Indiens Maruti Suzuki sieht keine unmittelbaren Auswirkungen durch das chinesische Verbot von Magneten aus Seltenen Erden.

Indiens Maruti Suzuki sieht keine unmittelbaren Auswirkungen durch das chinesische Verbot von Magneten aus Seltenen Erden.
Sayantan Sarkar
02. Juni 2025, 13:10 PM
  • Indische Automobilindustrie befürchtet Produktionsstopp aufgrund chinesischer Exportbeschränkungen für Magnete.
  • Neue Einfuhrverfahren erfordern die Genehmigung durch zwei Regierungen und Endverbrauchsbescheinigungen.
  • Diese neuen Verfahren schaffen bürokratische Hürden und potenzielle Verzögerungen.

Indiens führender Automobilhersteller, Maruti Suzuki, erklärte am Montag, dass die kürzlich von China verhängten Exportbeschränkungen für Neodym-Magneten, ein entscheidendes Bauteil in ihren Fahrzeugen, bisher keine unmittelbaren Störungen in ihrer Produktion verursacht haben.

Das Unternehmen erwähnte außerdem, dass es sich laut einem Bericht von Reuters derzeit mit der Regierung über dieses Thema in Gesprächen befindet.

Reuters berichtete letzte Woche unter Berufung auf mit den Gesprächen vertraute Quellen, dass die indischen Automobilhersteller den Regierungsbeamten ihre wachsenden Bedenken mitgeteilt haben, dass die anhaltenden Beschränkungen innerhalb weniger Tage zu einem Produktionsstopp führen könnten.

Diese dringende Warnung unterstreicht den prekären Zustand der Automobilindustrie, die auf einer komplexen und oft international vernetzten Lieferkette beruht.

Jede nennenswerte Störung, wie die erwähnten Einschränkungen, kann sich schnell durch den Produktionsprozess auswirken und zu Engpässen bei kritischen Komponenten führen.

Bedenken hinsichtlich des neuen Importprozesses

Indische Automobilhersteller haben erhebliche Bedenken hinsichtlich der Komplexität eines neu eingeführten Einfuhrverfahrens geäußert.

Dieser Prozess führt ein mehrstufiges Genehmigungssystem ein, das die Freigabe sowohl durch indische als auch chinesische Regierungsbehörden erfordert.

Darüber hinaus schreiben die Vorschriften die Vorlage bestimmter Unterlagen vor, insbesondere Endverbraucherbescheinigungen.

Diese Zertifikate müssen ausdrücklich besagen, dass die importierten Neodym-Magneten nicht für militärische Zwecke bestimmt sind.

Dieser komplexe Rahmen hat in der indischen Automobilindustrie Bedenken ausgelöst, da er zusätzliche bürokratische Hürden und potenzielle Verzögerungen bei der Beschaffung wichtiger Komponenten mit sich bringt.

Marutis Lagerbestände

Maruti erklärte, dass sie einen Importantrag bezüglich ihrer Lagerbestände und der potenziellen Auswirkungen auf die Produktion eingereicht haben.

Der Autohersteller merkte an, dass es schwierig sei, präzise Details anzugeben, bis sie eine Antwort auf ihren Antrag erhalten haben.

Rahul Bharti, leitender Geschäftsführer für Unternehmensangelegenheiten, sagte am Montag gegenüber Reportern:

Bei einem kürzlich stattgefundenen Branchenmeeting mit dem indischen Ministerium für Schwerindustrie in der vergangenen Woche gab Maruti an, dass es die Produktion eines seiner Automodelle möglicherweise Anfang Juni einstellen müsste, wenn das Problem mit der Magnetversorgung nicht schnell gelöst wird, so Reuters.

Chinas Dominanz

China verfügt über mehr als 90 % der weltweiten Verarbeitungskapazität für Magnete, die in verschiedenen Sektoren von Bedeutung sind, darunter saubere Energie, Haushaltsgeräte und Automobile.

Im April führte China Vorschriften ein, die Importgenehmigungen für diese Materialien vorschreiben.

Die Society of Indian Automobile Manufacturers hat die Behörden informiert, dass die Lagerbestände der Komponentenhersteller voraussichtlich bis Ende Mai erschöpft sein werden.

Folglich wird erwartet, dass die Automobilproduktion ab Anfang Juni zu einem "vollständigen Stillstand" kommt.

Indiens Minister für Schwerindustrie, HD Kumaraswamy, teilte am Montag Reportern mit, dass die Regierung plant, innerhalb der nächsten zwei bis drei Wochen eine Delegation von Branchenführern nach China zu entsenden.

Der Zweck dieser Reise ist es, Gespräche mit den chinesischen Behörden über das oben genannte Thema zu führen.

Die Automobilhersteller im Land bereiten sich darauf vor, neue Elektrofahrzeuge (E-Fahrzeuge) einzuführen, während sie gleichzeitig mit einem Rückgang der Verkäufe ihrer benzinbetriebenen Fahrzeuge zu kämpfen haben. Diese Kombination von Faktoren wirft Bedenken auf.

Trotz Bedenken hinsichtlich der Magnetversorgung geht Maruti Suzuki laut Bharti nicht von nennenswerten Verzögerungen beim Start seines ersten Elektrofahrzeugs in Indien, dem Elektro-SUV e-Vitara, an, der für dieses Jahr geplant ist.