Warum Nvidia trotz starker Geschäftszahlen und eines Kursanstiegs von 5 % unter Beobachtung steht

Warum Nvidia trotz starker Geschäftszahlen und eines Kursanstiegs von 5 % unter Beobachtung steht
Vatsala Gaur
29. Mai 2025, 14:54 PM
  • Die Nvidia-Aktien stiegen nach einem starken Ergebnisbericht um 6,5 %, trotz eines Abschreibungsaufwands von 4,5 Milliarden Dollar für Lagerbestände.
  • US-Gesetzgeber äußerten Bedenken hinsichtlich der neuen Nvidia-Anlage in Shanghai.
  • Das Unternehmen steht inmitten des Technologiekonflikts zwischen den USA und China unter verstärkter Beobachtung.

Die Nvidia-Aktien stiegen am Donnerstag im vorbörslichen Handel stark an, nachdem der Chiphersteller solide Quartalsergebnisse veröffentlicht hatte, die die Erwartungen der Wall Street übertrafen.

Die Feierlichkeiten wurden jedoch durch erneute Kritik von US-Gesetzgebern abgeschwächt, die besorgt über Nvidias geplante Anlage in Shanghai, China, sind, wie aus einem Bericht des Wall Street Journal hervorgeht. Dies könnte die Zukunft des Unternehmens angesichts der sich verschärfenden geopolitischen Spannungen erschweren.

Die Nvidia-Aktien stiegen bis 8:26 Uhr New Yorker Zeit um mehr als 5 %, nachdem die Ergebnisse des ersten Quartals des Geschäftsjahres 2026 veröffentlicht wurden.

Das Unternehmen meldete einen Umsatz von 44,1 Milliarden US-Dollar, was einem Anstieg von 12 % gegenüber dem Vorquartal und einem Anstieg von 69 % gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres entspricht.

Analysten hatten eine schwächere Performance erwartet, und die positive Überraschung trug zu einer breiteren Rallye bei Halbleiteraktien weltweit bei.

Nvidia wertet Chipbestände im Wert von 4,5 Milliarden Dollar, die nicht nach China geliefert wurden, ab.

Trotz der insgesamt starken Ergebnisse von Nvidia gab das Unternehmen einen erheblichen Rückschlag aufgrund der US-Exportbeschränkungen nach China bekannt.

Das Unternehmen wertete H20-Chipbestände im Wert von 4,5 Milliarden Dollar ab, die nicht mehr an den chinesischen Markt geliefert werden konnten, und schätzte weitere 2,5 Milliarden Dollar an entgangenen Einnahmen.

Die Chips waren entwickelt worden, um den früheren US-Beschränkungen zu entsprechen, gerieten aber ins Netz der verschärften Sanktionen, die im April angekündigt wurden.

Dennoch meldete Nvidia einen Gewinn je Aktie von 0,81 US-Dollar nach nicht-GAAP-Standards, oder 0,96 US-Dollar, wenn man die lagerbezogenen Kosten ausklammert.

Die Ergebnisse festigen Nvidias Rolle als Vorreiter für den breiteren Halbleiter- und KI-Sektor weiter, wobei Unternehmen wie Tokyo Electron, SK Hynix, ASM International, BE Semiconductor Industries und ASML im Zuge des Berichts alle höher gehandelt wurden.

Politischer Gegenwind wegen der Anlage in Shanghai könnte die Aussichten trüben.

Während Anleger die Finanzergebnisse positiv bewerteten, stießen Nvidias Expansionspläne in China auf scharfe politische Gegenreaktionen.

In einem Brief, den das Wall Street Journal einsehen konnte, forderten die Senatorinnen und Senatoren Jim Banks aus Indiana und Elizabeth Warren aus Massachusetts den Nvidia-CEO Jensen Huang auf, Details über eine geplante Anlage in Shanghai bekannt zu geben, wie die Publikation berichtete.

In dem überparteilichen Schreiben wurde der Standort als potenzielles Risiko für die nationale und wirtschaftliche Sicherheit der USA bezeichnet.

Die Anlage "wirft erhebliche Fragen der nationalen und wirtschaftlichen Sicherheit auf, die einer eingehenden Prüfung bedürfen", hieß es in dem Schreiben.

Sie forderten Informationen über den Zeitplan, den Projektumfang und alle damit verbundenen finanziellen Anreize an.

In einer Stellungnahme zu dem Schreiben erklärte ein Nvidia-Sprecher, das Unternehmen "mietet lediglich neue Räumlichkeiten für bestehende Mitarbeiter an, die den Platz für die Rückkehr zur Arbeit nach Covid benötigen. Der Arbeitsumfang wird unverändert bleiben."

Das Unternehmen hat erklärt, dass keine fortschrittlichen Chipdesigns an die Anlage geschickt werden.

Zwischen Märkten und Regierungen gefangen

Nvidia steht weiterhin im Mittelpunkt des US-chinesischen Technologiekonflikts, da das Unternehmen versucht, den Zugang zu beiden wichtigen Märkten zu erhalten und gleichzeitig immer komplexere Exportbestimmungen einzuhalten.

Die Auslandsaktivitäten des Unternehmens werden von politischen Entscheidungsträgern genau beobachtet, die befürchten, dass fortschrittliche KI-Chips in militärischen Anwendungen oder von feindlichen Staaten eingesetzt werden könnten.

Die Aufsicht hat sich erst verstärkt, nachdem Nvidia kürzlich eine Vereinbarung getroffen hat, Chips an die Vereinigten Arabischen Emirate zu verkaufen, ein Geschäft, das aufgrund der Verbindungen der VAE zu China Bedenken bei US-Experten für nationale Sicherheit ausgelöst hat.

Letzte Woche kritisierte Huang die Exportbeschränkungen offen und bezeichnete sie als ineffektiv und kontraproduktiv, da sie Innovationsbemühungen in China behindern.

Während die Trump-Regierung ein härteres Vorgehen bei Hightech-Exporten nach China ankündigt, beobachten Investoren aufmerksam, ob Nvidia mit der Expansion in Shanghai fortfährt und wie das Unternehmen Chips entwickelt, die für den chinesischen Markt geeignet sind und die regulatorischen Grenzen einhalten.

Die zukünftigen Erträge des Unternehmens könnten davon abhängen, ob es den schmalen Grat zwischen kommerziellen Chancen und geopolitischer Compliance meistern kann.