Russische Zentralbank verteidigt ihre Politik, während die Ölvolatilität Herausforderungen darstellt.

Russische Zentralbank verteidigt ihre Politik, während die Ölvolatilität Herausforderungen darstellt.
Sayantan Sarkar
28. Mai 2025, 16:29 PM
  • Niedrige Ölpreise gefährden Russlands Haushalt, warnt die Zentralbank des Landes.
  • Die OPEC+ hat in den letzten Monaten das Ölangebot erhöht, was die Preise gedrückt hat.
  • Die globalen Ölpreise haben sich im letzten Monat um 60 US-Dollar pro Barrel bewegt.

Die russische Zentralbank verteidigte in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht ihre strenge Geldpolitik unter Berufung auf die niedrigen Ölpreise als ein großes Risiko und argumentierte, dass hohe Zinssätze trotz dieser wirtschaftlichen Herausforderung die Kreditvergabe reduziert und die Entinflation gefördert hätten.

Angesichts anhaltend hoher Inflation hat die Zentralbank dem seit Monaten wachsenden Druck auf eine Senkung der Zinskosten standgehalten, wie Reuters in einem Bericht mitteilte.

Diese Haltung hat dazu geführt, dass wichtige Unternehmen ihre Investitionspläne reduziert haben und die Regierung Bedenken hinsichtlich eines verlangsamten Wirtschaftswachstums geäußert hat.

Risiken durch die abkühlende Wirtschaft

Laut dem Bericht äußerte Wirtschaftsminister Maxim Reshetnikov am Montag Bedenken, dass die sich abkühlende Wirtschaft dem Risiko einer "Unterkühlung" ausgesetzt sei.

Er forderte die Zentralbank auf, bei der Festlegung der Zinssätze auf ihrem bevorstehenden Treffen am 6. Juni die Eindämmung der Inflation zu berücksichtigen.

Die Zentralbank erklärte in einer Überprüfung der Finanzstabilität, dass eine straffe Geldpolitik ein vorübergehendes, aber notwendiges Mittel ist, um einen nachhaltigen Rückgang der Inflation zu erreichen. Die Bank hat ihren Leitzins seit Oktober bei 21 % belassen.

Die jüngsten, erheblichen Steigerungen der Militärausgaben haben das Wirtschaftswachstum angekurbelt, aber auch die Inflation ausgelöst, was zu einer Überhitzung der Wirtschaft geführt hat.

Als Reaktion darauf hat die Zentralbank hohe Zinssätze eingeführt, um dies zu dämpfen.

Folglich verlangsamte sich das russische BIP-Wachstum im ersten Quartal auf 1,4 %, ein Rückgang gegenüber den 4,5 % des Vorquartals.

Die Bank räumte ferner die anhaltend schwierigen externen Bedingungen ein und verwies auf Risiken, die sich aus der Volatilität der globalen Märkte, Handelsstreitigkeiten und potenziellen Verschärfungen der Sanktionen gegen Moskau ergeben.

Sinkende Preise stellen weitere Herausforderungen dar.

Die Zentralbank warnte davor, dass weitere Preissenkungen bei Russlands Exportgütern, insbesondere Öl, ein erhebliches Risiko für das Land darstellen.

Solche Preissenkungen könnten zu geringeren Einnahmen für exportierende Unternehmen führen und sich folglich negativ auf den Staatshaushalt auswirken.

Die globalen Ölpreise haben sich im letzten Monat um 60 US-Dollar pro Barrel bewegt, hauptsächlich aufgrund von Bedenken hinsichtlich eines erhöhten Angebots.

Die Organisation der erdölexportierenden Länder (OPEC) und ihre Verbündeten, darunter Russland, haben sich entschieden, die Produktion im April, Mai und Juni zu erhöhen, und werden voraussichtlich auch das Angebot für Juli steigern.

Trotz potenzieller Risiken für die finanzielle Stabilität, die sich aus der aktuellen Lage ergeben, werden diese nach Ansicht der Bank durch Russlands beträchtliche Reserven und die geringe Verschuldung, die in Zeiten hoher Ölpreise aufgebaut wurden, gemildert.

Kreditrestrukturierung

Die Zentralbank meldete einen bemerkenswerten Anstieg der Kreditrestrukturierungsaktivitäten großer und mittelständischer russischer Unternehmen im Laufe des Monats März.

Dieser Anstieg an Restrukturierungen wurde von der Bank als ein vorübergehendes Phänomen bezeichnet, das nicht auf eine systemische Schwachstelle hindeutet.

Darüber hinaus versicherte die Finanzinstitution, dass die meisten dieser Unternehmen insgesamt robust seien und in der Lage seien, potenziellen Schwankungen und Risiken im Zusammenhang mit Zinsschwankungen effektiv standzuhalten.

Dies deutet darauf hin, dass die Zentralbank davon ausgeht, dass einige Unternehmen zwar in diesem Zeitraum eine Kreditstrukturierung vorgenommen haben, ihre grundlegende finanzielle Gesundheit jedoch intakt ist und sie gut positioniert sind, um ihre Schulden trotz potenzieller Veränderungen im Zinsumfeld zu bewältigen.