Bericht: Weißes Haus erwägt breite Importzölle von 20 % auf die meisten Importe

Bericht: Weißes Haus erwägt breite Importzölle von 20 % auf die meisten Importe
Vatsala Gaur
01. Apr. 2025, 14:59 PM
  • Das Weiße Haus erwägt einen umfassenden 20-prozentigen Einfuhrzoll, aber andere Handelsmaßnahmen werden weiterhin diskutiert.
  • Ökonomen warnen davor, dass ein umfassender Handelskrieg die Weltwirtschaft 1,4 Billionen Dollar an Wohlfahrtsverlusten kosten könnte.
  • Goldman Sachs hat die Wahrscheinlichkeit einer Rezession in den USA in den nächsten 12 Monaten auf 35 % erhöht.

Das Weiße Haus erwägt einen Plan, auf die meisten Importe einen Zoll von 20 % zu erheben, berichtete die Washington Post am Dienstag.

Dem Bericht zufolge ist der Vorschlag eine von mehreren Optionen, die von den Beratern von Präsident Donald Trump diskutiert werden.

Obwohl noch keine endgültige Entscheidung getroffen wurde, würde der umfassende Zoll eine bedeutende Wende in der US-Handelspolitik darstellen und sie protektionistischer machen als in den letzten Jahrzehnten.

Beamte der Regierung prüfen auch einen „reziproken“ Ansatz, der Zölle auf der Grundlage der Behandlung von US-Exporten durch andere Länder erheben würde.

Die Trump-Regierung erwägt laut dem Bericht unter Berufung auf drei ungenannte mit der Angelegenheit vertraute Personen auch, die Billionen von Dollar an neuen Importeinnahmen für eine Steuerrückerstattung oder -gutschrift zu verwenden.

Obwohl die genauen Einzelheiten noch unklar sind, hat die für den 2. April erwartete Ankündigung bereits Wellen an den Finanzmärkten geschlagen, da Anleger sich Sorgen über die wirtschaftlichen Folgen eskalierender Handelsspannungen machen.

Trumps umfassendere Handelsstrategie zielt laut Regierungsbeamten darauf ab, den US-Handel „fairer“ zu gestalten und gleichzeitig Einnahmen für die Bundesregierung zu generieren.

Kritiker warnen jedoch davor, dass die Kosten die Vorteile überwiegen könnten, was zu höheren Preisen für die Verbraucher, Unterbrechungen der Lieferketten und möglichen Vergeltungsmaßnahmen wichtiger Handelspartner führen würde.

Märkte und Unternehmen verunsichert durch Handelskriegsängste

Die Sorgen vor einem drohenden Handelskrieg haben das Vertrauen der Anleger bereits erschüttert.

Im ersten Quartal 2025 sank der S&P 500 um 4,6 %, während der technologieorientierte Nasdaq Composite einen deutlich stärkeren Rückgang von 10,4 % verzeichnete.

Analysten führen diese Verluste zum Teil auf die Unsicherheit bezüglich der US-Handelspolitik und deren potenziellen Auswirkungen auf die Unternehmensgewinne zurück.

Über die Finanzmärkte hinaus bereiten sich Unternehmen verschiedenster Branchen auf mögliche Störungen vor.

Viele sind auf importierte Materialien und Komponenten angewiesen, und höhere Zölle könnten sie zwingen, die Preise zu erhöhen oder die gestiegenen Kosten zu absorbieren.

Auch die Verbraucherstimmung hat gelitten, wobei Umfragen eine zunehmende Besorgnis über Inflation und Arbeitsplatzsicherheit in wichtigen Fertigungssektoren zeigen.

Bericht zufolge könnten die globalen Kosten eines Handelskrieges im Jahr 2025 1,4 Billionen Dollar erreichen.

Eine neue Analyse der Aston Business School zeichnet ein düsteres Bild der potenziellen Folgen von Trumps Zollstrategie.

Der Bericht untersucht verschiedene Szenarien, von ersten US-Zollmaßnahmen bis hin zu umfassenden globalen Vergeltungsmaßnahmen.

Das Worst-Case-Szenario – bei dem Länder mit Gegenzöllen reagieren – könnte laut der Studie zu einem globalen Wohlfahrtsverlust von 1,4 Billionen Dollar führen.

Der Bericht hebt auch die langfristigen Risiken einer Eskalation der Zölle hervor, darunter eine verringerte globale Wettbewerbsfähigkeit, fragmentierte Lieferketten und eine allgemeine Verlangsamung des Handels.

Ökonomen verweisen auf den Handelskrieg zwischen den USA und China im Jahr 2018 als abschreckendes Beispiel und stellen fest, dass er zu erheblichen Störungen führte, ohne die angestrebte wirtschaftliche Neuausrichtung zu erreichen.

Goldman Sachs erhöht die Rezessionswahrscheinlichkeit angesichts der Sorgen um den Handelskrieg auf 35 %

Die eskalierenden Handelsspannungen veranlassten Goldman Sachs, die Wahrscheinlichkeit einer US-Rezession in den nächsten 12 Monaten von zuvor 20 % auf 35 % zu erhöhen.

Zusätzlich zum erhöhten Rezessionsrisiko senkte Goldman seine BIP-Wachstumsprognose für 2025 auf nur 1 % und erhöhte seine Prognose für die Arbeitslosenquote zum Jahresende um 0,3 Prozentpunkte auf 4,5 %.

Auch die Inflationserwartungen wurden nach oben korrigiert, was die wachsende wirtschaftliche Unsicherheit widerspiegelt.

Während die Bank weiterhin davon ausgeht, dass die US-Wirtschaft einen ausgewachsenen Abschwung vermeiden wird, schätzen andere Analysten die Wahrscheinlichkeit einer Rezession auf etwa 50:50 ein.

Dies markiert Goldmans höchste Rezessionswahrscheinlichkeit seit der regionalen Bankenkrise vor zwei Jahren, wobei der Hauptgrund nun der wirtschaftliche Schock durch Trumps eskalierenden Handelskrieg ist.

Goldman-Ökonomen verwiesen auf eine „deutliche Verschlechterung des Vertrauens von Haushalten und Unternehmen in jüngster Zeit“ und auf Aussagen von Beamten des Weißen Hauses, die eine Bereitschaft signalisierten, kurzfristige wirtschaftliche Einbußen für umfassendere handelspolitische Ziele in Kauf zu nehmen.

Das Verbrauchervertrauen hat in den letzten Monaten deutlich gelitten.

Die am Freitag veröffentlichte jüngste Umfrage zur Verbraucherstimmung der University of Michigan zeigte eine Rekordzahl von Amerikanern, die mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit rechnen – ein Niveau, das seit der Großen Rezession nicht mehr erreicht wurde.

Auch die Inflationserwartungen sind auf den höchsten Stand seit 32 Jahren gestiegen, was die Sorgen um die wirtschaftlichen Aussichten verstärkt.