Der Aktienkurs von Rheinmetall ist gestiegen: Darum könnte er bald abstürzen

Der Aktienkurs von Rheinmetall ist gestiegen: Darum könnte er bald abstürzen
Crispus Nyaga
11. Juni 2025, 11:05 AM
  • Der Aktienkurs von Rheinmetall ist in den letzten Tagen zurückgegangen.
  • Die Aktien haben ein steigendes Keil-Chartmuster gebildet.
  • Die Aktie könnte in den nächsten Wochen eine Mean Reversion erleben.

Der Aktienkurs von Rheinmetall gehörte in den vergangenen Jahren zu den Top-Gewinnern im DAX, was auf die zunehmenden geopolitischen Herausforderungen zurückzuführen ist, die zu höheren Verteidigungsausgaben geführt haben.

Zu Beginn der Pandemie erreichte er im Jahr 2020 seinen Tiefpunkt bei 54,95 € und stieg dann auf ein Rekordhoch von 1.945 €. Dieser Anstieg hat die Marktkapitalisierung auf über 78 Mrd. € oder 90 Mrd. $ erhöht.

Rheinmetall schließt die Bewertungslücke zu einigen amerikanischen Wettbewerbern. Zum Beispiel hat Lockheed Martin eine Marktkapitalisierung von 110 Milliarden US-Dollar. Es hat bereits Unternehmen wie General Dynamics und Northrop Grumman überholt.

Warum der Aktienkurs von Rheinmetall in die Höhe geschnellt ist

Rheinmetall ist ein deutsches Rüstungsunternehmen, das verschiedene Artikel wie gepanzerte Fahrzeuge, Artillerie, Treibladungen, Kanonen und Luftverteidigungssysteme für Boden-, Luft- und Seestreitkräfte herstellt.

Die Aktie ist in den letzten Jahren sprunghaft angestiegen, was auf die wachsenden geopolitischen Probleme zurückzuführen ist. Nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine im Jahr 2022 stieg der Lagerbestand sprunghaft an, was zu einer hohen Nachfrage nach Ausrüstung, einschließlich Artillerie, führte.

Es gibt andere geopolitische Probleme, auch im Nahen Osten, wo Israel gegen Hamas und Hisbollah kämpft. Die Spannungen zwischen Israel und dem Iran bestehen trotz der laufenden Gespräche mit den Vereinigten Staaten weiterhin.

Das größte geopolitische Risiko wird zwischen den Vereinigten Staaten und China bestehen, wenn diese in den nächsten Jahren in Taiwan einmarschieren. Infolgedessen haben die Länder ihre Ausgaben erhöht, um sich auf diese Risiken vorzubereiten.

Der Aktienkurs von Rheinmetall ist auch aufgrund der jüngsten Parlamentsabstimmung in Deutschland gestiegen, die die Staatsausgaben in die Höhe getrieben hat. Der größte Teil dieser Mittel geht an Rüstungsunternehmen, von denen RHM der größte ist. Auch andere europäische Unternehmen haben ähnliche Deals abgeschlossen.

Die Ergebnisse zeigen einen Anstieg des Rückstands

All dieser Rückenwind hat zu starken Ergebnissen und Auftragsbestand geführt. Die jüngsten Ergebnisse zeigen, dass der Umsatz von Rheinmetall in den ersten drei Monaten des Jahres um 46% gestiegen ist. Dies ist ein starkes Umsatzwachstum, das vor allem bei neuen Technologieunternehmen üblich ist.

Das Unternehmen erzielte im Quartal einen Umsatz von 2,3 Milliarden Euro, während das Betriebsergebnis um 49 % auf 199 Millionen Euro stieg.

Der Auftragsbestand, die wichtigste Kennzahl, stieg auf 63 Milliarden Euro, eine bemerkenswerte Zahl, da das Unternehmen im Jahr 2023 einen Auftragsbestand von 38,3 Milliarden Euro hatte.

Das Unternehmen wuchs, da sich der Umsatz mit Fahrzeugsystemen nahezu verdoppelte, während der Umsatz mit Waffen und Munition mit 600 Millionen Euro ein Rekordhoch erreichte.

Das Unternehmen erwartet nun, dass der Jahresumsatz in diesem Jahr um 25 % bis 30 % steigen wird und die Betriebsergebnismarge bei etwa 15,5 % liegen wird.

Das Risiko besteht jedoch darin, dass Rheinmetall mit einem KGV von über 100 stark überbewertet ist. Obwohl das Geschäft wächst, bedeutet diese Bewertung, dass die Aktie wahrscheinlich eine gewisse Neugewichtung durchlaufen wird, wenn die jüngste Dynamik nachlässt.

Kursanalyse der Rheinmetall-Aktie

Das Tages-Chart zeigt, dass der Kurs der Rheinmetall-Aktie einen Höchststand von 1.940 € erreicht hat und nun auf aktuell 1.700 € zurückgefallen ist.

Ein genauerer Blick auf die Aktie zeigt, dass sie ein steigendes Keilmuster gebildet hat, das aus zwei aufsteigenden und konvergierenden Trendlinien besteht. Diese Konvergenz hat bereits stattgefunden, was erklärt, warum sie abgestürzt ist.

Die Aktie hat sich über die 100- und 200-Tage-EMA (Exponential Moving Averages) bewegt. Er liegt weiterhin 26% über dem 100-Tage-EMA und 60% über dem 200-Tage-EMA.

Daher besteht die Wahrscheinlichkeit, dass die RHM-Aktie eine Mean Reversion durchläuft, eine Situation, in der ein Vermögenswert wieder auf den historischen Durchschnitt zurückkehrt.