Elon Musk gründet "America Party": Wird ihn die Politik aus Tesla drängen?

Elon Musk gründet "America Party": Wird ihn die Politik aus Tesla drängen?
Wajeeh Khan
07. Juli 2025, 18:10 PM
  • Tesla-Chef Elon Musk startet eine neue politische Bewegung - die America Party.
  • Dies könnte den Druck auf den Vorstand erhöhen, Optionen für einen Nachfolger zu prüfen.
  • Die TSLA-Aktie verlor nach der Ankündigung mehr als 7,0% oder 71 Mrd. $ an Marktkapitalisierung.

Elon Musk, der Milliardär und Vorstandsvorsitzende von Tesla Inc. (NASDAQ: TSLA), hat offiziell eine neue politische Bewegung ins Leben gerufen – die America Party – in einem dramatischen Wandel, der die Anleger erschüttert und die Spannungen mit Präsident Donald Trump neu entfacht.

Die Ankündigung, die auf Musks sozialer Plattform X gemacht wurde, folgt auf seine lautstarke Ablehnung von Trumps weitreichendem Steuer- und Ausgabengesetz, das Musk als "Bankrott unseres Landes mit Verschwendung und Bestechung" verurteilte.

Das Timing könnte nicht prekärer sein. Tesla hat mit einer nachlassenden Nachfrage nach Elektrofahrzeugen, einer alternden Produktpalette und Verzögerungen bei seinen KI- und Robotaxi-Initiativen zu kämpfen.

Musks erneute politische Ambitionen haben Befürchtungen geweckt, dass seine Aufmerksamkeit von den wachsenden Herausforderungen des Autoherstellers abgelenkt wird.

Die Tesla-Aktie stürzte nach der Ankündigung um mehr als 7% ab und vernichtete am Montag rund 71 Mrd. $ an Marktwert.

Tesla-Investoren werden immer ängstlicher

Die Stimmung der Anleger hat sich stark eingetrübt. Viele hatten Musks frühere Zusage, für weitere fünf Jahre CEO von Tesla zu bleiben, begrüßt, in der Hoffnung, dass er sich wieder auf die operative Umsetzung konzentrieren würde.

Stattdessen signalisiert die Gründung der America Party eine tiefere Verankerung des politischen Aktivismus.

Neil Wilson, Stratege bei Saxo Markets, fasste die Stimmung so zusammen: "Die Anleger sind über zwei Dinge besorgt – Trumps Vergeltung und einen abgelenkten Musk."

Trump hat bereits damit gedroht, die staatlichen Subventionen und Verträge für Musks Unternehmen, darunter Tesla und SpaceX, zu kürzen.

Angesichts der Tatsache, dass Tesla in der Vergangenheit auf staatliche Anreize angewiesen war, könnten solche Vergeltungsmaßnahmen seine Wettbewerbsfähigkeit stark beeinträchtigen.

Die Fehde ist bereits zu persönlichen Angriffen eskaliert, wobei Trump Musk als "Zugunglück" bezeichnete und sogar eine Abschiebung vorschlug.

In der Zwischenzeit hat der TSLA-Vorstand weitgehend geschwiegen. Frühere Berichte deuteten auf interne Diskussionen über die Nachfolgeplanung hin, aber es wurden keine formellen Schritte unternommen.

Analysten argumentieren nun, dass der Vorstand klären muss, ob Musks politisches Engagement mit seinen CEO-Aufgaben vereinbar ist.

Das Fehlen einer starken Reaktion der Unternehmensführung nährt Spekulationen über die Bereitschaft oder Fähigkeit des Vorstands, Musks Ambitionen zu zügeln.

TSLA-Aktionäre wollen nicht, dass Musk Wahlkampf macht

Zu Musks weitläufigem Imperium gehören bereits Tesla, SpaceX, Neuralink, X und jetzt auch die America Party.

Kritiker haben lange in Frage gestellt, ob er so viele Unternehmungen gleichzeitig effektiv führen kann.

Sein Ausflug in die Politik verschärft diese Bedenken nur noch. Die America Party, so Musk, zielt darauf ab, das "Einparteiensystem" zu stören, indem sie bei den Zwischenwahlen 2026 auf Swing Districts und gefährdete Senatssitze abzielt.

Während Bewegungen von Drittanbietern in der US-Politik selten erfolgreich sind, könnten Musks tiefe Taschen und seine massive Online-Fangemeinde dies anders machen.

Dennoch können die Kosten hoch sein. Die operativen Probleme von Tesla, von Produktionsengpässen bis hin zum Wettbewerbsdruck, erfordern eine fokussierte Führung.

Wie Dan Ives von Wedbush es ausdrückte: "Es gibt ein Gefühl der Erschöpfung unter den Tesla-Investoren. Sie wollen, dass Musk führt, nicht Wahlkampf macht."

Ausblick für die Tesla-Aktie

Musks politischer Schwenk markiert einen entscheidenden Moment für die Tesla-Aktie.

Die America Party könnte die US-Politik neu gestalten, aber sie riskiert auch, das Vertrauen der Anleger in Musks Führung zu verändern.

Zugegeben, der Milliardär hat ein einzigartiges Maß an Einfluss und Kontrolle über Tesla.

Er ist nicht nur ein CEO; Er ist das Gesicht und der Visionär hinter dem Unternehmen und verfügt über einen erheblichen Beteiligungsanteil.

Dennoch lässt sich stark davon überzeugen, dass Musks fortgesetztes Engagement in der Politik, das von den Anlegern als große Ablenkung gewertet wird, schließlich dazu führen könnte, dass er als Vorstandsvorsitzender aus dem EV-Giganten entlassen wird.