BYD will im Rahmen seiner globalen Expansion seinen Überseeabsatz bis 2025 auf 800.000 verdoppeln

BYD will im Rahmen seiner globalen Expansion seinen Überseeabsatz bis 2025 auf 800.000 verdoppeln
Vatsala Gaur
26. März 2025, 13:38 PM
  • BYD strebt an, den Überseeabsatz bis 2025 auf über 800.000 Einheiten mehr als zu verdoppeln
  • Das Unternehmen wird die Autos vor Ort montieren, um Zollschranken entgegenzuwirken
  • Eine Expansion in Nordamerika ist aufgrund hoher Zölle und geopolitischer Risiken ausgeschlossen

Der chinesische Elektrofahrzeughersteller BYD strebt eine mehr als Verdoppelung seines Auslandsabsatzes auf über 800.000 Einheiten im Jahr 2025 an, während er seine aggressive internationale Expansion fortsetzt, sagte sein Vorsitzender am Dienstag in einer Telefonkonferenz mit Analysten, wie Reuters berichtete.

Das Unternehmen, das 2024 außerhalb Chinas 417.204 Einheiten verkaufte, sieht starkes Potenzial in Großbritannien, Lateinamerika und Südostasien, wo es mit einem deutlichen Wachstum des Marktanteils rechnet.

Vorsitzender Wang Chuanfu erklärte Analysten in einer Telefonkonferenz zu den Geschäftszahlen, dass BYD die Herausforderungen durch Zölle meistern werde, indem das Unternehmen Fahrzeuge vor Ort montiere und gleichzeitig weiterhin auf China als Lieferanten wichtiger Komponenten setze.

Dieser Schritt erfolgt, da mehrere Regierungen Zölle auf in China hergestellte Fahrzeuge erheben oder erwägen.

Insbesondere Großbritannien bietet BYD vielversprechende Möglichkeiten, da Wang den Markt als „sehr offen“ für wettbewerbsfähige chinesische Produkte beschrieb.

Das Unternehmen erwartet außerdem, von der wachsenden Akzeptanz chinesischer Marken in Lateinamerika und Südostasien zu profitieren, wo die Nachfrage nach erschwinglichen Elektrofahrzeugen steigt.

BYD plant lokale Montage, um Zollschranken entgegenzuwirken

Angesichts zunehmender protektionistischer Maßnahmen in wichtigen Märkten verfolgt BYD eine Strategie der lokalen Fahrzeugmontage bei gleichzeitiger Beschaffung von Komponenten aus China.

Dieser Ansatz ermöglicht es dem Unternehmen, seine Kostenvorteile zu erhalten und gleichzeitig die Einhaltung der lokalen Handelspolitik sicherzustellen.

Wang nannte keine konkreten Länder, in denen dieser Ansatz umgesetzt werden würde, betonte aber, dass BYD seine Produktionskapazitäten weiter ausbauen werde.

Derzeit baut das Unternehmen Fabriken in Brasilien, Thailand, Ungarn und der Türkei und bekräftigt damit sein Engagement für die globale Fertigung.

Die Expansion von BYD in Brasilien, seinem größten Markt außerhalb Chinas, verlief jedoch nicht ohne Kontroversen.

Im Jahr 2023 sah sich das Unternehmen Vorwürfen von Arbeitsrechtsverletzungen ausgesetzt, die seine Fortschritte in der Region kurzzeitig in den Schatten stellten.

Trotz dieses Rückschlags bleibt BYD bestrebt, seine Präsenz in Lateinamerika zu stärken, einer Region, in der das Unternehmen langfristiges Wachstumspotenzial sieht.

Nordamerika bleibt vom Tisch

BYD plant aufgrund der anhaltenden geopolitischen Spannungen und der hohen Zölle derzeit keinen Markteintritt in den USA und Kanada.

Beide Länder haben Zölle von bis zu 100 % auf chinesische Elektrofahrzeuge beibehalten und damit den Zugang für chinesische Automobilhersteller effektiv blockiert.

Während Wettbewerber wie Tesla ihre Aktivitäten in China ausgebaut haben, verfolgt BYD einen anderen Ansatz und konzentriert sich auf Märkte mit weniger regulatorischen Hürden.

Europa, Australien und Schwellenländer bleiben wichtige Expansionsziele, da das Unternehmen angesichts des intensiven Wettbewerbs im chinesischen Elektrofahrzeugsektor die Einnahmequellen diversifizieren will.

Gewinnziele und intelligente Expansionsstrategien

Wang äußerte die Zuversicht, dass BYDs Rentabilität pro Fahrzeug die von Toyota übertreffen werde, sobald ein vergleichbarer Absatz erreicht sei.

Toyota, der weltweit größte Automobilhersteller nach Volumen, verkaufte im Jahr 2024 10,8 Millionen Fahrzeuge, während BYD 4,27 Millionen absetzte.

Neben der Erhöhung der Produktionskapazität investiert BYD stark in die Software- und Halbleiterentwicklung.

Das Unternehmen plant, seine Belegschaft im Bereich intelligenter Fahrtechnologien von 5.000 auf 8.000 Mitarbeiter zu erweitern, wobei jedoch kein konkreter Zeitplan genannt wurde.

BYD beabsichtigt außerdem, seine intelligenten Fahrfunktionen bis 2026 oder 2027 auf den globalen Märkten einzuführen.

Im Rahmen dieser Initiative plant das Unternehmen, mehr Mitarbeiter ins Ausland zu entsenden, um seine internationale Expansionsstrategie zu unterstützen.