Grönländische Wahl entfacht Unabhängigkeitsdebatte neu, während Trump US-Anspruch bekräftigt

Grönländische Wahl entfacht Unabhängigkeitsdebatte neu, während Trump US-Anspruch bekräftigt
Srinibas Rout
11. März 2025, 08:48 AM
  • Obwohl viele Grönländer die Idee der Unabhängigkeit unterstützen, ist ein Beitritt zu den USA keine populäre Alternative.
  • Trump sagte dem Kongress letzte Woche, die USA würden Grönland „so oder so“ unter ihre Kontrolle bringen.
  • Es wird erwartet, dass die pro-unabhängige Inuit Ataqatigiit-Partei ihren Einfluss im Parlament beibehält.

Die Wähler in Grönland gehen am Dienstag zu einer entscheidenden Parlamentswahl an die Urnen, wobei die seit langem bestehende Frage der Unabhängigkeit von Dänemark im Mittelpunkt steht.

Die Abstimmung findet auch inmitten eines erneuten Interesses von US-Präsident Donald Trump statt, der wiederholt vorgeschlagen hat, die Vereinigten Staaten sollten die arktische Insel unter ihre Kontrolle bringen – trotz des entschiedenen Widerstands sowohl Grönlands als auch Dänemarks.

Laut einer Umfrage vom Januar wird die pro-unabhängige Partei Inuit Ataqatigiit, die derzeit die Regierung führt, voraussichtlich ihren Einfluss im 31 Sitze umfassenden Inatsisartut (Grönlands Parlament) behaupten.

Ihr engster Konkurrent, Siumut, unterstützt ebenfalls die Unabhängigkeit, wobei beide Parteien ein zukünftiges Referendum befürworten.

Ein konkreter Zeitplan für die Loslösung von Dänemark steht jedoch noch nicht fest.

Dänemarks Rolle und finanzielle Unterstützung

Obwohl Grönland seine inneren Angelegenheiten selbst regelt, obliegt Dänemark die Außenpolitik und die Verteidigung.

Kopenhagen stellt außerdem einen jährlichen Pauschalbetrag von 511 Millionen Dollar zur Verfügung, der nach Angaben der International Trade Administration etwa 20 % des grönländischen BIP und mehr als die Hälfte des öffentlichen Haushalts ausmacht.

Obwohl Dänemark wiederholt erklärt hat, dass Grönland nicht zum Verkauf steht, bleiben die Beamten angesichts des wachsenden Strebens nach Selbstbestimmung wachsam.

Trump belebt US-Ansprüche auf Grönland wieder.

Trump hat Kontroversen ausgelöst, indem er vorschlug, die USA sollten die Kontrolle über Grönland übernehmen, und dabei wirtschaftliche und nationale Sicherheitsinteressen anführte.

Im Dezember bezeichnete er Grönlands Besitz als „essenziell“ für Amerika, was eine prompte Zurückweisung durch Grönlands Premierminister Mute Egede zur Folge hatte, der betonte: „Wir stehen nicht zum Verkauf und werden niemals zum Verkauf stehen.“

Obwohl Dänemark und Grönland die Idee entschieden ablehnten, brachte Trump das Thema letzte Woche erneut zur Sprache und erklärte dem Kongress, die USA würden die Kontrolle über Grönland „so oder so“ sichern.

Er folgte mit einem Beitrag auf Truth Social, in dem er Milliarden von Dollar an Investitionen versprach, falls Grönland sich für eine Zusammenarbeit mit den USA entscheidet.

Grönlands Position: Unabhängigkeit, nicht US-Bundesstaat

Obwohl viele Grönländer die Idee der Unabhängigkeit unterstützen, ist ein Beitritt zu den USA keine beliebte Alternative.

Eine im Januar von Verian durchgeführte Umfrage ergab, dass 85 % der Grönländer eine Zugehörigkeit zu den USA ablehnten, während nur 6 % dafür waren.

56 % gaben jedoch an, bei einem Referendum für die Unabhängigkeit zu stimmen.

Der dänische Abgeordnete Rasmus Jarlov wies Trumps Behauptungen zurück und erklärte, dass kein Kandidat bei der grönländischen Wahl einen Beitritt zu den USA befürworte.

Er merkte außerdem an, dass Grönland derzeit volle politische Rechte innerhalb Dänemarks genießt, während es unter US-amerikanischer Herrschaft wahrscheinlich zu einem Gebiet ohne Wahlrecht werden würde – ähnlich wie Puerto Rico.

Was kommt als Nächstes für Grönland?

Analysten schlagen vor, dass die USA sich anstatt auf den „Besitz“ Grönlands auf die Stärkung der diplomatischen und wirtschaftlichen Beziehungen zu der Region konzentrieren sollten.

Die USA haben bereits in Grönlands Bergbau-, Bildungs- und Tourismussektor investiert, und Experten glauben, dass ein kooperativer Ansatz beiden Nationen zugutekommen würde.

Da Grönland der Selbstbestimmung näher rückt, wird das Wahlergebnis die nächsten Schritte in Richtung Unabhängigkeit prägen.

Da Trump Grönland jedoch weiterhin im Blick behält, sind die politischen und diplomatischen Diskussionen über dessen Zukunft noch lange nicht abgeschlossen.