Hedgefonds ziehen sich vor der Ankündigung der US-Zölle am 2. April aus den asiatischen Märkten zurück.

Hedgefonds ziehen sich vor der Ankündigung der US-Zölle am 2. April aus den asiatischen Märkten zurück.
Vatsala Gaur
02. Apr. 2025, 10:28 AM
  • Hedgefonds reduzierten in der vergangenen Woche ihre gehebelten Positionen und verkauften Aktien in wichtigen asiatischen Märkten, teilte Morgan Stanley mit.
  • Südkorea, China und Taiwan verzeichneten die stärksten Verkäufe, während in Japan die Short-Positionen zunahmen.
  • Daten von Goldman Sachs deuten auf einen breiteren Rückzug von Hedgefonds aus Schwellenländern hin.

Hedgefonds zogen sich letzte Woche aus den asiatischen Märkten zurück, verkauften Aktien und reduzierten ihre gehebelten Positionen, um sich auf die Ankündigung neuer Gegenzölle durch US-Präsident Donald Trump am 2. April vorzubereiten.

Südkorea, Chinas Onshore-Märkte und Taiwan verzeichneten die stärksten Verkäufe, während Hedgefonds laut einem diese Woche veröffentlichten Prime-Brokerage-Bericht von Morgan Stanley auch ihre Short-Positionen in Japan ausbauten.

Die veränderte Positionierung spiegelt die wachsende Unsicherheit über Trumps jüngste Handelsmaßnahmen wider, die die Zollsätze deutlich erhöhen und den globalen Handel stören könnten.

Exportorientierte asiatische Volkswirtschaften bleiben besonders anfällig für US-Zollrisiken.

Einem aktuellen Bericht des US-Finanzministeriums zufolge weisen China, Vietnam, Japan und Taiwan die größten Handelsüberschüsse mit den USA auf und sind daher anfällig für Vergeltungsmaßnahmen.

Die erwarteten Zölle könnten die Spannungen zwischen Washington und seinen wichtigsten Handelspartnern weiter verschärfen, wobei Analysten vor möglichen Auswirkungen auf die globalen Lieferketten warnen.

Die Reaktion der asiatischen Aktienmärkte auf die Sorgen um Zölle

Die asiatischen Aktienmärkte haben den Druck der Zollsorgen bereits zu spüren bekommen.

Seit dem 26. März, als Trump einen 25-prozentigen Zoll auf importierte Autos ankündigte, ist der japanische Nikkei 225 um 6 % gefallen, während der südkoreanische KOSPI um 5 % eingebrochen ist.

Der chinesische CSI 300 Index und der Hongkonger Hang Seng Index erreichten am Montag fast ein Monatstief, da sich die Anleger auf weitere Unsicherheiten im Handel einstellten.

Analysten von Morgan Stanley stellten fest, dass asiatische Hedgefonds in der vergangenen Woche Verluste von etwa 60 bis 70 Basispunkten erlitten, wodurch ihre durchschnittliche monatliche Rendite um 0,37 % sank.

Als Reaktion darauf reduzierten diese Fonds ihre Nettoverschuldung deutlich, die im Vergleich zur Vorwoche um sechs Prozentpunkte auf 61 % sank.

Regional betrachtet wurden Hedgefonds in Südkorea zu Nettoverkäufern, da sie aufgrund der Entscheidung des Landes, ein fünfjähriges Verbot von Leerverkäufen aufzuheben, mit Volatilität rechneten.

Sie bauten auch ihre Positionen in chinesischen Konsumgüteraktien ab und veräußerten erhebliche Bestände in Taiwan. Laut Morgan Stanley wurden die Abflüsse hauptsächlich von Multi-Strategie- und Makrofonds verursacht.

Breitere Positionierung von Hedgefonds

Der Rückzug aus asiatischen Märkten ist Teil eines breiteren Trends, bei dem Hedgefonds weltweit ihre Engagements reduzieren.

Ein separater Bericht von Goldman Sachs besagt, dass Hedgefonds ihre Bestände in wichtigen Schwellenländern deutlich reduziert haben und in diesem Jahr bisher mehr Short- als Long-Positionen in lateinamerikanischen und asiatischen Aktien halten.

Laut Daten von Goldman Sachs kam es in Asien im März zu besonders starken Aktienverkäufen. Short-Positionen, die auf sinkende Vermögenspreise setzen, überwogen die Long-Positionen, die auf Gewinne spekulieren.

Die Fonds haben auch ihre Investitionen in Aktien, die eng mit Konjunkturzyklen verknüpft sind, zurückgefahren.

Unternehmen wie Autoteilehersteller, ausgewählte Schmuckmarken und Einzelhändler für Heimtextilien – Sektoren, die in Zeiten schwacher Konsumausgaben typischerweise zu kämpfen haben – verzeichnen einen deutlichen Rückgang des Interesses von Hedgefonds.

Europäische Autowerte, die Anfang des Jahres noch ein beliebtes Handelsinstrument für Hedgefonds waren, werden jetzt abgestoßen.

Der Verkaufsdruck hat sich seit Trumps Ankündigung eines 25%igen Zolls auf importierte Autos und leichte Nutzfahrzeuge, der am 3. April in Kraft treten soll, und zusätzlicher Zölle auf Autoteile am 3. Mai verstärkt.

Spekulanten haben ihre Short-Positionen im Sektor erhöht, wodurch das Verhältnis von Long- zu Short-Positionen auf ein nahezu historisches Tief gefallen ist, bemerkte Goldman Sachs.

Unterdessen haben Hedgefonds in den letzten Wochen laut Analyse der Bank netto Aktien gekauft, die an Metallpreise gekoppelt sind, und Positionen auf mehrjährigen Höchstständen aufgebaut.