Salesforce-Aktienanalyse vor Ergebnisveröffentlichung, Gerüchte um Übernahme von Informatica

Salesforce-Aktienanalyse vor Ergebnisveröffentlichung, Gerüchte um Übernahme von Informatica
Crispus Nyaga
27. Mai 2025, 10:19 AM
  • Der Aktienkurs von Salesforce ist in den letzten Monaten gefallen.
  • Das Unternehmen befindet sich in Verhandlungen über die Übernahme von Informatica.
  • Salesforce wird am Mittwoch seine Finanzergebnisse veröffentlichen.

Der Aktienkurs von Salesforce ist in diesem Jahr gesunken, da Investoren die Investitionen des Unternehmens in Künstliche Intelligenz und die Gerüchte um eine Übernahme von Informatica beobachten. Die Aktie von Salesforce (CRM) fiel letzte Woche auf 273 US-Dollar, 25 % unter dem Höchststand des Jahres, was bedeutet, dass sich der Markt in einem starken Bärenmarkt befindet.

Salesforce führt Gespräche über den Kauf von Informatica

Der Hauptgrund für den Anstieg der CRM-Aktien ist ein Bericht des Wall Street Journal, wonach das Unternehmen den Kauf von Informatica in Erwägung zieht. Informatica unterstützt Unternehmen bei der Verwaltung ihrer Daten in der Cloud und vor Ort.

Das WSJ schrieb, dass der Deal bereits diese Woche bekannt gegeben werden könnte, sobald Salesforce seine Finanzergebnisse veröffentlicht. Es wäre ein bedeutender Deal, da Informatica eine Marktkapitalisierung von über 6,8 Milliarden US-Dollar hat.

Salesforce hat eine Geschichte von Großtransaktionen. Das Unternehmen erwarb Slack in einem 28 Milliarden Dollar teuren Deal, den einige Führungskräfte später bereuten.

Salesforce hat Tableau für 15,7 Milliarden US-Dollar, Mulesoft für 6,5 Milliarden US-Dollar und Demandware für 2,8 Milliarden US-Dollar übernommen. Weitere Übernahmen waren ExactTarget, ClickSoftware, Quip, Datorama und viele weitere Unternehmen.

Salesforce glaubt, dass diese Dienstleistungen dazu beitragen, sein Ökosystem auszubauen und seine Kunden besser zu bedienen. Beispielsweise hat die Übernahme von Tableau das Unternehmen nach Microsoft zum größten in der Business-Intelligence-Branche gemacht. Der Kauf von Slack hat es zu einem wichtigen Akteur in der Unternehmenskommunikation mit einem Marktanteil von fast 20 % gemacht.

Allerdings haben einige Analysten, darunter Third Point und Starboard, diesen Ansatz in Frage gestellt und argumentiert, dass Salesforce besser daran wäre, eigene Aktien zurückzukaufen.

Salesforce-Ergebnisse stehen bevor

Der nächste entscheidende Katalysator für den Salesforce-Aktienkurs werden die Geschäftsergebnisse sein, die für Mittwoch geplant sind.

Diese Zahlen werden Aufschluss darüber geben, ob die KI-Lösungen des Unternehmens, wie AgentForce, zu höheren Umsätzen führen.

Die jüngsten Ergebnisse zeigen, dass der Umsatz von 9,2 Milliarden US-Dollar im 4. Quartal 2024 auf 9,99 Milliarden US-Dollar im 4. Quartal 2025 gestiegen ist. Dieses Wachstum wurde durch das Abonnement- und Supportgeschäft getrieben, das über 9,45 Milliarden US-Dollar einbrachte. Der Nettogewinn belief sich auf 1,7 Milliarden US-Dollar, ein Anstieg gegenüber den vorherigen 1,65 Milliarden US-Dollar.

Salesforce gab für dieses Jahr eine Umsatzprognose zwischen 40,5 Milliarden US-Dollar und 40,9 Milliarden US-Dollar bekannt.

Analysten schätzen im Durchschnitt, dass Salesforce einen Umsatz von 9,75 Milliarden US-Dollar erzielen wird, ein Anstieg um 6,75 % gegenüber dem gleichen Quartal des Vorjahres. Sie erwarten außerdem einen Gewinn je Aktie von 2,55 US-Dollar, gegenüber 2,44 US-Dollar zuvor. Obwohl Salesforce in der Vergangenheit die Erwartungen verfehlt hat, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass das Unternehmen die Schätzungen übertreffen wird.

Anzeichen deuten darauf hin, dass Salesforce nach dem Rule-of-40-Ansatz leicht überbewertet ist. Das Unternehmen weist ein Umsatzwachstum von etwa 8 % und eine operative Marge von 21,6 % auf, was einem Rule-of-40-Wert von 29 % entspricht. Die Nettogewinnmarge liegt bei 16 %, wodurch der Rule-of-40-Wert auf 24 % sinkt.

Technische Analyse des Salesforce-Aktienkurses

Das Tageschart zeigt, dass der CRM-Aktienkurs Anfang des Jahres bei 366 US-Dollar ein Doppel-Top-Muster gebildet hat. Anschließend brach er am 13. Januar unter die Nackenlinie bei 313 US-Dollar.

Die Aktie ist unter das 38,2% Fibonacci-Retracement-Niveau sowie die 50-Tage- und 100-Tage-Exponential-Moving-Averages gefallen.

Daher ist das wahrscheinlichste Szenario, dass der Salesforce-Aktienkurs nach den Geschäftszahlen seinen Abwärtstrend fortsetzt. In diesem Fall wäre der nächste Punkt, den man im Auge behalten sollte, das April-Tief bei 230 US-Dollar, was einem Rückgang von 16 % gegenüber dem aktuellen Niveau entspricht. Ein Anstieg über den Widerstand bei 295 US-Dollar würde die bärische Sichtweise widerlegen.