Bristol Myers CEO erklärt, warum er Milliarden für den BioNTech-Deal ausgibt

Bristol Myers CEO erklärt, warum er Milliarden für den BioNTech-Deal ausgibt
Wajeeh Khan
02. Juni 2025, 21:50 PM
  • Bristol-Myers kündigt eine 11 Milliarden Dollar schwere Krebs-Partnerschaft mit BioNTech an.
  • CEO Boerner bezeichnet das Team als die nächste neue Grenze in der Krebsbehandlung.
  • Er nannte drei triftige Gründe, warum sich Bristol-Myers für die Partnerschaft mit BNTX entschieden hat.

Bristol-Myers Squibb Co (NYSE: BMY) verzeichnet am Montag einen leichten Kursanstieg, nachdem das Unternehmen einen 11 Milliarden Dollar schweren Deal mit BioNTech SE (Nasdaq: BNTX) angekündigt hat, der darauf abzielt, die Krebsbehandlung zu revolutionieren.

Der Pharma-Gigant gab die Partnerschaft auf der ASCO, der weltweit größten Krebskonferenz in Chicago, bekannt. Trotz der heutigen Kursentwicklung liegen die BMY-Aktien mit etwa 25 % unter ihrem Jahreshoch.

Christopher Boerner, Vorstandsvorsitzender von Bristol Myers, nannte heute Morgen im Gespräch mit CNBC drei triftige Gründe für die bahnbrechende Zusammenarbeit mit dem in Deutschland ansässigen Unternehmen BioNTech.

1. Durchbruchswissenschaften zur Bekämpfung schwer zu behandelnder Tumore

Laut Christopher Boerner beruht das BioNTech-Abkommen auf dem Engagement des Unternehmens für eine Mission: die Bekämpfung einiger der schwierigsten soliden Tumore, bei denen die aktuellen Behandlungen versagen.

Die Zusammenarbeit wird sich auf Immuntherapien der nächsten Generation konzentrieren, insbesondere auf bispezifische Antikörper, die darauf abzielen, die Ergebnisse bei Krebsarten wie Lungenkrebs und dreifach-negativem Brustkrebs zu verbessern.

„Dies könnte die nächste neue Grenze in der Krebsbehandlung sein“, sagte Boerner gegenüber CNBC und fügte hinzu, dass Immunonkologie-Arzneimittel (IO) die Situation bei vielen Krebsarten zwar verändert haben könnten, aber eine dauerhafte Remission immer noch nur bei etwa 30 % der Patienten beobachtet werde.

Das bedeutet, dass eine große Anzahl von Patienten mit ungedeckten medizinischen Bedürfnissen übrig bleibt – Patienten, die Bristol Myers und BNTX erreichen wollen.

Im Mittelpunkt der angekündigten Zusammenarbeit steht ein vielversprechender Wirkstoffkandidat, der VEGF- und PD-L1-Hemmung in einem einzigen bispezifischen Molekül kombiniert und potenziell zu nachhaltigeren Wirkungen führen kann.

„Die wissenschaftlichen Erkenntnisse gefallen uns sehr gut“, bemerkte Boerner und bezeichnete den bispezifischen Ansatz als potenziellen Wendepunkt.

2. Strategische Positionierung für den First-Mover-Vorteil in Schlüsselmärkten

Über die wissenschaftlichen Aspekte hinaus geht es bei dem Deal auch darum, einen Wettbewerbsvorteil zu erlangen.

Boerner betonte in dem Interview die Bedeutung des Zeitpunkts in einem überfüllten Onkologiemarkt und sagte, dass er aus seiner Erfahrung in der Immuno-Onkologie gelernt habe, dass man "wenn man Wert in stark umkämpften Bereichen erzielen will, der Erste oder Zweite sein muss".

Laut dem Vorstandsvorsitzenden sind die Vermögenswerte von BioNTech gut positioniert, um als Frühstarter in mehreren hochpotenziellen Tumorarten zu fungieren.

Dieser Zeitpunkt könnte BMY den nötigen Fußhaken verschaffen, um den kommerziellen Erfolg sicherzustellen. Die bestehende Expertise des Unternehmens im Marketing und Vertrieb von Onkologieprodukten stärkt die Chancen, den Wert des Deals zu maximieren.

3. Auf das langfristige Wachstumspotenzial setzen

Die Partnerschaft mit BioNTech zielt nicht nur auf kurzfristige Ergebnisse ab, sondern Boerner sieht sie als langfristigen Wachstumsmotor für die Pharmaaktie im Laufe des Jahrzehnts.

Da einige der etablierten Immuntherapie-Produkte von BMS bald patentrechtlich geschützt sind, benötigt das Unternehmen neue Therapien, um zukünftige Einnahmen zu generieren. Diese Zusammenarbeit bietet dieses Potenzial, indem sie BioNTechs Spitzentechnologie mit BMYs Vermarktungsfähigkeiten verbindet.

„Dieser Deal gibt uns einen weiteren Wachstumstreiber, während wir dieses Jahrzehnt verlassen“, sagte Boerner. Da die Pipeline von BioNTech die Strategie von Bristol Myers ergänzt, könnte sich die Partnerschaft zu einem grundlegenden Element des Onkologiegeschäfts des Unternehmens entwickeln.

In einem Feld mit hohem Risiko und hohem Ertrag setzt BMY auf eine große Wette – aber mit einer klaren Vision, wohin sich Wissenschaft und Markt entwickeln. Bei Erfolg könnte die Partnerschaft die Krebsbehandlung neu gestalten und in Zukunft Milliarden an Renditen generieren.