Warum könnte Chevron einen neuen Rohölexportvertrag mit Venezuela aushandeln?

Warum könnte Chevron einen neuen Rohölexportvertrag mit Venezuela aushandeln?
Sayantan Sarkar
27. Feb. 2025, 17:47 PM
  • Die USA haben Chevron die Lizenz für Venezuela entzogen und als Grund mangelnde Fortschritte in den Verhandlungen mit dem Land angeführt.
  • Chevron könnte mit Venezuela Exportgeschäfte außerhalb der USA anstreben.
  • Raffinerien an der US-Golfküste suchen nach alternativen Ölquellen, da eine Verlängerung der Lizenzen unwahrscheinlich ist.

Chevron könnte mit dem venezolanischen Staatsunternehmen PDVSA ein neues Abkommen über den Export von Rohöl aushandeln, das Exporte in andere Länder als die Vereinigten Staaten ermöglicht, berichtete Reuters am Donnerstag.

Dies geschieht, nachdem Chevron die Lizenz zum Betrieb in Venezuela entzogen wurde.

Mangel an Fortschritt

Er erklärte am Mittwoch, dass die USA eine zuvor erteilte Lizenz widerrufen, und begründete dies mit mangelnden Fortschritten bei wichtigen Themen im Land.

Trump beschuldigte den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro ausdrücklich, notwendige Wahlreformen nicht umgesetzt und die Rückkehr venezolanischer Migranten vernachlässigt zu haben.

Diese Entscheidung spiegelt eine härtere Haltung der USA gegenüber dem Maduro-Regime wider und signalisiert eine Eskalation des Drucks auf die venezolanische Regierung, diese kritischen Anliegen anzugehen.

Dieser Schritt dürfte die Beziehungen zwischen den beiden Ländern weiter belasten und erhebliche Auswirkungen auf die anhaltende politische und humanitäre Krise in Venezuela haben.

US-Außenminister Marco Rubio hatte später auf X angekündigt, außenpolitische Richtlinien zu erlassen, um alle Öl- und Gaslizenzen von Unternehmen, die in Venezuela tätig sind und „das illegitime Maduro-Regime schändlich finanziert haben“, zu widerrufen.

Spezifische Genehmigungen

Mehrere Energieunternehmen haben unter spezifischen Genehmigungen der US-Regierung Zugang zu venezolanischem Rohöl erhalten.

Zu diesen Unternehmen gehören Repsol, ein spanischer multinationaler Öl- und Gaskonzern; Eni, ein italienischer multinationaler Öl- und Gaskonzern; und Maurel & Prom, ein französisches Öl- und Gasunternehmen mit Schwerpunkt auf Afrika.

Diese Genehmigungen erlauben den Unternehmen einen begrenzten Ölhandel mit Venezuela, das unter US-Sanktionen steht.

Bis Donnerstagmorgen hatte das US-Finanzministerium noch keine Bedingungen für die Lizenzaufhebung veröffentlicht oder eine Frist für die Einstellung der Ölexporte aus Venezuela gesetzt.

Diese Exporte hatten Anfang 2023 nach einer vierjährigen Pause wieder den Verkauf in die Vereinigten Staaten aufgenommen.

Laut dem Bericht zeigen Daten zur Schiffsüberwachung und interne Exportaufzeichnungen von PDVSA, dass die von Chevron gecharterten Ölladungen planmäßig von venezolanischen Häfen in die Vereinigten Staaten auslaufen.

In dem Bericht zitierte maritime Quellen gaben an, dass die Verlader nicht angewiesen worden seien, die Beladung zu verlangsamen oder Tanker umzuleiten.

Chevron erklärte, die Auswirkungen von Trumps Entscheidung zu prüfen.

Lizenz ohne Unterbrechungen verlängert.

Chevrons Lizenz zum Betrieb in Venezuela wurde seit November 2022 kontinuierlich und ohne Unterbrechung verlängert, wodurch die anhaltende Präsenz des Unternehmens in der venezolanischen Ölindustrie sichergestellt ist.

Diese ununterbrochene Erneuerung unterstreicht die Bedeutung von Chevrons Aktivitäten in Venezuela, insbesondere angesichts des erheblichen Beitrags der Joint Ventures des Unternehmens zur Ölproduktion des Landes.

Im Vorjahr spielten diese Joint Ventures eine entscheidende Rolle im venezolanischen Ölsektor und trugen etwa 25 % zur gesamten Ölproduktion des Landes bei.

Infolgedessen katapultierte dieses bedeutende Produktionsniveau Venezuela auf den vierten Platz der größten Rohöllieferanten der Vereinigten Staaten.

Dies unterstreicht die Bedeutung der venezolanischen Ölindustrie für den US-Markt und die entscheidende Rolle, die Chevron darin spielt.

Unterdessen suchten die Raffinerien an der US-Golfküste am Mittwoch nach Alternativen, darunter kolumbianische, ecuadorianische und guyanische Sorten, was zu einem sprunghaften Anstieg der Spotpreise für eine wichtige mittlere Rohölsorte führte.

Laut Daten der US-amerikanischen Energieinformationsbehörde importierten die Raffinerien an der US-Golfküste im vergangenen Jahr 13 % ihres Rohöls aus Venezuela.