BYD beginnt mit der Montage von Elektrofahrzeugen in Brasilien, da die Zölle steigen und die Arbeitskontrollen zunehmen

BYD beginnt mit der Montage von Elektrofahrzeugen in Brasilien, da die Zölle steigen und die Arbeitskontrollen zunehmen
Noris Soto
07. Juli 2025, 16:48 PM
  • BYD plant, in diesem Jahr 50.000 Elektrofahrzeuge in Brasilien aus importierten Kits zu montieren, um die steigenden Zölle auszugleichen.
  • Der vollständige Betrieb des Kraftwerks in Bahia wird nach witterungsbedingten und behördlichen Verzögerungen bis Juli 2026 erwartet.
  • Das Unternehmen sieht sich mit einer Arbeitsklage wegen angeblichen Missbrauchs und Menschenhandels während der Bauarbeiten konfrontiert.

Es wird erwartet, dass der chinesische EV-Riese BYD Co. Ltd. in diesem Monat mit einem neuen Werk in Brasilien mit der lokalen Montage von Elektrofahrzeugen beginnen wird, nachdem er aufgrund steigender Einfuhrzölle eine strategische Neuausrichtung vollzogen hat.

Im Bundesstaat Bahia und auf dem Gelände einer stillgelegten Ford-Fabrik wird die neue Anlage BYD dabei helfen, den Anteil importierter Fahrzeuge zu reduzieren und mit der Lokalisierung der Lieferkette in seinem Top-Markt außerhalb Chinas zu beginnen.

Der Autohersteller plant, bis 2025 50.000 Autos vor Ort mit CKD-Kits (Completely Knock-Down) herzustellen, die alle aus Überseemärkten verschifft werden.

Nach Schätzungen von Reuters hat BYD nach der Erhöhung der Zölle, die am 1. Juli in Kraft getreten sind, die diesjährigen EV-Importe abgeschlossen, wobei in den ersten fünf Monaten des Jahres 2025 rund 22.000 Einheiten aus China verschifft wurden.

Dies hat Kritik von der brasilianischen Autoindustrie hervorgerufen, wobei Handelsgruppen BYD vorwerfen, China vor der lokalen Produktion an die erste Stelle zu setzen.

Verzögerter Hochlauf und regulatorische Hürden

Das Unternehmen wartet derzeit auf die endgültigen behördlichen Genehmigungen, bevor es den Betrieb aufnehmen kann.

Während BYD beabsichtigte, die volle Produktionskapazität früher zu erreichen, ist der vollständige Betrieb des Werks in Camacari derzeit für Juli 2026 geplant.

Bis dahin wird sich das Unternehmen für das nächste Jahr auf den Bau von Fahrzeugen aus importierten Bausätzen konzentrieren.

Der Fortschritt des Kraftwerks wurde durch Herausforderungen wie schlechtes Wetter und Arbeitsunterbrechungen behindert. Im Mai behauptete ein Arbeitsbeamter, dass das Kraftwerk nicht vor Ende 2026 "voll funktionsfähig" sein werde, was die Erwartungen verzögerte.

Nach seiner Inbetriebnahme soll der Komplex bis zu 20.000 direkte und indirekte Arbeitsplätze schaffen, was ihn zu einem wichtigen Arbeitgeber in der Region und zu einem wichtigen Bestandteil der langfristigen Lateinamerika-Strategie von BYD macht.

Arbeitskämpfe überschatten Expansion

Trotz der ehrgeizigen Ziele wird BYD ständig auf die Arbeitsbedingungen auf der Baustelle untersucht.

Im Dezember 2024 beschuldigten die brasilianischen Arbeitsbehörden die chinesischen Auftragnehmer, die in dem Unternehmen arbeiten, die Arbeiter "sklavereiähnlichen Bedingungen" auszusetzen.

Im Mai 2025 verschärfte die brasilianische Staatsanwaltschaft die Situation, indem sie eine Klage einleitete, in der sie BYD des Menschenhandels beschuldigte und das Unternehmen für harte Aktivitäten zur Rechenschaft zog.

Bemühungen, einen gerichtlichen Vergleich zu erreichen, scheiterten, wodurch die rechtliche Unklarheit über die Entwicklung des Kraftwerks noch größer wurde.

BYD hat daraufhin sein Engagement für die brasilianischen Arbeitsgesetze und Menschenrechte bekundet, aber keine konkreten Gründe für das Scheitern der Vergleichsverhandlungen genannt.

Strategische Bedeutung angesichts des geopolitischen und wirtschaftlichen Drucks

Das schnelle Wachstum der BYD-Einheiten in Brasilien folgt einer ähnlichen Bewegung lokaler chinesischer Autohersteller auf der ganzen Welt, die internationale Märkte zu erkunden, nachdem in den letzten Monaten Handelsbeschränkungen gegen sie verhängt wurden.

Brasilien, als großer Verbrauchermarkt, sieht die steigende Nachfrage nach Elektrofahrzeugen und ist daher ein wichtiger Überseemarkt für das Unternehmen.

BYD bestreitet die lokale Versammlung als Strategie, um Zölle zu bekämpfen und fair mit nationalen und internationalen Unternehmen zu konkurrieren.

Es wird erwartet, dass die Verlagerung der Produktion von Importen auf die inländische Produktion von den brasilianischen Regulierungsbehörden und Verbrauchern, die sich Sorgen um Beschäftigung und wirtschaftliche Souveränität machen, positiv aufgenommen wird.

Die Arbeitsfrage ist jedoch ein Reputationsrisiko, das sich in den Augen der Öffentlichkeit und ihrer neuen Regulierungsbehörden rächen könnte.

Das Unternehmen versucht, sich in Südamerika zu etablieren, und ob die Klage am Ende ein Hindernis darstellt und wie das Unternehmen die lokalen Compliance-Standards umgeht, wird ein wichtiger Indikator in diesem Prozess sein.

Während sich BYD auf den Beginn des Montagebetriebs in Brasilien vorbereitet, tritt das Unternehmen in ein entscheidendes Kapitel seiner internationalen Expansion ein.

Das Gleichgewicht zwischen wirtschaftlichen Chancen, lokaler industrieller Entwicklung und ethischer Verantwortung wird über den Erfolg dieses Vorhabens entscheiden.

Die Fähigkeit des Unternehmens, sich bei der Umsetzung seiner globalen EV-Strategie an die lokalen Bedingungen anzupassen, wird im Laufe des nächsten Jahres auf die Probe gestellt.