Corporate America übertrifft ETFs bei Bitcoin-Käufen inmitten einer Pro-Krypto-Verschiebung

Corporate America übertrifft ETFs bei Bitcoin-Käufen inmitten einer Pro-Krypto-Verschiebung
Diya Poddar
02. Juli 2025, 14:25 PM
  • US-Unternehmen fügten im 2. Quartal 2025 131.000 BTC hinzu und übertrafen damit das dritte Quartal in Folge die ETFs.
  • Die Bitcoin-Bestände der Unternehmen stiegen um 18 %, verglichen mit einem Anstieg der ETF-Bestände um 8 %.
  • Firmen wie GameStop, KindlyMD und ProCap schließen sich der wachsenden Liste von Bitcoin-haltenden Unternehmen an.

Börsennotierte Unternehmen in den Vereinigten Staaten sind den börsengehandelten Fonds (ETFs) beim Erwerb von Bitcoin voraus und setzen damit einen Trend fort, der in den letzten neun Monaten an Dynamik gewonnen hat.

Im zweiten Quartal 2025 fügten die US-Staatsanleihen ihren Beständen rund 131.000 BTC hinzu – ein Anstieg von 18 % – verglichen mit einem Anstieg der ETF-Bestände um 8 %, die um rund 111.000 BTC stiegen.

Der Schritt signalisiert einen wachsenden strategischen Schwenk unter den Unternehmen, Bitcoin als langfristige Reserveanlage zu nutzen.

Während ETFs bei den Gesamtbeständen nach wie vor dominieren – derzeit machen sie 1,4 Millionen BTC oder 6,8 % des gesamten Bitcoin-Angebots aus – zeigen die neuesten Daten, dass Unternehmen jetzt aggressivere Käufer sind und ein direktes Engagement in Bitcoin suchen, um den Aktionärswert zu steigern und sich gegen Währungsabwertungen abzusichern.

Politischer Wandel treibt Nachfrage an

Der Trend gewann nach einer Pro-Krypto-Politik in den Vereinigten Staaten an neuer Dynamik.

Nach der Wiederwahl von Präsident Donald Trump führte die Regierung Initiativen ein, die die Reputations- und Regulierungsrisiken, die mit der Einführung von Kryptowährungen in Unternehmen verbunden sind, erheblich reduzierten.

Im März 2025 wurde durch eine Präsidialverordnung offiziell eine nationale Bitcoin-Reserve geschaffen, die den Vermögenswert auf Bundesebene weiter legitimiert.

Diese Entwicklung hat immer mehr Unternehmen dazu ermutigt, dem bekannten Treasury-Playbook von MicroStrategy zu folgen.

Im 2. Quartal 2025 sind mehr als 60 Unternehmen bekannt, die Bitcoin in ihre Bilanzen aufgenommen haben, ein Anstieg gegenüber früheren Quartalen.

Das letzte Mal, dass ETFs die Unternehmen bei der Bitcoin-Akquisition überholten, war im 3. Quartal 2024, vor Trumps Rückkehr ins Amt.

Große Namen machen mit

Bemerkenswert unter den neuen Unternehmen ist GameStop, das Bitcoin im März als Treasury Asset zugelassen hat.

Einst vor allem für seine Einzelhandelssaga bekannt, hat sich das Unternehmen nun auf eine langfristige Strategie für digitale Vermögenswerte konzentriert.

Eine weitere wichtige Entwicklung war die Fusion zwischen dem Gesundheitsdienstleister KindlyMD und Nakamoto, einer auf Bitcoin fokussierten Investmentfirma, die von David Bailey gegründet wurde.

In einem separaten Schritt kündigte ProCap – ein Investmentvehikel, das vom Krypto-Investor Anthony Pompliano gegründet wurde – seine eigene Bitcoin-Akkumulationsstrategie an.

ProCap bereitet sich auf den Börsengang über eine Special Purpose Acquisition Company (SPAC) vor und reiht sich damit in die Liste der Unternehmen ein, die Krypto nutzen und gleichzeitig die Wege der Aktienmarktkapitalisierung im Auge behalten.

Diese Unternehmen bleiben zwar weit hinter dem Branchenführer Strategy (ehemals MicroStrategy) zurück, spiegeln aber einen breiteren Trend wider.

Strategy führt mit 597.325 BTC weiterhin die Unternehmensbestände an, gefolgt von Mara Holdings mit 49.940 BTC.

Zusammengenommen halten börsennotierte Unternehmen nun etwa 855.000 BTC, was etwa 4 % der festen Angebotsobergrenze von Bitcoin von 21 Millionen entspricht.

ETFs könnten an Boden verlieren

Obwohl börsengehandelte Fonds nach wie vor einen regulierten Einstiegspunkt für traditionelle Anleger bieten, deutet der Anstieg der Unternehmensnachfrage darauf hin, dass Staatsanleihen zur dominierenden Methode für institutionelles Bitcoin-Engagement werden könnten.

Im Gegensatz zu ETFs, die in erster Linie passiven Anlegern dienen, nutzen Unternehmen aktiv ihre Bilanzen, um Bitcoin als Wertsteigerungsreserve zu halten.

Die Divergenz im Kaufverhalten unterstreicht unterschiedliche Motivationen.

ETFs richten sich an Anleger, die ein Engagement im Bitcoin-Preis ohne Verwahrungspflichten suchen, während Unternehmen Bitcoin als strategischen Vermögenswert für finanzielle Widerstandsfähigkeit und Wettbewerbsdifferenzierung betrachten.

Mit Blick auf die Zukunft gehen einige Analysten davon aus, dass diese Kaufwelle andere traditionelle Institutionen dazu veranlassen könnte, ETFs ganz zu umgehen.

Mit mehr regulatorischer Klarheit könnten Unternehmen es vorziehen, Bitcoin direkt zu halten, insbesondere da sich die Mechanismen für die sichere Verwahrung und Einhaltung von Vorschriften verbessern.

Zu Beginn der zweiten Hälfte des Jahres 2025 scheint sich die Akzeptanz von Bitcoin in den amerikanischen Unternehmen weiter zu beschleunigen.

Da die Finanzmärkte neue Liquiditätswege bieten und die Politik nicht mehr abschreckt, könnten mehr Unternehmen in Erwägung ziehen, dem BTC-Playbook zu folgen und sich frühzeitig in einer Phase zu positionieren, die von einigen als langfristige Transformation des institutionellen Finanzwesens angesehen wird.