen, um Restrukturierungsbemühungen voranzutreiben.

Nachdem der Streit mit Fuji Soft beigelegt ist, steht KKR nun vor der Herausforderung, das Unternehmen zu transformieren und dabei das Softwaregeschäft mit dem Bedarf an operativer Effizienz in Einklang zu bringen.

Der Deal könnte auch weitere aktivistische Übernahmen fördern, da Investoren versuchen, Werte im japanischen Unternehmenssektor freizusetzen.