Qualcomm stellt KI-Chips für Rechenzentren mit Nvidia-Kompatibilität vor.
- Die Ankündigung markiert den Wiedereinstieg in den Markt für KI-Server nach früheren Misserfolgen.
- Die Snapdragon X-Serie wird laut Amon mittlerweile in über 85 PC-Modellen verwendet.
- Neuer KI-fokussierter PC-Chip wird auf dem Qualcomm-Gipfel im September vorgestellt.
Qualcomm hat Pläne vorgestellt, in den Markt für Rechenzentren zurückzukehren, indem das Unternehmen neue, kundenspezifische CPUs auf den Markt bringt, die für KI-Workloads optimiert sind. Dieser Schritt positioniert das Unternehmen direkt gegen Konkurrenten wie Intel und AMD.
Die Chips werden so konzipiert sein, dass sie sich nahtlos mit den GPUs von Nvidia verbinden lassen – einer entscheidenden Komponente beim Training großer Sprachmodelle und beim Betrieb fortschrittlicher KI-Tools.
Dies markiert Qualcomms bedeutendsten Vorstoß in den Bereich der Rechenzentren seit seinen früheren Versuchen im letzten Jahrzehnt und signalisiert eine umfassendere Abkehr von seinem auf Smartphones ausgerichteten Geschäftsmodell.
Da sich die KI-Infrastruktur zu einem globalen Schlachtfeld entwickelt, expandiert das Unternehmen auch regional durch neue Partnerschaften, mit dem Ziel, eine größere Rolle im Enterprise-Computing zu spielen.
Neue CPUs sollen sich mit Nvidia-GPUs verbinden lassen.
Am Montag kündigte Qualcomm seine Pläne zur Veröffentlichung von kundenspezifischen Rechenzentrums-CPUs an, die mit den leistungsstarken GPUs von Nvidia zusammenarbeiten werden.
Diese neuen Prozessoren wurden entwickelt, um die KI-Leistung durch die Integration in Nvidias Hardware- und Software-Ökosystem zu optimieren – ein wesentliches Merkmal angesichts der Dominanz von Nvidia im Bereich der KI-Chips.
Grafikprozessoren von Nvidia werden in Rechenzentren bereits häufig für das Training generativer KI-Modelle eingesetzt, wie sie beispielsweise in Chatbots und virtuellen Assistenten zum Einsatz kommen.
Diese GPUs müssen mit leistungsfähigen Zentralprozessoren kombiniert werden, um ihr volles Potenzial auszuschöpfen.
Qualcomms Schritt signalisiert den Versuch, sich in diesen lukrativen Markt einzubringen, indem es Chips liefert, die mit Nvidias etablierter Infrastruktur kompatibel sind.
Die früheren Bemühungen von Qualcomm im Bereich der Rechenzentren in den 2010er Jahren wurden aufgrund mangelnder Resonanz eingestellt.
Aber seit der Übernahme des Chipdesigners Nuvia im Jahr 2021 – einem Startup, das für die Entwicklung von Prozessoren auf Basis der Arm-Architektur bekannt ist – hat das Unternehmen seinen Fokus wieder auf die Entwicklung wettbewerbsfähiger Server-CPUs gelegt.
Die kommenden Chips sollen sowohl energieeffizient als auch auf KI-Arbeitslasten in großem Umfang zugeschnitten sein.
Abkehr von Smartphones
Qualcomms Vorstoß in Richtung KI-fähiger Serverchips ist Teil einer umfassenderen Strategie zur Geschäftsdiversifizierung unter CEO Cristiano Amon.
Seit Jahren verlässt sich das Unternehmen auf seine Vormachtstellung bei mobilen Chipsätzen und liefert Prozessoren und Modems an Android-Handyhersteller.
Da das Wachstum des Smartphone-Marktes weltweit jedoch stagniert, hat Qualcomm seine Aktivitäten auf Automobilchips, PCs und nun auch auf Rechenzentren ausgeweitet.
Amon bestätigte am Montag auf der Computex in Taipeh, dass Qualcomm im PC-Bereich an Bedeutung gewinnt, da über 85 Designs auf Basis der Snapdragon X Series entweder verfügbar oder in der Entwicklung sind.
Diese 2023 angekündigten PC-Chips werden als ideal für On-Device-KI angepriesen – sie ermöglichen schnellere und sicherere KI-Anwendungen, indem sie Daten lokal verarbeiten, anstatt sie in die Cloud zu senden.
Dieser Fokus auf Edge-KI, bei der Berechnungen direkt auf dem Gerät stattfinden, steht im Einklang mit Qualcomms Designphilosophie, energieeffiziente Prozessoren zu entwickeln.
Das Unternehmen behauptet, seine Chips könnten die Latenz reduzieren und die Datenprivatsphäre verbessern – beides sind Schlüsselfunktionen in Branchen, die sich zunehmend mit der Leistung von KI-Modellen und der Einhaltung von Sicherheitsbestimmungen befassen.
Abkommen mit saudischem KI-Unternehmen unterzeichnet
Letzte Woche unterzeichnete Qualcomm eine Absichtserklärung mit dem saudischen KI-Unternehmen Humain, um gemeinsam regionale Rechenzentren zu entwickeln.
Humain, das unter der Ägide des staatlichen Vermögensfonds des Königreichs, dem Public Investment Fund (PIF), tätig ist, stellt für Qualcomm einen weiteren Einstiegspunkt in internationale Märkte dar, um eine Führungsrolle im Bereich der künstlichen Intelligenz anzustreben.
Dieses Abkommen bringt Qualcomm in Einklang mit einer breiteren Bewegung von US-amerikanischen Technologieunternehmen, die ihre Beziehungen zu Regierungen im Nahen Osten vertiefen, insbesondere in den Bereichen künstliche Intelligenz und Halbleiterinfrastruktur.
Saudi-Arabien, das stark in Zukunftstechnologien investiert, bietet einen wachsenden Markt für Unternehmen, die Chips und Rechenleistung für lokale Rechenzentren und Cloud-Dienste liefern können.
Die Einbeziehung dieses regionalen Ansatzes in seine KI-Strategie könnte Qualcomm helfen, besser gegen Branchenriesen wie Amazon und Microsoft zu konkurrieren, die beide bereits kundenspezifische Chips für ihre eigenen Cloud-Dienste entwickeln.
Es führt auch dazu, dass Qualcomm in einen schärferen Wettbewerb mit Intel und AMD tritt, die im Server-CPU-Segment weiterhin fest etablierte Akteure sind.
Neuer PC-Chip kommt im September
Im Rahmen der fortlaufenden Expansion im Bereich KI-Hardware wird Qualcomm auf seinem jährlichen Gipfeltreffen im September einen neuen PC-Chip vorstellen.
Obwohl noch nicht viele Details bekannt sind, wird erwartet, dass dieser Chip auf der Snapdragon X-Serie aufbaut und noch umfangreichere KI-Funktionen direkt auf dem Gerät unterstützt.
Angesichts des sich schnell entwickelnden KI-Marktes und des zunehmenden Wettbewerbs sowohl im Rechenzentrums- als auch im Konsumentensegment positioniert sich Qualcomm als eine energieeffiziente Alternative mit vielseitigen Anwendungen in den Bereichen Unternehmen, Automobil und Personal Computing.
Ob diese Neuausrichtung langfristige Gewinne generieren kann, bleibt abzuwarten, aber der Wiedereinstieg des Unternehmens in den Bereich der Rechenzentren – insbesondere mit Nvidia-Kompatibilität – rückt es direkt ins Blickfeld der globalen KI-Infrastrukturplaner.
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