Europäische Aktien steigen um 8 %, da die Verschiebung der US-Zölle die globale Marktstimmung verbessert.

Europäische Aktien steigen um 8 %, da die Verschiebung der US-Zölle die globale Marktstimmung verbessert.
Diya Poddar
10. Apr. 2025, 10:55 AM
  • Der DAX stieg um 8,37 %, der FTSE 100 legte um 5,96 % zu und der IBEX 35 kletterte um 8,10 %.
  • Nach den Nachrichten legten sowohl der Euro als auch das Pfund gegenüber dem US-Dollar zu.
  • Brüssel verstärkt seine Bemühungen zur Diversifizierung der Handelsbeziehungen und zur Stärkung des Binnenmarktes.

Die europäischen Märkte verzeichneten am Donnerstag deutliche Gewinne, nachdem US-Präsident Donald Trump überraschend eine neue Runde von Zöllen auf Dutzende von Ländern, darunter die Europäische Union, verschoben hatte.

Die am späten Mittwoch bekannt gegebene Ankündigung löste einen starken Anstieg der globalen Aktienmärkte aus, da die Anleger auf Anzeichen einer Entspannung der Handelsspannungen zwischen zwei der größten Wirtschaftsblöcke der Welt reagierten.

Da die Eurozone bereits mit Gegenwind durch verlangsamtes Wachstum und Probleme in der Lieferkette zu kämpfen hat, löste die vorübergehende Erleichterung durch die US-Entscheidung eine Welle des Optimismus an den Finanzmärkten der Region aus.

Europäische Indizes legen zu.

Bis 9 Uhr MEZ am Donnerstag lagen die europäischen Aktienmärkte deutlich im Plus. Der deutsche DAX-Index stieg um 8,37 %, während der EURO STOXX 50 um 8,78 % zulegte.

Der französische CAC 40 legte um 2,27 % zu, der FTSE 100 in London stieg um 5,96 % und der spanische IBEX 35 um 8,10 %.

Der italienische FTSE MIB verzeichnete mit einem Plus von 10,20 % den stärksten Anstieg unter den wichtigsten Börsen, während der Schweizer SMI um 9 % zulegte.

Der Euro legte gegenüber dem Dollar um 0,27 % auf 1,09815 $ zu, und das Pfund gewann 0,38 % und notierte bei 1,28688 $, was die breitere Anlegerstimmung zugunsten europäischer Vermögenswerte widerspiegelt.

EU will Handelsbeziehungen ausbauen

Die dreimonatige Aussetzung der Zölle folgt auf Trumps Ankündigung in der vergangenen Woche, einen 20-prozentigen Zoll auf US-Importe aus der Europäischen Union zu erheben.

Die vorgeschlagenen Zölle waren Teil eines umfassenderen Vorstoßes der US-Regierung, Gegenzölle gegen ausländische Nationen zu erheben.

Die Kehrtwende markiert jedoch einen deutlichen Tonwechsel, insbesondere gegenüber der EU.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bezeichnete die Pause als wichtigen Schritt für die Stabilität des Welthandels.

Sie bekräftigte das Engagement der EU für einen „reibungslosen und für beide Seiten vorteilhaften“ Handel mit den USA und betonte, dass verlässliche Bedingungen für globale Lieferketten unerlässlich seien.

Obwohl die Entscheidung der USA die bestehenden Zölle auf wichtige Sektoren wie Stahl, Aluminium und Automobile nicht berührte, wurden zusätzliche Zölle auf eine Reihe von Importen ausgesetzt.

Die Europäische Union wird voraussichtlich ab nächster Woche Gegenmaßnahmen gegen die US-Zölle auf Stahl und Aluminium einleiten. Von der Leyen äußerte sich jedoch in ihren öffentlichen Erklärungen nicht direkt zu diesen Plänen.

Langfristige Bedenken bleiben bestehen.

Obwohl die Aussetzung der US-Zölle den Märkten kurzfristige Entlastung brachte, bleiben die zugrunde liegenden Handelsspannungen ungelöst.

Trumps Schritt wird als Teil einer umfassenderen Strategie zur Erhöhung des Drucks auf China angesehen, während gleichzeitig die Spannungen mit traditionellen Verbündeten vorübergehend reduziert werden.

Die ausgesetzten Zölle betrafen EU-Exporte im Wert von Milliarden von Dollar, und ihre Aussetzung wird von Analysten eher als Verhandlungstaktik denn als dauerhafte Politikänderung angesehen.

Die Europäische Union hat darauf reagiert, indem sie ihre Bemühungen zur Diversifizierung ihrer Handelsbeziehungen verstärkt hat.

Laut von der Leyen arbeitet der Block mit Handelspartnern zusammen, die zusammen 87 % des Welthandels ausmachen, um die Abhängigkeit von einem einzelnen Land oder Wirtschaftsblock zu verringern.

Sie betonte außerdem die Notwendigkeit, die Integration innerhalb des EU-Binnenmarktes zu verbessern.

In ihren Ausführungen verwies sie auf die erneuten Bemühungen Brüssels, interne Barrieren abzubauen und die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten zu stärken.

Die weltweiten Reaktionen dauern an.

Die Verschiebung der US-Zölle erfolgte zu einem entscheidenden Zeitpunkt für die globalen Märkte.

Am Mittwoch verzeichnete die Wall Street deutliche Gewinne, da die Anleger die Ankündigung als Zeichen dafür interpretierten, dass Washington möglicherweise zu Verhandlungen mit seinen Handelspartnern bereit ist.

Diese Rallye setzte sich am Donnerstag in Europa fort, mit erneutem Kaufinteresse in allen Sektoren.

Die langfristige Entwicklung der Handelsbeziehungen zwischen den USA und der EU bleibt jedoch ungewiss.

Die Aussetzung soll in drei Monaten auslaufen, und es gibt keine Garantie dafür, dass die Gespräche in diesem Zeitraum zu einer dauerhaften Einigung führen werden.

Unterdessen könnten die geplanten Gegenmaßnahmen der EU und der Fokus der USA auf die Konfrontation mit China die Spannungen in Zukunft wieder anheizen.

Während die Märkte weiterhin auf Entwicklungen in der US-Handelspolitik reagieren, scheint die EU ihre Risiken durch die Stärkung des internen Zusammenhalts und den Ausbau globaler Partnerschaften abzusichern – Schritte, die die Widerstandsfähigkeit der Region bei zukünftigen Wirtschaftsschocks prägen könnten.