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Der brasilianische Fleischriese JBS ebnet mit einer in den Niederlanden ansässigen Holdingstruktur den Weg für eine Börsennotierung in den USA.

Der brasilianische Fleischriese JBS ebnet mit einer in den Niederlanden ansässigen Holdingstruktur den Weg für eine Börsennotierung in den USA.
Noris Soto
23. Mai 2025, 18:07 PM
  • JBS erhielt die Genehmigung, Aktien in den USA über eine neue, in den Niederlanden ansässige Holdingstruktur notieren zu lassen.
  • Die Familie Batista könnte ihre Stimmrechtsmacht im Rahmen des Modells mit Aktien unterschiedlicher Klassen auf bis zu 85 % erhöhen.
  • Kritiker warnen davor, dass die Restrukturierung den Einfluss der Minderheitsaktionäre verringert und Bedenken hinsichtlich der Unternehmensführung aufwirft.

Das größte brasilianische Fleischverarbeitungsunternehmen, JBS SA, erhielt am Freitag die Zustimmung der Aktionäre für seinen lang erwarteten Plan zur Doppelnotierung, womit die letzte Bedingung erfüllt ist, damit das Unternehmen an der New Yorker Börse (NYSE) gehandelt werden kann.

Laut dem lokalen Medienunternehmen InfoMoney führte die Entscheidung, die bereits vom Markt eingepreist war, dazu, dass die JBS-Aktien um 11 Uhr Ortszeit auf R$ 43,41 stiegen, was einem Anstieg von 2,71 % entspricht, nachdem der Handel am Morgen vorübergehend eingestellt worden war.

JBS' Zertifizierung von 100 % Bestätigungen in Japan im Juni 2022 stellt einen bedeutenden Schritt zur globalen Finanzeroberung dar.

Die derzeitigen Aktien von JBS SA würden in einer neuen niederländischen Holdinggesellschaft, JBS Participações, zusammengefasst, die als internationale Börsenplattform dienen wird.

Von Kontroverse zur Freigabe

Die Abstimmung erfolgte nach einem kontroversen Vorlauf bis zur Entscheidung am Freitag. Erste Ergebnisse, die einen Tag zuvor bekannt gegeben wurden, deuteten darauf hin, dass die Aktionäre mit geringer Mehrheit gegen die Doppelnotierung waren.

Eines der Hauptprobleme war die umstrittene Struktur der Aktien mit unterschiedlichen Stimmrechten, die die Macht der Minderheitsaktionäre schwächen würde.

Gemäß dem genehmigten Modell werden jeweils zwei Aktien von JBS SA gegen eine obligatorisch einlösbare Vorzugsaktie eingetauscht, die anschließend in ein brasilianisches Depozitarkreditbeleg (BDR) umgewandelt wird, das durch eine Aktie der Klasse A von JBS NV besichert ist.

Kontrollierende Aktionäre werden diese Struktur höchstwahrscheinlich nutzen, um eine solche Stimmrechtsmacht auszuüben. Derzeit befinden sich 48,34 % der stimmberechtigten Anteile im Besitz des Batista-Clans, der das Unternehmen gegründet hat und es weiterhin kontrolliert.

Und nach der Restrukturierung könnte die geschätzte Stimmrechtsmacht der Batistas bis zu 85 % erreichen und so ihren Einfluss auf Unternehmensentscheidungen weiter erhöhen.

Minderheitsaktionäre und Auswirkungen auf die Unternehmensführung

Verfechter von Corporate Governance und institutionelle Anleger sind zunehmend besorgt über die Struktur mit Aktien mit unterschiedlichen Stimmrechten.

Während Experten davon ausgehen, dass die Präsenz in den Vereinigten Staaten die Bewertungsfaktoren erhöhen und globales Kapital anziehen wird, sind Minderheitsaktionäre besorgt über die Zentralisierung der Stimmrechte.

Kritiker glauben, dass das neue System die Überwachung durch Minderheitsaktionäre verringert und die Führungsebene von der Rechenschaftspflicht gegenüber den Aktionären befreien könnte.

Mehrere Beratungsunternehmen haben Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen dieses Entwurfs auf die Unternehmensführung geäußert und behauptet, dass dies langfristige Folgen für Transparenz und die Reaktion des Vorstands haben könnte.

Ein Jahrzehnt der Vorbereitung

Die Genehmigung beendet eine Saga, die sich über mehr als ein Jahrzehnt erstreckte. JBS hatte zuvor eine Börsennotierung in den USA angestrebt, scheiterte aber an vielen Hürden, darunter die Folgen der Korruptionsermittlungen im Rahmen der Operation Lava Jato und der Widerstand einflussreicher Aktionäre.

Bereits 2016 wurde der Vorschlag unter anderem aufgrund des Widerstands des Investmentarms der brasilianischen Entwicklungsbank (BNDES) verhindert, die damals der größte Aktionär außerhalb der Familie Batista war.

Dennoch hat BNDES seinen Anteil allmählich reduziert und sich Anfang des Jahres darauf geeinigt, bei der doppelten Börsennotierung nicht zu stimmen.

Politischer und ökologischer Widerstand

Das Konzept der Doppelnotierung hat auch außerhalb der Finanzwelt Interesse geweckt. Umweltorganisationen und Politiker haben Bedenken hinsichtlich der Bilanz von JBS in Bezug auf Nachhaltigkeit, Marktkonzentration und ethisches Verhalten geäußert.

Im Jahr 2024 schrieb eine überparteiliche Gruppe von US-Senatoren einen formellen Brief an die Securities and Exchange Commission (SEC) und forderte diese auf, die Notierung des Unternehmens in den USA zu verbieten, unter Berufung auf Korruption und Umweltgefahren.

Trotz dieser Bedenken hat JBS die möglichen Vorteile des Standortwechsels hervorgehoben. Laut dem Konzern würde die neue Unternehmensstruktur die Corporate Governance verbessern, Zugang zu internationalen Investoren ermöglichen und die Gesamtkapitalbeschaffungskosten senken.