FCA hebt Verbot von Krypto-ETNs für Privatanleger auf, um die Wettbewerbsfähigkeit des britischen Marktes zu steigern

FCA hebt Verbot von Krypto-ETNs für Privatanleger auf, um die Wettbewerbsfähigkeit des britischen Marktes zu steigern
Vatsala Gaur
06. Juni 2025, 15:27 PM
  • Die britische FCA schlägt vor, Kleinanlegern den Kauf von kryptogebundenen börsengehandelten Schuldverschreibungen zu ermöglichen.
  • Der Schritt zielt darauf ab, die Wettbewerbsfähigkeit inmitten eines boomenden US-Krypto-ETF-Marktes zu steigern.
  • Für 2025 werden umfassendere regulatorische Reformen für digitale Vermögenswerte erwartet.

Die britische Financial Conduct Authority (FCA) hat vorgeschlagen, ihr langjähriges Verbot für Kleinanleger aufzuheben, börsengehandelte Produkte (ETPs) zu kaufen, die an Kryptowährungen gebunden sind.

Der Schritt ist Teil der Bemühungen, die britische Krypto-Wettbewerbsfähigkeit wiederzubeleben und den Markt besser an die Vereinigten Staaten anzupassen, wo Krypto-ETFs unter der Trump-Regierung an Popularität gewonnen haben.

Wenn die neuen Regeln umgesetzt werden, würden sie Kleinanlegern den Zugang zu börsengehandelten Schuldverschreibungen (ETNs) ermöglichen, die durch Kryptowährungen wie Bitcoin und Ether gedeckt sind, sofern sie an von der FCA zugelassenen Börsen notiert sind.

Diese Produkte waren bisher professionellen Anlegern vorbehalten, obwohl sie seit letztem Jahr an Handelsplätzen wie der Londoner Börse handelbar sind.

Der Druck des US-Marktes führt zu einem Politikwechsel

Das politische Umdenken der FCA kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Krypto-Anlageprodukte in den USA schnell an Bedeutung gewonnen haben.

Spot-Bitcoin-ETFs, die dort Anfang 2024 eingeführt wurden, verwalten heute ein Vermögen von über 130 Milliarden US-Dollar – eine Zahl, die die kombinierten 16 Milliarden US-Dollar, die von europäischen Krypto-ETPs verwaltet werden, in den Schatten stellt.

Diese Ungleichheit hat den Druck auf die britischen Regulierungsbehörden erhöht, Innovationen zu unterstützen und zu verhindern, dass das Land weiter zurückfällt.

Quelle: Bloomberg

"Diese Konsultation zeigt unser Engagement, das Wachstum und die Wettbewerbsfähigkeit der britischen Kryptoindustrie zu unterstützen", sagte David Geale, Executive Director of Payments and Digital Assets der FCA.

"Wir wollen unseren Risikoansatz neu ausbalancieren und den Menschen die Möglichkeit geben, selbst zu entscheiden, ob eine so risikoreiche Investition das Richtige für sie ist."

Das Verbot der FCA für den Zugang von Privatanlegern zu Krypto-Asset-Derivaten bleibt in Kraft.

Die veränderte Haltung der FCA in Bezug auf Kryptowährungen

Der Vorschlag stellt eine bemerkenswerte Abkehr von den bisherigen Botschaften der Regulierungsbehörde dar.

Im Jahr 2021 warnte die FCA Privatkunden, dass Investitionen in Kryptowährungen und verwandte Produkte zu einem finanziellen Totalverlust führen könnten.

"Die Investition in Kryptoassets oder damit verbundene Investitionen und Kreditvergaben ist in der Regel mit dem Eingehen sehr hoher Risiken mit dem Geld der Anleger verbunden. Wenn Verbraucher in diese Art von Produkten investieren, sollten sie darauf vorbereitet sein, ihr gesamtes Geld zu verlieren", hatte die FCA in einer düsteren Warnung gesagt.

Damals sagte die Aufsichtsbehörde, dass solche Investitionen zu riskant seien und nicht durch den Financial Ombudsman Service oder das Financial Services Compensation Scheme geschützt seien.

Während diese Warnungen weiterhin gültig sind, scheint die FCA nun eine Verschiebung hin zu signalisieren, um Kleinanlegern mehr Autonomie zu geben, wenn auch in vollem Bewusstsein der Risiken.

Umfassendere Regulierungsreform im Gange

Der Vorschlag ist Teil einer umfassenderen Anstrengung der britischen Regierung, ein umfassendes Regulierungssystem für digitale Vermögenswerte zu schaffen.

Finanzministerin Rachel Reeves sagte, das Land wolle ein "weltweit führender Anbieter von digitalen Vermögenswerten" werden, und betonte, dass die Regulierung Innovationen unterstützen und nicht behindern sollte.

Ein im April vorgestellter Gesetzesentwurf skizziert einen Rahmen, der Börsen, Broker und Krypto-Dienstleister in den regulatorischen Bereich einbeziehen würde.

Das Finanzministerium sagte, dass die bevorstehenden Regeln gegen böswillige Akteure vorgehen und legitimen Unternehmen einen klareren Weg zur Einhaltung der Vorschriften bieten würden.

Die Regulierungsbehörde hat ihre Krypto-Roadmap skizziert und kürzlich Vorschläge zu Stablecoins sowie anderen Aspekten des Regimes veröffentlicht.

Die Konsultation der FCA zur Aufhebung des Verbots von Einzelhandels-ETPs wird voraussichtlich noch in diesem Jahr abgeschlossen, wobei die endgültigen Regeln für 2025 erwartet werden.