Platzt die Porsche-Blase? Stellenabbau und niedrigere Margenziele treffen den Kult-Autohersteller.

Platzt die Porsche-Blase? Stellenabbau und niedrigere Margenziele treffen den Kult-Autohersteller.
Deepali Singh
12. März 2025, 11:50 AM
  • Porsche senkt Gewinnziel nach Einbruch der China-Verkäufe.
  • Das neue Ziel ist eine Umsatzrendite von 15-17 %, gegenüber 19 % zuvor.
  • Aktienkurs stürzt ab, da Umsatz hinter den Erwartungen zurückbleibt und Ziele gesenkt werden.

Der Weg zur Profitabilität ist für die Porsche AG deutlich holpriger geworden.

Der Luxusautohersteller musste sein mittelfristiges Rentabilitätsziel senken, was einen weiteren Rückschlag seit seinem erfolgreichen Börsengang (IPO) darstellt, da die Gewinne aufgrund sinkender Verkäufe auf dem wichtigen chinesischen Markt einbrechen.

Finanzchef Jochen Breckner gab am Mittwoch bekannt, dass die deutsche Marke mittelfristig eine Umsatzrendite zwischen 15 % und 17 % anstrebt – ein bescheideneres Ziel als die zuvor angepeilten bis zu 19 %.

Dieses Jahr markiert den Beginn einer „umfassenden Neuausrichtung“, die erhebliche Investitionen in neue Modelle, Softwareentwicklung und Batterietechnologie umfasst und sich voraussichtlich im Jahr 2025 auf die Finanzergebnisse auswirken wird, erklärte der von der Volkswagen AG kontrollierte Hersteller.

Porsche plant gegen Ende des Jahrzehnts ein zusätzliches 911-Modell und erwägt eine neue SUV-Linie, um sein beliebtes Produktangebot zu erweitern und zu verbessern.

Marktreaktion

Der Markt reagierte negativ auf die Nachricht, wobei die Porsche-Aktien am Mittwoch um bis zu 5,2 % fielen.

Der Aktienkurs hat sich seit seinem Höchststand im Mai 2023 mehr als halbiert, was die wachsenden Bedenken der Anleger hinsichtlich der Fähigkeit des Unternehmens widerspiegelt, seine ursprünglichen Versprechen einzuhalten.

Porsche hat Schwierigkeiten, den angestrebten hohen Margen, die es sich bei seinem Börsengang 2022 vorgenommen hatte, konsequent näherzukommen.

Der Erfolg des Unternehmens wurde durch rückläufige Umsätze in China, eine schwächelnde Nachfrage nach Elektrofahrzeugen in Europa, wiederholte Anpassungen der Finanzprognosen, Modellverzögerungen und anhaltende Unterbrechungen der Lieferkette beeinträchtigt.

Als Reaktion auf diese Herausforderungen hat Porsche seine ehrgeizigen Ziele im Bereich der Elektrofahrzeuge kürzlich zurückgeschraubt und Pläne angekündigt, 800 Millionen Euro (872 Millionen Dollar) in die Entwicklung weiterer Modelle mit traditionellen fossilen Brennstoffen zu investieren, was eine erneute Konzentration auf seine etablierten Stärken signalisiert.

Der legendäre 911-Hersteller nimmt auch erhebliche Managementänderungen vor, indem er wichtige Vorstandsmitglieder ersetzt und Stellenabbau zur Straffung der Abläufe und Kostensenkung durchführt.

Das Unternehmen hat seitdem die Verträge von 2.000 Zeitarbeitern nicht verlängert.

Das Unternehmen hat außerdem beschlossen, seine Mitarbeiterzahl in Deutschland um 1.900 zu reduzieren.

Preiskämpfe und regionale Herausforderungen

In China hat Porsche die strategische Entscheidung getroffen, auf hohe Rabatte zu verzichten, obwohl ein erbitterter Preiskampf zwischen günstigeren Automarken auch in das Luxussegment vordringt.

Vorstandsvorsitzender Oliver Blume erklärte gegenüber Reportern, das Unternehmen habe auf den Absatzrückgang mit einer Reduzierung der Stückzahlen und einer Überarbeitung seiner Strategie reagiert, darunter die Aktualisierung aktueller Modelle mit neuen In-Car-Funktionen, um deren Attraktivität zu steigern.

Die Zahlen sprechen für sich.

Das niedrigere Ziel wurde erreicht, nachdem Porsche einen Rückgang des Betriebsergebnisses im Jahr 2024 um 23 % auf 5,64 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr gemeldet hatte.

Auch der Umsatz ging zurück und sank um 1,1 % auf 40,08 Milliarden Euro.

Obwohl die Umsatzrendite des Unternehmens 14,1 % betrug, liegt sie am unteren Ende der eigenen Prognose.

Trotz der Senkung des mittelfristigen Ziels hält Porsche an seinem langfristigen Margenziel von über 20 % fest und bekräftigt damit sein anhaltendes Engagement für die Profitabilität.

Porsche gab letzten Monat bekannt, dass es in diesem Jahr mit einem Umsatz von bis zu 40 Milliarden Euro rechnet, bei einer Umsatzrendite von lediglich 10 %.

VW erklärte, dass man trotz des Drucks durch die europäischen Märkte und Handelskonflikte mit einer stagnierenden Entwicklung in diesem Jahr rechne.

Handelskrieg droht.

Erschwerend hinzu kommt, dass das US-Geschäft des Automobilherstellers, das alle seine Fahrzeuge importiert, anfällig für alle von Präsident Donald Trump verhängten Zölle ist.

Als Reaktion darauf würde Porsche, wie von Breckner bestätigt, eine Preiserhöhung in Erwägung ziehen, um weiteren Margendruck zu vermeiden.

Da Porsche ein herausforderndes Jahr des Wandels bevorsteht, werden die kommenden Monate zeigen, ob die strategischen Anpassungen des Unternehmens es wieder auf Kurs bringen können, um seine ehrgeizigen Rentabilitätsziele zu erreichen.