Mexiko steht vor wegweisender Kartellentscheidung, die Google Millionen kosten könnte

Mexiko steht vor wegweisender Kartellentscheidung, die Google Millionen kosten könnte
Noris Soto
10. Juni 2025, 17:06 PM
  • Die mexikanische Kartellbehörde wird bis zum 17. Juni entscheiden, ob Google ein illegales Monopol geschaffen hat.
  • Ein Urteil gegen Google könnte zu einer Geldstrafe von bis zu 8 % des mexikanischen Jahresumsatzes führen.
  • Der Fall folgt auf eine vierjährige Untersuchung und könnte eine stärkere Durchsetzung gegen Tech-Giganten in LATAM signalisieren.

Es wird erwartet, dass die mexikanische Föderale Wettbewerbskommission (Cofece) bis zum 17. Juni eine Entscheidung in einem hochkarätigen Kartellverfahren gegen Google treffen wird, wie aus dem juristischen Kalender der Behörde hervorgeht, wie aus einem Reuters-Bericht hervorgeht.

Wenn Cofece feststellt, dass der Tech-Riese monopolistische Praktiken anwendet, könnte Google mit einer Geldstrafe von bis zu 8 % seines Jahresumsatzes in Mexiko belegt werden – die nach mexikanischem Wettbewerbsrecht zulässige Höchststrafe.

Während Alphabet Inc., die Muttergesellschaft von Google, keine spezifischen Umsatzzahlen für Mexiko bekannt gibt, erwirtschaftete das Segment "Other Americas", das ganz Lateinamerika umfasst, im Jahr 2024 20,4 Milliarden US-Dollar.

Eine Strafe auf der Grundlage der mexikanischen Aktivitäten von Google könnte sich daher auf mehrere zehn Millionen Dollar belaufen, abhängig von seinem Marktanteil und seinen Einnahmen im Land.

Das Urteil könnte einen bedeutenden Präzedenzfall für die Durchsetzung des digitalen Wettbewerbs in Lateinamerika darstellen.

Endspiel in einer langwierigen Untersuchung

Das Urteil ist der Abschluss einer über vierjährigen Untersuchung, die im Jahr 2020 begann, als Cofece eine Untersuchung der Dominanz von Google auf dem digitalen Werbemarkt einleitete.

Der Fall ging 2023 in die Gerichtsphase, in der die Behörde das Unternehmen formell vorlud, um seine Verteidigung vorzutragen.

Eine abschließende mündliche Anhörung fand am 20. Mai statt, wie aus den von Cofece veröffentlichten Falldokumenten hervorgeht, was darauf hindeutet, dass eine Entscheidung unmittelbar bevorsteht.

Während des Verfahrens erhielt Cofece von der mexikanischen Steuerbehörde SAT Finanzdaten über die lokalen Aktivitäten von Google, um das Marktverhalten des Unternehmens zu bewerten.

Die Regulierungsbehörde wirft Google vor, seine marktbeherrschende Stellung zu missbrauchen, um den Wettbewerb in der digitalen Werbung zu unterdrücken, obwohl die konkreten Vorwürfe nicht öffentlich bekannt gegeben wurden.

Der Fall steht im Einklang mit einer breiteren globalen Prüfung des Werbegeschäfts von Google, die in den USA, Europa und anderen Ländern zu behördlichen Maßnahmen geführt hat.

Wenn Cofece gegen das Unternehmen vorgeht, droht ihm eine Strafe in Höhe von mehreren Millionen Dollar und ein erhöhter regulatorischer Druck in der gesamten Region.

Die Optionen von Google

Wenn die Cofece gegen Google entscheidet, kann das Unternehmen eine einstweilige Verfügung beantragen.

Dies würde die Vollstreckung des Urteils vorübergehend stoppen, während ein spezialisiertes Kartellgericht den Fall prüft.

Dieser Prozess könnte Monate oder sogar Jahre dauern, aber Cofece wäre immer noch in der Lage, seine Ergebnisse zu verkünden.

Dieser Fall wird die mexikanischen Wettbewerbsbehörden auf die Probe stellen, da sie in der Vergangenheit nur sehr wenige Geldstrafen gegen große globale Technologieunternehmen verhängt haben.

Im Jahr 2022 verhängte die Cofece eine Geldstrafe von über 126 Millionen US-Dollar gegen eine Gruppe von Flüssiggashändlern wegen Preisabsprachen, eine der bisher höchsten Strafen.

Sollte der Fall Google zu einer ähnlichen oder höheren Geldstrafe führen, würde dies einen neuen Präzedenzfall für die Tech-Regulierung im Land schaffen und wahrscheinlich internationale Aufmerksamkeit erregen.

Breitere Spannungen und politische Unterströmungen

Obwohl die Kartellklage vordergründig anders ist, findet sie vor dem Hintergrund der eskalierenden Spannungen zwischen Google und der mexikanischen Bundesregierung statt.

Präsidentin Claudia Sheinbaum hat das Unternehmen kürzlich in einem separaten Gerichtsverfahren wegen der Kennzeichnung des Golfs von Mexiko durch Google Maps gerügt.

Ihre Regierung behauptet, dass die Umbenennung des Gewässers in "Golf von Amerika" für US-Kunden die Macht des Unternehmens übersteigt.

In der Zwischenzeit haben Politiker der regierenden Morena-Partei Cofece häufig aufgefordert, die seit langem andauernde Untersuchung der Geschäftstätigkeit von Google abzuschließen, was auf ein politisches Interesse an einer erfolgreichen Lösung hindeutet.