China plant vor dem Besuch der EU-Führer ein großes Airbus-Abkommen, so ein Bericht.

China plant vor dem Besuch der EU-Führer ein großes Airbus-Abkommen, so ein Bericht.
Vatsala Gaur
04. Juni 2025, 09:29 AM
  • China könnte während des EU-Gipfels im Juli 200 bis 500 Airbus-Flugzeuge bestellen.
  • Das Geschäft könnte sowohl schmalrumpfige als auch breitflächige Flugzeuge umfassen, darunter die A330neo.
  • Boeing wird aufgrund von Handelsspannungen und Sicherheitsbedenken weiterhin in China ausgegrenzt.

China befindet sich in fortgeschrittenen Gesprächen über eine Großbestellung von Airbus-Flugzeugen, wobei ein Abkommen möglicherweise zeitlich mit einem hochrangigen diplomatischen Besuch europäischer Staats- und Regierungschefs im nächsten Monat zusammenfallen wird, wie Bloomberg unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtete.

Laut dem Bericht erwägen Verantwortliche eine Bestellung von 200 bis zu 500 Flugzeugen, die sowohl schmalrumpfige als auch breitflächige Modelle umfassen, darunter die A330neo.

Die Größe des endgültigen Abkommens ist noch unklar, und Quellen warnen davor, dass die Gespräche möglicherweise noch scheitern oder länger dauern könnten.

Airbus lehnte eine Stellungnahme ab, während die chinesische Luftfahrtbehörde auf Medienanfragen nicht reagiert hat.

Wenn der Deal 500 Flugzeuge umfasst, würde er zu den größten Auftragslagen für Düsenflugzeuge in der Geschichte der Luftfahrt gehören und Chinas bisher größten Auftrag darstellen.

Zum Vergleich: Air India gab 2023 eine bahnbrechende Bestellung über 470 Flugzeuge von Airbus und Boeing auf, während IndiGo im selben Jahr mit einer Rekordbestellung von 500 Flugzeugen des Typs Narrowbody bei Airbus folgte.

Strategischer Zeitpunkt für eine geopolitische Botschaft

Die geplante Verordnung wird voraussichtlich während eines Besuchs des französischen Präsidenten Emmanuel Macron und des deutschen Bundeskanzlers Friedrich Merz in Peking im Juli vorgestellt.

Der Zeitpunkt ist symbolisch bedeutsam: Die Staats- und Regierungschefs gedenken des 50-jährigen Jubiläums der diplomatischen Beziehungen zwischen der Europäischen Union und China.

Frankreich und Deutschland sind außerdem die beiden größten Aktionäre von Airbus.

Sollte das Geschäft zustande kommen, könnte Präsident Xi Jinping damit ein kalkuliertes Signal an Washington senden, wo sich Präsident Donald Trump auf eine weitere Amtszeit vorbereitet und beabsichtigt, die Handelsregeln mit China neu zu ordnen.

Airbus-Konkurrent Boeing Co. wurde in den letzten Jahren weitgehend von chinesischen Kommerzflugzeug-Deals ausgeschlossen, obwohl das Unternehmen der größte US-Exporteur ist.

Airbus profitiert von Boeings Rückschlägen

Peking hat seine Vorliebe für Airbus angesichts der anhaltenden Spannungen zwischen den USA und China sowie der eigenen Probleme von Boeing noch verstärkt.

Chinesische Regulierungsbehörden haben im April die Auslieferung von Boeing-Flugzeugen eingestellt.

Der Streit reicht bis in die erste Amtszeit der Trump-Regierung zurück und wurde durch die 737 Max-Krise noch verschärft, als China nach zwei tödlichen Abstürzen als erstes Land die Flugzeuge außer Betrieb setzte.

Ein weiterer Schaden entstand Anfang des Jahres, als ein Türstopfen während des Fluges an einem Boeing-Flugzeug herausbrach, was eine erneute Qualitätskrise und Ermittlungen auslöste.

Boeing hat seit mindestens 2017 keinen bedeutenden kommerziellen Auftrag aus China erhalten, während Airbus stetig Marktanteile gewonnen hat.

Im Jahr 2022 gab China eine Bestellung über rund 300 Airbus-Flugzeuge mit schmalem Rumpf im Wert von schätzungsweise 37 Milliarden US-Dollar ab.

Ein Schub für die Nachfrage nach Breitraumflugzeugen

Insidern zufolge könnten Breitraumflugzeuge einen prominenten Platz in der potenziellen Bestellung einnehmen, insbesondere da der Rückstand an Bestellungen für Flugzeuge mit zwei Gangwegen bei chinesischen Fluggesellschaften weiter schrumpft.

Der A330neo, Airbuses kleinster Langstreckenflieger, gilt als möglicher Kandidat für die Flottenmodernisierung.

Der Deal würde über Chinas staatliche Flugzeugbeschaffungsbehörde abgewickelt, die in der Regel im Namen der einheimischen Fluggesellschaften verhandelt.

Sollte die Bestellung bestätigt werden, würde dies Chinas wachsende Annäherung an europäische Luft- und Raumfahrtinteressen unterstreichen, obwohl die Beziehungen zu den USA weiterhin angespannt sind.