Europäische Märkte eröffnen: FTSE steigt um 0,2 %; Die britische Starling Bank erwägt einen Börsengang in den USA

Europäische Märkte eröffnen: FTSE steigt um 0,2 %; Die britische Starling Bank erwägt einen Börsengang in den USA
Deepali Singh
15. Juli 2025, 09:34 AM
  • Europäische Märkte vor gemischter Eröffnung; FTSE & DAX steigen um 0,2%, CAC fällt um 0,5% (Futures-Daten).
  • Berichten zufolge erwägt die britische Herausfordererbank Starling eine Notierung in den USA, was ein möglicher Schlag für die LSE wäre.
  • Der mögliche Schritt von Starling in den USA ist eine Abkehr von seiner "sehr engagierten" Haltung hin zu einem Börsengang in London im vergangenen Jahr.

Die europäischen Aktienmärkte dürften am Dienstag einen gemischten und vorsichtigen Start hinlegen, wobei die Futures auf unterschiedliche Eröffnungen auf dem gesamten Kontinent hindeuten.

Die Anleger haben weiterhin mit der drohenden Gefahr erheblicher US-Zölle auf die Europäische Union zu kämpfen, während ein großes britisches Fintech-Unternehmen, die Starling Bank, Berichten zufolge eine Notierung in den USA in Betracht zieht, was der Londoner Börse einen weiteren Schlag versetzt.

Die Futures-Daten von IG deuten auf ein fragmentiertes Bild für die europäischen Märkte zur Eröffnung hin: Der Londoner FTSE 100 und der deutsche DAX dürften beide um 0,2 % höher eröffnen, während der französische CAC 40 voraussichtlich um 0,5 % fallen wird.

Der italienische FTSE MIB dürfte ebenfalls 0,2% höher eröffnen.

Diese etwas optimistischere Stimmung folgt auf einen schwierigen Wochenstart. Der paneuropäische Stoxx 600 Index schloss am Montag 0,06% niedriger, obwohl es ihm gelang, einige seiner früheren Verluste wieder wettzumachen und auf einem Sitzungshoch zu schließen.

Die unterschwellige Vorsicht am Markt rührt von der Ankündigung von US-Präsident Donald Trump am Wochenende her, einen Zoll von 30 % auf aus der EU importierte Waren zu erheben.

Dieser neue Zoll soll am 1. August in Kraft treten, so dass die EU sich bemühen muss, vor Ablauf der Frist ein Handelsabkommen mit den USA auszuhandeln.

Starling Bank erwägt US-Börsennotierung, ein erneuter Rückschlag für London

Berichten zufolge erwägt die britische Challenger-Bank Starling eine Notierung in den USA, um in das Land zu expandieren.

Die Nachricht, die aus einem Interview mit dem CFO des Unternehmens stammte, das heute Morgen in der Financial Times veröffentlicht wurde, versetzt der Londoner Börse (LSE) einen weiteren Schlag.

Die LSE hat Schwierigkeiten, neue Notierungen zu gewinnen, nachdem sie in diesem Jahr laut Daten von Dealogic die schlechteste erste Jahreshälfte für IPO-Fundraising seit Jahrzehnten erlebt hat.

Dieser mögliche Schritt stellt einen bemerkenswerten Strategiewechsel für das Fintech-Unternehmen dar. Erst im vergangenen Jahr hatte der damalige Interims-CEO der Starling Bank erklärt, dass das Unternehmen "sehr engagiert" sei, in London an die Börse zu gehen.

Starling wurde in seiner letzten Fundraising-Runde vor drei Jahren mit 2,5 Mrd. £ (3,4 Mrd. $) bewertet. Ein möglicher Austritt würde als erheblicher Verlust für Londons Ambitionen angesehen werden, ein globales Zentrum für Fintech-Börsengänge zu werden.

Großbritanniens wirtschaftliche Herausforderungen: Die Kanzlerin im Rampenlicht

Diese Nachricht kommt zu einer schwierigen Zeit für die britische Wirtschaft. Vor fast einem Jahr erklärte die britische Finanzministerin Rachel Reeves in ihrer ersten Rede im Mansion House: "Ich habe am ersten Tag gesagt, dass Wirtschaftswachstum jetzt unsere nationale Mission ist."

Heute sind die Anleger weitgehend nicht überzeugt. Sie werden durch eine sich abschwächende Wirtschaft, gedämpfte Investitionen und eine britische Staatsverschuldung verunsichert, die sich 100 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP) nähert, so das Office for Budget Responsibility, der Finanzaufsichtsbehörde der Regierung.

Die bevorstehende Rede von Schatzkanzler Reeves im Mansion House am Dienstagabend wird ein entscheidender Moment sein.

Es wird eine wichtige Gelegenheit für sie sein, die erzielten Fortschritte zu demonstrieren und die nächsten Schritte zu signalisieren, die sie zu unternehmen gedenkt, um der britischen Wirtschaft wieder das dringend benötigte Wachstum zu bringen.

Daten und Erträge am Horizont

Abgesehen von dem politischen und unternehmerischen Drama werden die Anleger heute mehrere wichtige Ereignisse beobachten.

An der Gewinnfront stehen Berichte von Experian, Ericsson und Barratt Redrow an, die die Stimmung in ihren jeweiligen Sektoren beeinflussen könnten.

Die Datenveröffentlichungen werden die neuesten monatlichen Zahlen zu den Einzelhandelsumsätzen in Großbritannien enthalten, die eine neue Momentaufnahme der Verbrauchergesundheit im Land liefern werden.