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Europäische Märkte öffnen: Aktien scheinen höher zu notieren; Ergebnisse von Bayer und SoftBank im Fokus

Europäische Märkte öffnen: Aktien scheinen höher zu notieren; Ergebnisse von Bayer und SoftBank im Fokus
Deepali Singh
13. Mai 2025, 09:44 AM
  • Die europäischen Märkte eröffneten am Dienstag leicht höher, obwohl nach der Erholungsrallye vom Montag Vorsicht geboten war.
  • Der Fokus verlagert sich auf die Quartalszahlen (Bayer, SoftBank usw.) und Wirtschaftsdaten (britische Arbeitsmarktdaten, deutscher ZEW-Index).
  • Der britische Arbeitsmarkt zeigte eine weitere Abkühlung: Die Beschäftigung sank, das Lohnwachstum verlangsamte sich, die Arbeitslosigkeit stieg auf 4,5 %.

Die europäischen Aktienmärkte eröffneten am Dienstag mit moderaten Gewinnen und versuchten, an die Rallye der vorherigen Sitzung anzuknüpfen. Dennoch blieb eine gewisse Vorsicht bestehen, da die Anleger ihren Fokus von der anfänglichen Erleichterung im Handelsstreit auf eine Vielzahl von Unternehmensgewinnmeldungen und wichtigen Wirtschaftsdaten verlagerten.

Die 90-tägige Pause im US-chinesischen Zollstreit brachte etwas Erleichterung, doch Fragen zur langfristigen Handelsaussicht blieben bestehen.

Der gesamteuropäische Stoxx 600 Index legte bis 8:15 Uhr Londoner Zeit um 0,26 % zu.

Im frühen Handel stieg der britische FTSE 100 um 0,12 %, der französische CAC 40 legte um 0,06 % zu und der deutsche DAX gewann 0,16 %.

Leicht abweichende frühe Zahlen aus IG-Daten um 03:02 Uhr ET zeigten DAX +0,2 %, CAC 40 -0,1 %, FTSE 100 -0,2 %.

Dies folgte auf eine starke globale Marktrallye am Montag, ausgelöst durch die Nachricht, dass Washington und Peking sich auf eine Senkung der hohen Zölle für einen Zeitraum von 90 Tagen geeinigt hatten.

Die Entwicklung weckte die Hoffnung, dass ein schädlicherer, ausgewachsener Handelskrieg zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt zumindest vorübergehend abgewendet werden könnte.

Nach der anfänglichen Euphorie entwickelte sich jedoch über Nacht an den asiatisch-pazifischen Märkten ein pessimistischerer Ton, der die europäische Handelsphase etwas gedämpfter einleitete, da Fragen aufkamen, was nach Ablauf der 90-tägigen Zollpause geschehen könnte.

Unterdessen deuteten auch die US-Aktienfutures im nächtlichen Handel auf niedrigere Kurse hin, da die Anleger auf neue US-Inflationsdaten und die anstehenden Zahlen zum Erzeugerpreisindex warteten.

Wirtschaftsdaten und Gewinnflut im Fokus

Nachdem die unmittelbaren Handelsnachrichten verarbeitet wurden, richtet sich die Aufmerksamkeit in Europa nun wieder auf „banalere Angelegenheiten“, nämlich den Zustand der regionalen Wirtschaft und die finanzielle Performance der Unternehmen.

Auf der Datenseite zeigten am Dienstag veröffentlichte Zahlen eine weitere Abkühlung des britischen Arbeitsmarktes.

Die Beschäftigung ging zurück, das Lohnwachstum verlangsamte sich, und die Arbeitslosenquote stieg in den drei Monaten bis März auf 4,5 % (gegenüber 4,4 %).

Später in der Sitzung wird die Veröffentlichung der deutschen ZEW-Umfrage zur Wirtschaftsstimmung genau beobachtet werden; es wird erwartet, dass der Index sich erholt, nachdem die Sorgen um Zölle die Stimmung zuvor auf den niedrigsten Stand seit Beginn des Ukraine-Krieges gedrückt hatten.

Mit Blick auf die kommenden Tage werden im Laufe der Woche wichtige BIP-Daten für das erste Quartal für die gesamte Eurozone sowie Inflationszahlen aus wichtigen europäischen Ländern erwartet.

Diese werden wichtige Erkenntnisse liefern, wenn die Europäische Zentralbank (EZB) ihre nächsten politischen Schritte erwägt.

Die EZB hat die Zinssätze aufgrund der rückläufigen Inflation im vergangenen Jahr bereits sieben Mal gesenkt, und die politischen Entscheidungsträger bereiten Berichten zufolge eine weitere mögliche Senkung Anfang Juni vor.

Ein dicht gedrängter Terminplan für Unternehmensgewinne steht ebenfalls an. Anleger werden die Ergebnisse einer Vielzahl großer Unternehmen genau unter die Lupe nehmen, darunter SoftBank, Tata Motors, Nissan, Honda, Metro Bank und den deutschen Gesundheits- und Agrarkonzern Bayer.

Bayer bestätigte seine Jahresprognose für 2025 trotz eines starken Gewinnrückgangs im ersten Quartal und erklärte, dass die Stärke der Pharma- und Consumer-Health-Sparten die Schwäche im Agrarbereich ausgleichen konnte.

Der Pharmasektor bleibt generell sensibel für potenzielle politische Veränderungen in den USA, insbesondere nachdem Präsident Trump kürzlich in einem Social-Media-Beitrag gegen die hohen Arzneimittelpreise in den USA gewettert hatte.

An anderer Stelle meldete das deutsche Ingenieurbüro Dürr (ETR:DUEG) trotz eines starken Rückgangs des Auftragseingangs im ersten Quartal eine deutliche Ergebnisverbesserung.

Münchener Rück gibt nach, Öl stabilisiert sich nahe Höchstständen

Obwohl spezifische Details zu Munich Re nicht im Haupttext enthalten waren, deutete die ursprüngliche Überschrift einen Rückgang von 5 % an, was darauf hindeutet, dass die Ergebnisse oder die Aussichten des Unternehmens die Anleger wahrscheinlich enttäuscht haben und sich negativ auf den Versicherungssektor oder den breiteren deutschen Markt auswirkten.

An den Rohstoffmärkten stabilisierten sich die Ölpreise am Dienstag nahe einem Zweimonatshoch, während die Händler die Ankündigung des US-chinesischen Handelsabkommens verarbeiteten.

Brent-Futures legten um 0,1 % auf 65,02 US-Dollar pro Barrel zu, und US-WTI-Rohöl stieg um 0,2 % auf 62,04 US-Dollar.

Beide Kontrakte waren am Montag um etwa 1,5 % gestiegen, was die Gewinne der Vorwoche ergänzte und die höchsten Schlusskurse seit dem 28. April erreichte.

Die 90-tägige Aussetzung der Zölle bietet zwar eine gewisse Erleichterung, doch die zugrunde liegenden Unsicherheiten über das US-Handelsdefizit mit China und die langfristige Natur einer möglichen Lösung bleiben bestehen.