Britische Hauspreise fallen im Juni um 0,8 %, stärkster Rückgang seit 2023: Ist der Immobilienboom vorbei?

Britische Hauspreise fallen im Juni um 0,8 %, stärkster Rückgang seit 2023: Ist der Immobilienboom vorbei?
Deepali Singh
01. Juli 2025, 08:51 AM
  • Die britischen Hauspreise fielen im Juni um 0,8 %, der stärkste monatliche Rückgang seit Februar 2023, so Nationwide.
  • Die durchschnittlichen Kosten für ein Eigenheim sanken auf 271.619 Pfund und widersetzten damit den Erwartungen der Ökonomen eines Anstiegs von 0,1 %.
  • Das jährliche Wachstum der Hauspreise verlangsamte sich deutlich auf 2,1 % im Juni, gegenüber 3,5 % im Mai.

Die Hauspreise im Vereinigten Königreich verzeichneten im Juni den deutlichsten monatlichen Rückgang seit über zwei Jahren, ein klares Zeichen dafür, dass potenzielle Käufer den Druck spüren, nachdem im April eine Erhöhung der Transaktionssteuern in Kraft getreten ist.

Der unerwartete Rückgang wirft einen Schatten auf die kurzfristigen Aussichten für den britischen Immobilienmarkt.

Laut einem am Dienstag veröffentlichten Bericht der Nationwide Building Society, einem der führenden britischen Hypothekengeber, sind die durchschnittlichen Kosten für ein Eigenheim im Juni unerwartet um 0,8 % gesunken und der Durchschnittspreis auf 271.619 £ (373.270 $) gesunken.

Dies war der dritte Preisrückgang in ebenso vielen Monaten und der größte monatliche Rückgang seit Februar 2023.

Die Daten standen in krassem Gegensatz zu den Erwartungen der von Reuters befragten Ökonomen, die für den Monat einen bescheidenen Anstieg von 0,1 % prognostiziert hatten.

Auch die jährliche Wachstumsrate der Immobilienpreise kühlte sich deutlich ab und sank im Juni auf 2,1 %, nach 3,5 % im Vormonat.

Auch dieses jährliche Wachstum lag deutlich unter dem von Ökonomen erwarteten Wachstum von 3,1 %.

Erhöhung der Stempelsteuer und wirtschaftlicher Gegenwind belasten

Dieser jüngste Bericht deutet darauf hin, dass ein kurzer Anstieg, der in den Hauspreisdaten für Mai zu beobachten war, nur von kurzer Dauer war.

Angehende Käufer haben nun mit den Auswirkungen höherer Stempelsteuern zu kämpfen, die die Kosten für den Kauf eines Eigenheims um Tausende von Pfund erhöht haben.

Die Schwellenwerte für die Stempelsteuer sind am 1. April auf das Niveau von vor 2022 zurückgekehrt, ein Schritt, der die Kosten für viele Immobilienkäufer in die Höhe getrieben und sowohl die Preise als auch das Transaktionsvolumen volatilisiert hat.

Zum Beispiel beginnen Erstkäufer jetzt, die Abgabe für Immobilien im Wert von 300.000 £ oder mehr zu zahlen, eine deutliche Änderung gegenüber der vorherigen, höheren Schwelle von 425.000 £.

Robert Gardner, Chefökonom von Nationwide, brachte den Abschwung direkt mit dieser politischen Änderung in Verbindung und erklärte:

Abgesehen von den Steueränderungen scheinen die Briten zu zögern, ihre Ersparnisse zur Finanzierung von Immobilienkäufen anzuzapfen.

Ein Klima verschärfter Handelsspannungen, erhöhter Hypothekenzinsen und steigender Kosten für lebenswichtige Rechnungen scheint die Vorteile des ansonsten starken Lohnwachstums in den Schatten zu stellen.

Vorsichtiger Ausblick auf den Sommer

Trotz der düsteren Juni-Zahlen gab der Chefvolkswirt von Nationwide einen vorsichtig optimistischen Ausblick auf die kommenden Monate ab.

Gardner erklärte, er erwarte, dass die "Aktivität ab dem Sommer zunehmen wird".

Er verwies auf mehrere grundlegende Stärken der Wirtschaft, die eine Erholung des Immobilienmarktes unterstützen könnten, und stellte fest, dass "die Arbeitslosenquote niedrig bleibt, die Löhne real in einem gesunden Tempo steigen, die Bilanzen der Haushalte stark sind und die Kreditkosten wahrscheinlich etwas moderat sein werden".

Der stärkste Preisverfall seit über zwei Jahren deutet jedoch darauf hin, dass der britische Immobilienmarkt in einer Phase erheblichen Drucks steckt, in der die Erschwinglichkeit und das Vertrauen der Käufer auf die Probe gestellt werden.