Trüben die Finanzrisiken und die "goldene Aktie" die Aussichten der Anleger auf den US-Stahldeal von Nippon Steel?

Trüben die Finanzrisiken und die "goldene Aktie" die Aussichten der Anleger auf den US-Stahldeal von Nippon Steel?
Vatsala Gaur
16. Juni 2025, 12:37 PM
  • Nippon Steel wird 14 Milliarden US-Dollar in den USA investieren, wobei 11 Milliarden US-Dollar bis 2028 geplant sind, was Finanzierungsbedenken aufkommen lässt.
  • Die US-Regierung wird eine "goldene Aktie" halten, die ihr Einfluss auf wichtige Entscheidungen und die Besetzung von Vorständen gibt.
  • Die Aktionäre sind weiterhin misstrauisch, was die Transaktionskosten, die Rechenschaftspflicht der Führungskräfte und eine mögliche Verwässerung des Eigenkapitals angeht.

Die lange verzögerte Fusion von Nippon Steel mit US Steel hat ein schwieriges Kapitel in der industriellen Geschäftsgestaltung abgeschlossen, aber einige Investoren von Nippon Steel sind weiterhin besorgt darüber, wie der japanische Riese die Akquisition und die geplanten Investitionen finanzieren wird.

Die "goldene Aktie" oder der Anteil, der für die US-Regierung an dem kombinierten Unternehmen vorgesehen ist, hat auch dazu geführt, dass sich einige Anleger Sorgen über das Ausmaß der Kontrolle machen, die die Regierung über das Unternehmen haben kann.

Die "goldene Aktie" gibt der Regierung ein Mitspracherecht bei wichtigen Entscheidungen und die Möglichkeit, Vorstandsmitglieder zu ernennen – ein ungewöhnlicher Schritt außerhalb von Rettungsaktionen.

Die Aktien von Nippon Steel stiegen am Montag im frühen Handel in Tokio um bis zu 5%, bevor sie sich bei 2,4% einpendelten, da die Anleger vorsichtig bleiben.

Zum Handelsschluss am Montag hatte sich der Gewinn auf nur 1,5% reduziert.

"Die Anleger haben die Lösung der Unsicherheit rund um den Deal begrüßt", sagte Shinichiro Ozaki, Senior Analyst bei Daiwa Securities, in einem Reuters-Bericht.

"Insgesamt erscheint die Vereinbarung sowohl in Bezug auf die Investitionsgröße als auch auf den Zeitrahmen relativ vernünftig", sagte er und wies darauf hin, dass die Akquisition von zentraler Bedeutung für die mittel- bis langfristige Wachstumsstrategie von Nippon Steel ist.

Die Besorgnis der Anleger über die Finanzierungsstrategie hält an

Im Rahmen der Vereinbarung wird Nippon Steel in den nächsten Jahren 14 Milliarden US-Dollar investieren, davon rund 11 Milliarden US-Dollar bis 2028.

Eine wichtige kurzfristige Sorge der Investoren in den japanischen Stahlhersteller ist die Finanzierung der Barakquisition und der deutlich gestiegenen Investitionsverpflichtungen, die sich nun über die Modernisierung bestehender Anlagen und den Bau eines neuen Stahlwerks erstrecken.

"Im Moment sind die Hauptbedenken die Höhe der Investition, wie sie finanziert wird und über welchen Zeitraum sich die Investition amortisieren wird, was alles vage bleibt", sagte Ryunosuke Shibata, Analyst bei SBI Securities Co. in einem Bloomberg-Bericht.

Er fügte hinzu, dass es unwahrscheinlich sei, dass das Unternehmen den vollen Betrag durch Schulden finanzieren werde, angesichts der Auswirkungen auf die Kreditratings und der derzeit hohen US-Zinssätze.

Shibata schätzte, dass das Unternehmen bis zu 1 Billion Yen (etwa 6,9 Milliarden US-Dollar) an Eigenkapital aufbringen könnte, um die Akquisition und die damit verbundenen Investitionen zu unterstützen.

Ozaki sagte jedoch, dass das Risiko einer Kapitalerhöhung zwar nicht vollständig zurückgegangen sei, aber möglicherweise weniger schwerwiegend sei als erwartet.

Deal-Prämie und die "goldene Aktie" der Regierung stehen ebenfalls unter dem Visier der Anleger

Nippon Steel zahlt 55 $ pro Aktie für US Steel, was einem Aufschlag von 142% auf den Marktpreis des Zielunternehmens entspricht, bevor der Deal im vergangenen Jahr angekündigt wurde.

Kritiker haben argumentiert, dass die Prämie überzogen sei und den Shareholder Value gefährde, insbesondere angesichts der steigenden Kosten der versprochenen Investitionen.

Der aktivistische Investor 3D Investment Partners hat die Aktionäre aufgefordert, gegen die Wiederernennung der Top-Führungskräfte von Nippon Steel zu stimmen, da er eine "irreversible" Wertvernichtung befürchtet.

Andere sehen die Übernahme jedoch als zentral für die langfristige Strategie von Nippon.

Auch bei der goldenen Aktie herrscht Skepsis.

Ozaki versuchte jedoch, das mit der goldenen Aktie verbundene Managementrisiko herunterzuspielen.

Nippon Steel rechnet mit einem Wachstum auf dem US-Markt für High-End-Produkte, so dass Produktionskürzungen und Stellenabbau unwahrscheinlich sind.

Nippon Steel hat den Deal als Teil einer Strategie angekündigt, um seinen Anteil am High-End-Stahlmarkt in den Vereinigten Staaten zu erhöhen, insbesondere in den Bereichen Automobil und Infrastruktur.

Das Unternehmen verspricht sich Synergien durch den technologischen Austausch und einen besseren Zugang zu US-Kunden und -Verträgen.