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Europäische Märkte eröffnen: Aktien geben vor wichtigem Treffen zwischen den USA und China nach; Chinesische Handelsdaten enttäuschen

Europäische Märkte eröffnen: Aktien geben vor wichtigem Treffen zwischen den USA und China nach; Chinesische Handelsdaten enttäuschen
Deepali Singh
09. Juni 2025, 09:55 AM
  • Europäische Aktien (DAX -0,4%, CAC -0,1%, FTSE -0,1%) gaben am Montag im Vorfeld der Handelsgespräche zwischen den USA und China nach.
  • Die Anleger hoffen, dass die Gespräche nach einem vorübergehenden Waffenstillstand Mitte Mai zu einer dauerhaften Deeskalation führen.
  • Die jüngsten chinesischen Handelsdaten enttäuschten, wobei die Exporte in die USA im Jahresvergleich um über 34% einbrachen.

Die europäischen Aktienmärkte begannen die Woche am Montag mit einer etwas schwächeren Note, wobei die Anleger ein wenig Vorsicht walten ließen, da sie auf die mit Spannung erwarteten Handelsgespräche zwischen China und den Vereinigten Staaten warteten, die in London stattfinden sollen.

Von diesen Gesprächen erhofft man sich ein Ende des langjährigen und oft umstrittenen Handelsstreits zwischen den beiden globalen Wirtschaftsgiganten.

Gegen 03:15 ET (07:15 GMT) war der DAX-Index in Deutschland um 0,4 % gefallen, während der CAC 40 in Frankreich um 0,1 % nachgab und der FTSE 100 in Großbritannien um ähnliche 0,1 % fiel.

Dieser leichte Rückgang deutet auf eine abwartende Haltung der Marktteilnehmer im Vorfeld des wichtigen diplomatischen Engagements hin.

Diplomatie mit hohem Einsatz: USA und China treffen sich in London

Es wird erwartet, dass sich Vertreter der beiden größten Volkswirtschaften der Welt im Laufe der Sitzung in der britischen Hauptstadt treffen werden.

Dieses Treffen gewinnt an Bedeutung, da es weniger als eine Woche nach einem seltenen, direkten Telefonat zwischen dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping und US-Präsident Donald Trump stattfindet.

Präsident Trump kündigte am Freitag an, dass Finanzminister Scott Bessent die US-Delegation leiten wird.

Das chinesische Außenministerium bestätigte am Montag seine Teilnahme an diesen hochrangigen Handelsgesprächen.

Die Anleger hoffen, dass diese Gespräche zu einer nachhaltigeren Deeskalation im Handelskonflikt zwischen den USA und China führen werden.

Dies folgt auf ein vorübergehendes Abkommen von Mitte Mai, in dem sich beide Seiten darauf einigten, ihre jeweiligen Handelszölle zu senken, wenn auch für einen begrenzten Zeitraum.

Es gibt bereits einige zaghafte Anzeichen für eine Entspannung der Spannungen.

So hat beispielsweise der US-Luft- und Raumfahrtriese Boeing (NYSE:BA) Berichten zufolge die Auslieferung neuer Flugzeuge an chinesische Kunden wieder aufgenommen, nachdem er diese im April gestoppt hatte, als beide Länder die Zölle gegeneinander erhöhten.

Wirtschaftliches Umfeld: Chinesische Handelsdaten enttäuschen nicht, europäische Inflation im Fokus

Während der Kalender der Wirtschaftsdaten in Europa am Montag relativ dünn ist, zeichneten die jüngsten Handelszahlen aus China ein schwieriges Bild.

Das Wachstum der chinesischen Exporte blieb hinter den Erwartungen zurück, und insbesondere die chinesischen Exporte in die USA brachen im Vergleich zum Vorjahr um über 34 % ein.

Auch die Importe nach China schrumpften deutlich stärker als von Analysten prognostiziert.

Zu den Sorgen kam hinzu, dass die chinesische Verbraucherinflation den vierten Monat in Folge schrumpfte, wenn auch etwas weniger als erwartet. Die Erzeugerinflation in China ging jedoch stärker zurück als erwartet.

Mit Blick auf die Zukunft in Europa stehen Ende der Woche die regionalen Inflationsdaten an.

Dies wird genau beobachtet werden, insbesondere nachdem die Europäische Zentralbank letzte Woche nach ihrer Zinssenkung angedeutet hat, dass sie sich dem Ende ihres aktuellen Lockerungszyklus nähert, was darauf hindeutet, dass eine weitere Senkung im Juli unwahrscheinlich ist.

Unternehmensfokus: Tesla bleibt inmitten der Fehde zwischen Musk und Trump im Rampenlicht

Da die Berichtssaison für europäische Unternehmen weitgehend abgeschlossen ist, dürfte der Fokus der einzelnen Aktien weiterhin auf Unternehmen liegen, die empfindlich auf die globale Stimmung und bestimmte Nachrichtenereignisse reagieren.

Tesla (NASDAQ:TSLA) ist nach wie vor ein interessanter Punkt, was zum Teil auf die anhaltende öffentliche Fehde zwischen seinem CEO Elon Musk und Präsident Trump zurückzuführen ist.

Trotz der jüngsten Volatilität hat Morgan Stanley sein "Overweight"-Rating für den Elektrofahrzeughersteller beibehalten und sieht ein Aufwärtspotenzial von fast 39% gegenüber dem Schlusskurs der Aktie am Freitag.

Der Aktienkurs von Tesla war in der vergangenen Woche um fast 15% gefallen, da sowohl Musk als auch Trump sich in den sozialen Medien persönlich angegriffen hatten.

Morgan Stanley erklärte jedoch in einer Forschungsnotiz: "Obwohl die Emotionen hochkochen, sind wir nicht davon überzeugt, dass sich die längerfristigen Vektoren, die den Wert der Aktie bestimmen, geändert haben."

Ölpreise geben nach, halten aber an Wochengewinnen fest

Die Ölpreise gaben am Montagmorgen nach, konnten aber den größten Teil der in der Vorwoche erzielten Gewinne halten.

Die Händler beobachten aufmerksam alle Nachrichten, die sich aus den Handelsgesprächen zwischen den USA und China in London ergeben.

Um 03:15 Uhr ET rutschten die Brent-Futures um 0,5 % auf 66,14 $ pro Barrel ab, und die US-Rohöl-Futures der Sorte West Texas Intermediate fielen um 0,4 % auf 64,30 $ pro Barrel.

Die Aussicht auf ein Handelsabkommen zwischen den USA und China hat in letzter Zeit die Risikobereitschaft einiger Anleger gesteigert und die Ölpreise gestützt, da man hoffte, dass eine Lösung das Wirtschaftswachstum und damit die Energienachfrage ankurbeln würde. Brent-Rohöl stieg um 4 %, und WTI legte letzte Woche um über 6 % zu und verzeichnete damit den ersten Wochengewinn seit drei Wochen.