Bitcoin stagniert unter 110.000 US-Dollar, da makroökonomische Ereignisse die Dynamik beeinträchtigen.

Bitcoin stagniert unter 110.000 US-Dollar, da makroökonomische Ereignisse die Dynamik beeinträchtigen.
Diya Poddar
28. Mai 2025, 14:40 PM
  • Santiment stellt eine abnehmende FOMO (Fear Of Missing Out) fest, da Einzelhandelsanleger vorsichtiger werden.
  • Reden der Trump-Familie auf der Bitcoin 2025 wecken Erinnerungen an vergangene Volatilität.
  • Die wichtigsten Unterstützungsniveaus liegen bei 102.000–105.000 US-Dollar, wobei sich Liquiditätscluster bei 106.000 und 111.000 US-Dollar befinden.

Die Kursentwicklung von Bitcoin ist seit über einer Woche ruhig geblieben und seit dem 23. Mai unter der Marke von 110.000 US-Dollar geblieben.

Nach einem starken ersten Halbjahr bewegt sich die weltweit größte Kryptowährung nun seitwärts und ist in einem engen Band zwischen 106.600 und 110.700 US-Dollar gefangen.

Bitcoin hat Mühe, einen klaren Aufwärtstrend zu etablieren, wobei jeder Versuch, die 110.000-Dollar-Marke zu überschreiten, abgeblockt wird.

Laut BitMonty, einem auf X viel beachteten Trader, könnte nur ein klarer Ausbruch über dieses Niveau eine neue Rallye auslösen und potenziell den Weg für Allzeithochs ebnen. Wiederholte Abweisungen könnten den Preis jedoch zurück in die Unterstützungszone bei 105.000 US-Dollar schicken.

Gleichzeitig kühlt sich die Stimmung in den Handelsforen ab. Die Marktforschungsplattform Santiment stellte fest, dass die FOMO (Fear Of Missing Out) unter Kleinanlegern nachgelassen hat.

Das Unternehmen erklärte auf X, dass angesichts der anhaltenden Preise in der Nähe von 110.000 US-Dollar die Euphorie dem Zweifel weicht, insbesondere da sich die Märkte entgegengesetzt zu den Erwartungen verhalten.

Unsicherheit bezüglich der Fed, Zölle und Inflation belasten die Stimmung der Anleger.

Die stagnierende Performance von Bitcoin wird auch von der allgemeinen wirtschaftlichen Unsicherheit beeinflusst. Anleger beobachten die Veröffentlichung von Makrodaten und geldpolitische Signale aufmerksam.

Die Protokolle der jüngsten Sitzung der Federal Reserve, die diese Woche veröffentlicht wurden, werden aufmerksam auf Hinweise zu zukünftigen Zinsschwankungen untersucht.

Obwohl die Fed die Zinssätze am 7. Mai unverändert ließ, wies Fed-Präsident Jerome Powell auf die von Präsident Donald Trump verhängten Zölle als eine potenzielle Quelle für Inflation und Unberechenbarkeit hin.

Dies geschieht im Vorfeld einer Reihe wichtiger Wirtschaftsdaten. Die erste Überarbeitung der BIP-Zahlen für das erste Quartal wird vor Ende Mai erwartet, zusammen mit dem Index der persönlichen Konsumausgaben (PCE) für April und den Daten zu den Arbeitslosenansuchen am 29. Mai.

Während steigende Anleiherenditen bereits die traditionellen Märkte erschüttern, spürt die Kryptowelt die Auswirkungen dieser vorsichtigen Stimmung.

Zu der vorsichtigen Stimmung trägt auch die Korrelation des Gesamtmarktes mit den Technologiewerten bei. Der Ertragsbericht von Nvidia, der für später in dieser Woche erwartet wird, könnte die Stimmung der Anleger erheblich beeinflussen.

Eine negative Überraschung bei den Geschäftsergebnissen könnte nicht nur die Aktienkurse treffen, sondern auch ein risikofreies Verhalten auf digitale Vermögenswerte wie Bitcoin ausweiten.

Trump-Effekt und Bitcoin-Konferenz 2025 lassen Erinnerungen an Volatilität aufkommen.

Ein weiterer Faktor, der die Positionierung der Händler beeinflusst, ist die laufende Bitcoin 2025 Konferenz in Las Vegas.

Während solche Veranstaltungen normalerweise die Aufmerksamkeit auf den Krypto-Sektor lenken, wird die diesjährige Ausgabe aufgrund der Teilnahme von Mitgliedern der Trump-Familie genauer beobachtet.

Historische Muster zeigen einen Zusammenhang zwischen prominenten Auftritten von Trump und erhöhter Bitcoin-Volatilität.

QCP Capital erinnerte Anleger in einer Telegram-Nachricht am 27. Mai an den starken Rückgang von Bitcoin um 30 % nach Donald Trumps Hauptrede bei der Veranstaltung in Nashville 2024. Damals stieg die implizite Volatilität für 1 Tag über 90, bevor sie sich schnell wieder umkehrte.

Obwohl die Firma die Wahrscheinlichkeit eines ähnlichen Einbruchs diesmal als gering einschätzt, stellte sie fest, dass die Markterinnerung an das Ereignis vom Juli 2024 immer noch ein vorsichtiges Positionierungverhalten beeinflusst.

Wichtige Unterstützungszonen bilden sich, wenn Liquiditätscluster wachsen.

Händler beobachten derzeit die Schlüsselkurse knapp unterhalb der aktuellen Kursentwicklung aufmerksam. Daan Crypto Trades, ein Trader mit über 300.000 Followern auf X, bemerkte, dass eine längere Konsolidierung um 110.000 US-Dollar zu einer Verdichtung der Liquiditätscluster führt.

Er sagte, es gebe eine starke Zone bei 106.000 Dollar und einen erkennbaren Widerstand ab 111.000 Dollar aufwärts.

Diese Niveaus könnten als Magnete für Kursbewegungen in die eine oder andere Richtung wirken, abhängig davon, ob der Momentum aufgebaut wird oder nicht.

Weiter unten wies Michael van de Poppe, Gründer von MN Capital, auf die Preisspanne von 102.000 bis 104.500 US-Dollar als kritische Unterstützung hin.

Der Verlust dieser Zone könnte das bullische Momentum dämpfen, während ein erfolgreicher Rücktest eine starke Basis für einen weiteren Ausbruchsversuch bestätigen könnte.

Während die fundamentalen Faktoren von Bitcoin unverändert bleiben, scheint die kurzfristige Kursentwicklung zwischen makroökonomischen Gegenwinden, technischem Widerstand und der Zögerei der Händler gefangen zu sein.

Solange einer dieser Faktoren nicht nachgibt, könnte Bitcoin weiterhin in diesem engen Bereich verharren und Anleger auf den nächsten Katalysator warten lassen.