Warum Japans Tokyo Gas sich nicht um die LNG-Versorgung zwischen Iran und Israel kümmert

Warum Japans Tokyo Gas sich nicht um die LNG-Versorgung zwischen Iran und Israel kümmert
Sayantan Sarkar
18. Juni 2025, 07:54 AM
  • Tokyo Gas sieht keine direkten Auswirkungen des Iran-Israel-Konflikts auf LNG, obwohl Preisverschiebungen beobachtet werden.
  • Tokyo Gas importiert nicht aus Katar oder den Vereinigten Arabischen Emiraten, sondern hauptsächlich aus Australien, Malaysia und Russland.
  • Tokyo Gas zielt darauf ab, die LNG-Importe in den USA zu erhöhen und ist aufgrund seiner Zuverlässigkeit am Alaska LNG-Projekt interessiert.

Tokyo Gas, Japans größter Stadtgaslieferant, gab am Mittwoch bekannt, dass er aufgrund des anhaltenden Konflikts zwischen dem Iran und Israel keine direkten Auswirkungen auf seine Beschaffungsaktivitäten für Flüssigerdgas (LNG) erwartet.

Diese Einschätzung teilte der Senior Managing Executive Officer des Unternehmens, Nobuhiro Sugesawa, in einem Bericht gegenüber Reuters mit und schaffte damit Klarheit inmitten der globalen Besorgnis über mögliche Unterbrechungen der Energieversorgung in der volatilen Region des Nahen Ostens.

Die Erklärung von Tokyo Gas ist angesichts der geopolitischen Empfindlichkeiten rund um die Straße von Hormus, einem kritischen Engpass für globale Öl- und Gaslieferungen, und der weitreichenden Auswirkungen der regionalen Instabilität auf die Energiemärkte von Bedeutung.

Während der Konflikt Befürchtungen über mögliche Unterbrechungen der Lieferkette und Preisschwankungen geweckt hat, deuten die Äußerungen des Vorstands von Tokyo Gas darauf hin, dass die diversifizierte Beschaffungsstrategie des Unternehmens oder die bestehenden vertraglichen Vereinbarungen robust genug sind, um sich gegen unmittelbare direkte Folgen abzusichern.

Diese Nachricht bietet Investoren und Energieverbrauchern in Japan, einem Land, das zur Deckung seines Energiebedarfs stark von importiertem LNG abhängig ist, eine gewisse Beruhigung.

Keine direkten Auswirkungen

Sugesawa wurde in dem Bericht mit den Worten zitiert:

"Aber wir beobachten die Situation mit größtem Interesse", sagte er und wies darauf hin, dass die eskalierenden Spannungen im Nahen Osten die LNG-Preise in die Höhe treiben und die weltweite Versorgung stören könnten.

Der langwierige Luftkrieg zwischen dem Iran und Israel ist am Mittwoch in den sechsten Tag gegangen und hat die Angst vor einem größeren regionalen Konflikt eskalieren lassen.

Die Intensität der Feindseligkeiten hat internationale Aufmerksamkeit auf sich gezogen, und die Weltmächte drängen auf Deeskalation.

Obwohl US-Präsident Donald Trump nicht aktiv an den Kämpfen teilnimmt, forderte er am Dienstag nachdrücklich die "bedingungslose Kapitulation" des Iran.

Diese selbstbewusste Haltung der USA, eines wichtigen Verbündeten Israels, fügt der ohnehin schon volatilen Situation eine weitere Komplexitätsebene hinzu und wirft Fragen über mögliche zukünftige Interventionen oder diplomatischen Druck auf.

Die anhaltenden Luftwechsel haben auf beiden Seiten erhebliche Schäden und Opfer gefordert, was die Feindseligkeit weiter schürt und eine rasche Lösung immer schwieriger macht.

Mehr LNG aus den USA

Sugesawa deutete an, dass der Versorger eine Erhöhung der Beschaffung von Ressourcen aus den USA in Betracht zieht.

Diese strategische Verschiebung ist vor allem darauf zurückzuführen, dass die USA als äußerst attraktive und zuverlässige Bezugsquelle wahrgenommen werden.

Derzeit tragen die Vereinigten Staaten etwa 10 % zur Gesamtversorgung des Versorgungsunternehmens bei, eine Zahl, die laut Sugesawa in naher Zukunft deutlich steigen könnte.

Dieser potenzielle Anstieg unterstreicht die umfassenderen Bemühungen des Versorgungsunternehmens, seine Lieferketten zu diversifizieren und zu sichern und dabei den aus seiner Sicht stabilen und robusten Markt in den USA zu nutzen.

Letzte Woche kündigte JERA, Japans größter Stromerzeuger, Vereinbarungen über den Bezug von US-LNG von vier verschiedenen Anbietern an.

Tokyo Gas hat laut Sugesawa Interesse am LNG-Projekt in Alaska bekundet.

Dieses Interesse wurzelt in der historischen Bedeutung Alaskas als Quelle der ersten LNG-Importe des Unternehmens vor über fünf Jahrzehnten.

Er warnte jedoch davor, dass das Unternehmen zunächst bestimmte Faktoren, wie z. B. die Wirtschaftlichkeit, bewerten müsse, bevor es fortfahre.

Das Unternehmen bezieht LNG hauptsächlich aus Australien, ergänzt durch Importe aus Malaysia und Russland.