EU-Nuklearambitionen: Investitionsziele von 278 Milliarden US-Dollar zur Kapazitätssteigerung bis 2050

EU-Nuklearambitionen: Investitionsziele von 278 Milliarden US-Dollar zur Kapazitätssteigerung bis 2050
Sayantan Sarkar
13. Juni 2025, 11:13 AM
  • Die Europäische Kommission schätzt, dass Investitionen in Höhe von 241 Mrd. EUR für den Ausbau der Kernenergie in der EU erforderlich sind.
  • Neue Finanzierungsinstrumente sind erforderlich, um die finanziellen Risiken für private Investoren zu mindern.
  • Ziel ist es, die Kernkraftkapazität der EU von derzeit 98 GW bis 2050 auf 109 GW zu erhöhen.

Die Europäische Kommission kündigte am Freitag an, dass die Länder der Europäischen Union Investitionen in Höhe von 241 Milliarden Euro für den Ausbau der Kernenergie benötigen werden.

Die Kommission erklärte laut einem Bericht von Reuters auch, dass neue Finanzierungsinstrumente notwendig seien, um die erheblichen finanziellen Risiken für private Investoren zu mindern.

Erweiterung von Kapazität und Lebensdauer

Der Entwurf einer Analyse des Investitionsbedarfs für den Kernenergiesektor der Kommission, der am Freitag veröffentlicht werden soll, deutet darauf hin, dass die EU-Länder ihre Kernkraftkapazität bis 2050 auf 109 Gigawatt erhöhen wollen.

Dies stellt eine Steigerung gegenüber derzeit 98 GW dar.

Diese Initiativen zielen speziell auf den Ausbau und die Instandhaltung der Kernenergieinfrastruktur ab und erkennen ihr Potenzial als zuverlässige, kohlenstoffarme Energiequelle an.

Die vorgeschlagenen Investitionen werden auf erstaunliche 205 Milliarden Euro geschätzt, die für den Bau neuer Kernkraftwerke aufgewendet werden.

Diese beträchtliche Summe spiegelt die hohen Investitionen wider, die mit der Entwicklung fortschrittlicher Reaktortechnologien und der Errichtung neuer Anlagen verbunden sind, einschließlich der Standortvorbereitung, des komplexen Engineerings und der langen Bauzeiten.

Diese neuen Anlagen sollen die bestehenden Stromerzeugungskapazitäten erheblich erweitern und so zur nationalen Energiesicherheit und zur Eindämmung des Klimawandels beitragen.

Neben dem Aufbau neuer Kapazitäten ist ein erheblicher Zufluss von 36 Milliarden Euro für die Verlängerung der Betriebsdauer bestehender Kernreaktoren vorgesehen.

Diese Investition ist von entscheidender Bedeutung, um die Rendite der bereits eingesetzten Anlagen zu maximieren und eine stabile, ununterbrochene Stromversorgung während der Entwicklung neuer Anlagen zu gewährleisten.

Finanzierung

Programme zur Verlängerung der Lebensdauer umfassen in der Regel umfassende Wartung, Komponenten-Upgrades und Sicherheitsverbesserungen, um sicherzustellen, dass diese Anlagen über ihre ursprüngliche Lebensdauer hinaus sicher und effizient betrieben werden.

Der Entwurf sieht vor, dass diese monumentalen Investitionen aus einer Kombination aus öffentlichen und privaten Mitteln finanziert werden.

Diese Zusammenarbeit zielt darauf ab, sowohl öffentliche Ressourcen als auch Fachwissen und Kapital des Privatsektors zu nutzen, um die rechtzeitige und effiziente Durchführung dieser kritischen Energieinfrastrukturprojekte zu erleichtern.

Etwa 24 % des Stroms in der EU wurden im vergangenen Jahr durch Kernkraft erzeugt.

Die Kommission erklärte, dass zusätzliche Finanzinstrumente erforderlich seien, um private Investoren anzuziehen, die von den Risiken und erheblichen Vorlaufkosten abgeschreckt werden, die mit den jüngsten europäischen Nuklearprojekten verbunden sind, bei denen es zu Budgetüberschreitungen und erheblichen Verzögerungen gekommen ist.

Er stellte fest, dass eine fünfjährige Verzögerung bei geplanten neuen Projekten deren geschätzte Kosten bis 2050 um weitere 45 Milliarden Euro erhöhen würde.

Die Kommission wurde in dem Bericht mit den Worten zitiert:

Die nukleare Spaltung der EU

Unter den EU-Ländern herrscht seit langem Uneinigkeit über die Förderung der Kernenergie zur Erreichung der CO2-Emissionsziele.

Die Debatte wird vor allem von Frankreich befeuert, wo die Kernenergie die wichtigste Stromquelle ist, und von Deutschland, das sich zuvor unter früheren Regierungen dagegen ausgesprochen hatte.

Folglich wurde es in der Energiepolitik der EU im Allgemeinen vermieden, die Kernenergie mit spezifischen Anreizen oder Zielen hervorzuheben. Darüber hinaus sind im EU-Haushalt keine Mittel für den Bau neuer Kernkraftwerke vorgesehen.

Ein 500 Millionen Euro schweres Pilotprogramm für Stromabnahmeverträge, das für Nuklearprojekte offen ist, wird von der Europäischen Investitionsbank und der Kommission initiiert, heißt es in dem Entwurfsdokument.

Von den 27 EU-Mitgliedstaaten betreiben derzeit zwölf Kernreaktoren, wobei Frankreich über die größte Flotte verfügt. Die Slowakei und Ungarn sind dabei, neue Reaktoren zu bauen.

Unterdessen wollen Länder wie Polen ihre ersten Atomkraftwerke entwickeln.