USD/CAD-Prognose: Kanada bereitet sich auf Trumps 50%ige Stahltarife vor

USD/CAD-Prognose: Kanada bereitet sich auf Trumps 50%ige Stahltarife vor
Crispus Nyaga
01. Juni 2025, 07:21 AM
  • Das USD/CAD-Paar hat ein Todeskreuz-Muster gebildet.
  • Kanada wird am stärksten von Trumps Zöllen auf Stahl und Aluminium betroffen sein.
  • Technische Analysen deuten darauf hin, dass der kanadische Dollar weiter steigen könnte.

Der USD/CAD-Wechselkurs ist in diesem Jahr stark gefallen, da der US-Dollar-Index (DXY) von über 110 zu Beginn des Jahres auf 99 gefallen ist. Er sank vom 3. Februar von 1,4790 auf den aktuellen Stand von 1,3738.

Kanadische Wirtschaft durch Trumps Stahltarife gefährdet

Das USD/CAD-Paar gab am Freitag nach, da die Anleger weiterhin besorgt über die Handelsbeziehungen zwischen den USA und Kanada waren.

Diese Beziehungen könnten sich in diesem Monat verschlechtern, nachdem Trump mit der Einführung höherer Zölle auf importierten Stahl und Aluminium gedroht hat. Diese Zölle werden nun von derzeit 25 % auf 50 % erhöht, um die amerikanischen Stahlarbeiter zu schützen.

Analysten gehen davon aus, dass die chinesische Wirtschaft am stärksten betroffen sein könnte, da China der größte Lieferant der beiden Metalle an die USA ist. Kanada macht etwa ein Viertel aller US-Stahltarife und etwa die Hälfte des Aluminiumhandels aus.

Diese Zölle werden erhebliche Auswirkungen auf die kanadische Wirtschaft haben. Der Stahlsektor beschäftigt direkt über 23.000 Kanadier und indirekt 100.000, während der Aluminiumsektor Tausende weitere Arbeitsplätze bietet.

Analysten gehen davon aus, dass die kanadische Wirtschaft in diesem Jahr betroffen sein wird. Vergangene Woche veröffentlichte Daten zeigten, dass die Wirtschaft im ersten Quartal um 2,2 % wuchs, da Exporteure versuchten, den Tarifen zuvorzukommen.

In einer aktuellen Mitteilung haben Analysten des IWF die Prognose für die kanadische Wirtschaft gesenkt. Sie reduzierten die Wachstumsprognose um 0,6 % für dieses Jahr und um 0,4 % für 2026, unter Berufung auf die Auswirkungen von Zöllen. Sie erwarten ein Wachstum der Wirtschaft von 1,4 % und 1,6 % in diesen beiden Jahren.

Abweichung zwischen der Bank of Canada und der Fed

Der USD/CAD-Wechselkurs hat auf die anhaltende Divergenz zwischen der Fed und der Bank of Canada reagiert.

Die Bank of Canada hat in den letzten Monaten einen Zinssenkungskurs eingeschlagen und die Zinssätze von 5,5 % auf 2,75 % gesenkt. Im Mai wurde die Zinssenkung ausgesetzt, und die jüngsten starken BIP-Zahlen deuten darauf hin, dass eine erneute Pause im Juni möglich ist.

Die Federal Reserve hingegen hat trotz des wachsenden Drucks von Trump, die Zinssätze zu senken, in diesem Jahr den Status quo beibehalten. Trump argumentierte in einem Treffen im Weißen Haus letzte Woche direkt gegenüber Jerome Powell für Zinssenkungen.

Die Fed hat betont, dass sie die Zinssätze nicht senken wird, bevor sie nicht sieht, dass die Inflation auf das 2%-Ziel sinkt. Obwohl jüngste Daten einen Rückgang der Inflation zeigen, gehen Fed-Beamte davon aus, dass Zölle die Inflation wieder in die Höhe treiben werden.

Für die Zukunft wird der nächste wichtige Katalysator für das USD/CAD-Paar die Veröffentlichung der US-Beschäftigungsdaten (Nonfarm Payrolls, NFP) sein. Es wird auch auf jegliche Handelsentwicklungen zwischen den USA und Kanada reagieren.

Technische Analyse USD/CAD

Das Tageschart zeigt, dass der USD/CAD-Wechselkurs von seinem Jahreshoch von 1,4790 auf 1,3738 zurückgefallen ist. Er ist kürzlich unter die wichtige Unterstützung bei 1,4148 gefallen, dem Tiefststand vom 15. Februar.

Das Paar hat sogar ein Todeskreuz-Muster gebildet, da sich die 50-Tage- und 200-Tage-Exponential-Moving-Averages (EMA) überschnitten haben. Es ist unter die Unterstützung bei 1,3756 gefallen, dem niedrigsten Tief vom 7. Mai, und einem Niveau, an dem es ein Doppelboden-Muster gebildet hatte.

Daher wird das USD/CAD-Paar wahrscheinlich weiter fallen, da die Verkäufer das nächste Unterstützungsniveau bei 1,3600 anvisieren.