Brasilien verliert jährlich 1,76 Milliarden Dollar durch den Diebstahl von Sojabohnensaatgut.

Brasilien verliert jährlich 1,76 Milliarden Dollar durch den Diebstahl von Sojabohnensaatgut.
Noris Soto
02. Apr. 2025, 18:28 PM
  • Brasilien verliert jährlich 10 Milliarden Reais (1,76 Milliarden US-Dollar) durch den Diebstahl von Sojabohnensaatgut, so eine Studie.
  • Raubkopierte Saatgut machen 11 % der in Brasilien mit Sojabohnen bestellten Fläche aus.
  • Die Bekämpfung des Saatgutdiebstahls könnte in den nächsten zehn Jahren zu einer Investitionssteigerung von 900 Millionen Reais führen.

Eine neue Studie von CropLife Brasil und dem Agrarberatungsunternehmen Celeres Consultoria ergab, dass der Diebstahl von Sojabohnensaatgut Brasilien jährlich unglaubliche 10 Milliarden Reais (etwa 1,76 Milliarden US-Dollar) kostet.

Die Situation wirkt sich nicht nur auf die landwirtschaftliche Wirtschaft des Landes aus, sondern unterstreicht auch die größeren Herausforderungen, denen Unternehmen in den Sektoren Saatgut, Chemie und Biotechnologie gegenüberstehen.

Da Brasilien seine Position als weltweit führender Sojabohnenproduzent und -exporteur behauptet, stellt der illegale Markt für gefälschtes Saatgut erhebliche Herausforderungen dar.

Das Ausmaß des Saatgutdiebstahls

Laut der Studie machen illegal angebaute Sojabohnen derzeit etwa 11 % der Anbaufläche mit Sojabohnenbestand in Brasilien aus.

Brasiliens nationale Agrarbehörde Conab meldete für die Anbausaison 2023/24 allein eine Gesamtfläche von 46,15 Millionen Hektar (114,039 Millionen Acres) für Sojabohnen.

Die Studie schätzt, dass die Sojabohnenfläche zwischen 2024 und 2025 auf 47,45 Millionen Hektar anwachsen wird.

Die weit verbreitete Verwendung von Raubkopien von Saatgut in Brasilien gefährdet jedoch den Agrarsektor des Landes und die Glaubwürdigkeit dieser Wirtschaftstätigkeit auf globaler Ebene.

Produzenten, die auf diese oft minderwertigen Samen angewiesen sind, sehen sich mit geringeren Mengen und einer niedrigeren Qualität ihrer Erzeugnisse konfrontiert. Da Brasilien mit den USA und Argentinien um einen Spitzenplatz auf den weltweiten Sojabohnenmärkten konkurriert, sind die Auswirkungen dieser Piraterie direkt und weitreichend.

Die finanziellen Folgen

Saatgutpiraterie hat enorme finanzielle Folgen. Die Studie schätzt, dass dieser illegale Handel in den nächsten zehn Jahren zu einem Verlust von rund 1 Milliarde Reais (176,15 Millionen US-Dollar) an potenziellen Steuereinnahmen führen könnte.

Der Bericht legt außerdem nahe, dass durch die Bekämpfung des Saatgutdiebstahls Investitionen in die Verbesserung der Saatgutsorten gelenkt würden und die dafür bereitgestellten Mittel innerhalb eines Jahrzehnts 900 Millionen (158,99 $) Reais erreichen könnten.

Der Verlust an Umsatzsteuer betrifft nicht nur die Landwirtschaft, sondern auch etwas, das öffentliche Gelder in Anspruch nimmt, die für wichtige Dienstleistungen und Infrastruktur verwendet werden könnten.

Saatgutpiraterie untergräbt nicht nur eine ganze Branche, sondern hemmt indirekt auch das Wirtschaftswachstum auf nationaler Ebene.

Die Ergebnisse dienen als Weckruf für die Akteure im Agrarsektor. CropLife Brasil, das eine Gruppe von Saatgutunternehmen, Biotechnologiekonzernen und Herstellern von Pflanzenschutzmitteln und Bioinputs vertritt, betont die dringende Notwendigkeit gemeinsamer Maßnahmen zur Bewältigung der Situation.

Die Verfügbarkeit von Raubkopien von Saatgut bedroht direkt die Innovation und die Entwicklung neuer Technologien in der Landwirtschaft, die ansonsten die Produktivität und Nachhaltigkeit steigern könnten.

Die Landwirtschaft ist entscheidend für Brasiliens Wirtschaft und Beschäftigung. Der brasilianische Agrarsektor ist einer der größten Arbeitgeber des Landes, und Saatgutpiraterie könnte die Lebensgrundlage vieler Arbeitnehmer gefährden, wenn sie nicht kontrolliert wird.

Durch die Reduzierung des illegalen Handels könnte Brasilien seinen Status auf den internationalen Märkten verbessern und Arbeitsplätze in diesem Sektor sichern.