US-Zollentlastung? China strebt Ausnahmen für ausgewählte Waren an, berichtet ein Bericht.

US-Zollentlastung? China strebt Ausnahmen für ausgewählte Waren an, berichtet ein Bericht.
Deepali Singh
25. Apr. 2025, 08:21 AM
  • China erwägt angeblich, einige US-Importe von seinen Vergeltungszöllen in Höhe von 125 % zu befreien.
  • Eine Arbeitsgruppe des Handelsministeriums fordert Unternehmen auf, Listen von Waren einzureichen, die möglicherweise von der Befreiung profitieren könnten.
  • Dieser Schritt signalisiert Pekings wachsende Besorgnis über die negativen Auswirkungen des Handelskrieges auf seine Wirtschaft.

Als vielleicht deutlichstes Zeichen der wachsenden Besorgnis Pekings über die wirtschaftlichen Auswirkungen seines Handelskonflikts mit Washington erwägt China Berichten zufolge Ausnahmen für bestimmte US-Importe, die derzeit mit hohen Vergeltungszöllen belegt sind.

Die Behörden fordern aktiv Beiträge von Unternehmen an, um Waren zu identifizieren, die die hohen Zölle von 125 % auf amerikanische Produkte möglicherweise umgehen könnten.

Peking sucht inmitten des Zollstreits nach Rückmeldungen.

Laut einer mit der Angelegenheit vertrauten Quelle, die unter der Bedingung der Anonymität sprach, erstellt eine eigens eingerichtete Arbeitsgruppe im chinesischen Handelsministerium Listen von Importgütern, die für Zollbefreiungen in Frage kommen könnten.

Entscheidend ist, dass dieser Prozess die Unternehmen direkt auffordert, ihre eigenen Anträge einzureichen, was einen gezielten Ansatz zur Linderung spezifischer wirtschaftlicher Belastungen nahelegt.

Diese Entwicklung folgt Berichten, die potenzielle Schwerpunkte aufzeigen.

Das Finanznachrichtenmagazin Caijing berichtete am Freitag unter Berufung auf Quellen, dass Peking die Aufnahme von acht spezifischen, halbleiterbezogenen Artikeln in eine Ausnahmeliste vorbereite, wobei Speicherchips bemerkenswerterweise ausgenommen seien.

Darüber hinaus kursierte am Freitag eine separate, unbestätigte Liste mit 131 breiteren Produktkategorien – von Impfstoffen und Chemikalien bis hin zu hochentwickelten Artikeln wie Flugzeugtriebwerken – weit verbreitet unter Unternehmen und Handelsgruppen.

Reuters konnte die Echtheit oder den Status dieser im Umlauf befindlichen Liste jedoch nicht unabhängig überprüfen.

Offizielle Stellen schwiegen zu dem Thema. Wiederholte telefonische Versuche, die chinesische Zollbehörde zu erreichen, blieben erfolglos, und weder der Zoll noch das Handelsministerium reagierten umgehend auf Faxanfragen von Reuters nach einem Kommentar.

Bloomberg berichtete am Freitag als erstes über Chinas Überlegungen zu den Zollbefreiungen.

Ein Wandel, der von wirtschaftlichen Sorgen getrieben wird?

Diese mögliche Anpassung der Politik deutet auf erhebliche Besorgnis in Peking über die wirtschaftliche Belastung hin, die durch die Entkopplung der beiden größten Volkswirtschaften der Welt verursacht wird.

Der Schritt spiegelt ähnliche Maßnahmen Washingtons wider, das kürzlich Zollbefreiungen für bestimmte aus China importierte Elektronikartikel angeboten hat und damit den potenziellen Schaden für die eigene Wirtschaft anerkennt.

Chinas Erwägung von Ausnahmen steht in starkem Kontrast zu seiner offiziellen Rhetorik, die stets die Bereitschaft zum „Kampf bis zum Ende“ bekräftigt hat, solange die USA ihre Zölle nicht vollständig aufheben.

Unter der Oberfläche dieser starken öffentlichen Erklärungen sieht sich die chinesische Wirtschaft jedoch erheblichen Gegenwind ausgesetzt, während sie den Handelskrieg bewältigt.

Die Inlandsnachfrage bleibt schwach, die Konsumausgaben und die Konsumentenstimmung haben sich nur schwer auf das Niveau vor der Pandemie erholt, und die Wirtschaft zeigt Anzeichen von deflationären Tendenzen.

Die Regierung hat Exporteure, die stark von Zöllen betroffen sind, ermutigt, sich auf den Inlandsmarkt zu konzentrieren.

Unternehmen, die diesen Wandel vollziehen, berichten jedoch von erheblichen Herausforderungen, darunter geringere Gewinnmargen, schwächere Nachfrage im Vergleich zu Exportmärkten und weniger zuverlässige Kundenstämme.

Die Gewährung gezielter Zollbefreiungen stellt eine direktere Form der Unterstützung für betroffene Branchen und Lieferketten dar.

Doppelte Wirkung: Schmerzlinderung auf beiden Seiten

Obwohl die Maßnahme in erster Linie darauf abzielt, die inländische wirtschaftliche Belastung zu verringern, könnte die Zulassung einiger US-Importe ohne Strafzölle unbeabsichtigt auch den wirtschaftlichen Druck auf die Vereinigten Staaten verringern.

Durch die Wiederaufnahme bestimmter Handelsströme könnten diese Ausnahmen den Druck auf das Weiße Haus etwas verringern, selbst wenn der umfassendere Handelskonflikt andauert.

Dieser Schritt unterstreicht das komplexe Zusammenspiel von innenwirtschaftlichen Realitäten und geopolitischem Geplänkel in der anhaltenden Handelsauseinandersetzung zwischen den USA und China.