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Philippinischer Ex-Präsident Rodrigo Duterte in Manila verhaftet, während der IStGH die Untersuchung des Drogenkriegs intensiviert

Philippinischer Ex-Präsident Rodrigo Duterte in Manila verhaftet, während der IStGH die Untersuchung des Drogenkriegs intensiviert
Diya Poddar
11. März 2025, 07:56 AM
  • Das Büro von Präsident Marcos Jr. bestätigt die Festnahme, während Duterte aus Hongkong ankommt.
  • Über 6.200 Tote bei Anti-Drogen-Operationen, aber Aktivisten sagen, die tatsächliche Zahl sei höher.
  • Verhaftung löst politische Folgen aus, während die Philippinen international unter die Lupe genommen werden.

Der langjährige Rechtsstreit zwischen dem ehemaligen philippinischen Präsidenten Rodrigo Duterte und dem Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) nahm am Dienstag eine entscheidende Wendung, als die Behörden ihn bei seiner Ankunft am Hauptflughafen von Manila verhafteten.

Dieser Schritt unterstreicht die Entschlossenheit des IStGH, die umstrittene Anti-Drogen-Kampagne zu untersuchen, die Dutertes Präsidentschaft prägte.

Die Verhaftung erfolgt trotz jahrelangen Widerstands der philippinischen Behörden, die sich geweigert hatten, mit der Untersuchung des IStGH zu mutmaßlichen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zusammenzuarbeiten.

Dutertes rechtliche Probleme eskalieren.

Duterte wurde kurz nach seiner Ankunft aus Hongkong festgenommen, wo ihm Polizeibeamte einen offiziellen Haftbefehl des IStGH zustellten.

Das Büro von Präsident Ferdinand Marcos Jr. bestätigte den Erhalt und die Ausführung des Befehls.

Bekannt für seine feurige Rhetorik und die unnachgiebige Verteidigung seiner Drogenkriegspolitik, hatte Duterte zuvor in Hongkong erklärt, er sei auf eine Verhaftung vorbereitet, falls der IStGH rechtliche Schritte einleiten sollte.

Der IStGH untersucht Dutertes Krieg gegen Drogen seit 2018 und beruft sich dabei auf Beweise für systematische außergerichtliche Hinrichtungen.

Während seiner Präsidentschaft von 2016 bis 2022 wurden mindestens 6.200 Menschen bei Polizeieinsätzen getötet.

Menschenrechtsgruppen behaupten jedoch, die tatsächliche Zahl sei viel höher, da viele Drogenverdächtige bei ungeklärten Tötungen hingerichtet würden.

Dutertes Regierung wies diese Vorwürfe wiederholt zurück und beharrte darauf, dass die Strafverfolgungsbehörden in Notwehr gehandelt hätten.

Jurisdiktionsstreit schürt Rechtsstreit

Dutertes ehemaliger Rechtsberater, Salvador Panelo, stellte die Rechtmäßigkeit der Verhaftung umgehend in Frage und bezeichnete sie als ungesetzlich.

Er behauptete außerdem, die Behörden hätten einen von Dutertes Anwälten daran gehindert, ihn am Flughafen zu treffen, was Bedenken hinsichtlich der Verfahrensfairness aufkommen ließ.

Die Verhaftung hat die Debatte darüber neu entfacht, ob der IStGH in den Philippinen zuständig ist, angesichts Dutertes Entscheidung von 2019, aus dem Römischen Statut, dem Gründungsvertrag des Gerichtshofs, auszutreten.

Während die Marcos-Regierung zuvor behauptet hatte, philippinische Gerichte sollten alle Untersuchungen gegen frühere Regierungen führen, argumentiert der IStGH, seine Zuständigkeit erstrecke sich auf mutmaßliche Verbrechen, die begangen wurden, bevor der Austritt des Landes in Kraft trat.

Jahrelang weigerten sich die philippinischen Behörden, mit dem IStGH zusammenzuarbeiten, was die Verhaftung am Dienstag zu einem bedeutenden Wendepunkt in dem Fall macht.

Politische Folgen und wechselnde Allianzen

Dutertes Verhaftung wird voraussichtlich erhebliche politische Auswirkungen haben. Obwohl er 2022 aus dem Amt schied, genießt er weiterhin starke Unterstützung in Teilen der Bevölkerung, die seine harte Haltung gegen die Kriminalität befürworten.

Der Drogenkrieg bleibt eines der umstrittensten Themen auf den Philippinen – während Kritiker seine Brutalität verurteilen, argumentieren Befürworter, er sei notwendig gewesen, um die grassierende drogenbedingte Kriminalität zu bekämpfen.

Im Laufe des Gerichtsverfahrens wird der Fokus darauf liegen, ob die Philippinen die Anklage durch den IStGH zulassen oder dem internationalen Druck widerstehen. Die Verhaftung bringt die Marcos-Regierung angesichts ihrer historisch engen Verbindungen zu Duterte auch in eine heikle Lage.

Nach der Inhaftierung des ehemaligen Präsidenten stellen sich Fragen, ob auch andere an dem Drogenkrieg beteiligte Beamte einer Überprüfung unterzogen werden. Unabhängig vom Ausgang verändert Dutertes Haft bereits die politische und rechtliche Landschaft des Landes.