Deutsche Bank hebt S&P 500-Prognose an: Hier ist der Grund

Deutsche Bank hebt S&P 500-Prognose an: Hier ist der Grund
Ananthu C U
03. Juni 2025, 20:32 PM
  • Die Deutsche Bank hat ihre Prognose für den S&P 500 auf 6.550 angehoben, was einem Anstieg von 10 % gegenüber dem aktuellen Niveau entspricht.
  • Die deutsche Bank verwies auf die TACO-Theorie, ein Akronym für „Trump gibt immer auf“.
  • Die Theorie besagt, dass Trump zwar enorme Zölle ankündigen wird, diese aber nach dem Druck der Wirtschaft wieder zurückgenommen werden.

Die Deutsche Bank hat ihr Jahresendziel für den S&P 500 deutlich angehoben.

Am 3. Juni 2025 hob der deutsche Bankenriesen seine Prognose auf 6.550 an, ein deutlicher Anstieg gegenüber dem vorherigen Ziel von 6.150.

Dies impliziert ein Plus von 10 % gegenüber dem Schlusskurs vom Montag.

Diese Aufwärtskorrektur positioniert die Deutsche Bank als eine der optimistischeren Stimmen inmitten einer breiteren Welle von Kurszielanhebungen durch andere große Brokerhäuser.

Die treibende Kraft hinter diesem erneuten Optimismus liegt in einer Neubewertung der Auswirkungen der Zölle und einem eigentümlichen Marktphänomen, das als "TACO-Handel" bekannt ist.

TACO-Handel verändert die Wahrnehmung

Die deutsche Bank unter der Leitung der Strategin Binky Chadha gab nach anfänglichen S&P 500-Zielsenkungen aufgrund von Zöllen eine bullische Einschätzung ab.

Ein Schlüsselfaktor für diese revidierte Einschätzung ist die zunehmende Verbreitung und die wahrgenommene Zuverlässigkeit dessen, was die Financial Times als "TACO-Trade" bezeichnete und später von der Wall Street aufgegriffen wurde – eine Abkürzung für "Trump zieht immer zurück".

Diese Theorie, die unter Anlegern an Anklang fand, besagt, dass Präsident Trump zwar häufig mit Zölldrohungen als Verhandlungstaktik droht, diese Maßnahmen aber tendenziell abschwächt oder zurücknimmt, wenn er mit erheblicher Markt- oder Wirtschaftsdruck konfrontiert wird.

Der Markt hat ein Muster beobachtet, bei dem anfängliche Zollankündigungen zu einem Einbruch führen, aber eine nachfolgende Deeskalation oder ein völliges "Nachgeben" der Regierung zu einer Erholung führt.

Chadha ist aufgrund dieses Trends nun der Ansicht, dass der "Tarif-Dämpfungseffekt" auf die Unternehmensgewinne deutlich geringer sein wird als ursprünglich befürchtet.

Sie schätzen die Auswirkungen auf nur etwa ein Drittel dessen, was sie zuvor einkalkuliert hatten, und haben ihre EPS-Schätzung für den S&P 500 für 2025 von zuvor 240 US-Dollar auf 267 US-Dollar deutlich erhöht.

Dies spiegelt die Annahme wider, dass die Regierung, falls sich negative Auswirkungen der Zölle tatsächlich einstellen, wahrscheinlich wieder "nachgeben" und den Schaden mindern wird.

Das ursprüngliche Ziel und die Zartstoffwolke

Im April 2025 hatte die Deutsche Bank eine vorsichtigere Haltung eingenommen und ihr S&P 500-Kursziel von einem noch höheren Wert von 7.000 auf 6.150 gesenkt.

Diese anfängliche Herabstufung war eine direkte Reaktion auf die wahrgenommenen negativen Folgen der neu angekündigten Zölle.

Die Analysten der Bank hatten ihre Schätzung für den Gewinn je Aktie (EPS) des S&P 500 für 2025 von 282 US-Dollar auf 240 US-Dollar deutlich gesenkt, da sie eine Verringerung der Unternehmensrentabilität aufgrund erhöhter Handelszölle erwarteten.

Die Befürchtung war, dass diese Zölle US-Unternehmen überproportional stark betreffen würden, was sich von den Importkosten bis hin zu den Exportumsätzen auswirken und das Wachstum im Ausland dämpfen könnte.

Über Zölle hinaus: widerstandsfähige Wirtschaft und Positionierung der Investoren

Über den TACO-Handel hinaus wird der Optimismus der Deutschen Bank durch eine widerstandsfähige Wirtschaft und eine günstige Anlegerpositionierung weiter gestärkt.

Der S&P 500 verzeichnete im Mai seinen stärksten monatlichen Anstieg seit November 2023, unterstützt nicht nur durch eine wahrgenommene Lockerung der Haltung in Bezug auf Zölle, sondern auch durch solide Unternehmensgewinne und positive Inflationsdaten.

Die Deutsche Bank argumentiert, dass die steigende Nachfrage nach Aktien bei verschiedenen Anlegertypen die Kurse wahrscheinlich in die Höhe treiben wird.

Sie stellen fest, dass diskretionäre Anleger derzeit neutral in Aktien positioniert sind, während systematische Strategien untergewichtet sind.

Dies deutet darauf hin, dass ein erheblicher Spielraum für eine Neupositionierung hin zu "mäßig übergewichtig" besteht, was weitere Käufe auslösen würde.

Es wird auch erwartet, dass die Rückkäufe von Aktien durch Unternehmen in solidem Tempo weitergehen werden, was auf gesunde Unternehmensgrundlagen und Vertrauen hindeutet.