Chevron schlug Exxon bei einem 53-Milliarden-Dollar-Ölgeschäft: Was geschah hinter verschlossenen Türen?

Chevron schlug Exxon bei einem 53-Milliarden-Dollar-Ölgeschäft: Was geschah hinter verschlossenen Türen?
Devesh Kumar
18. Juli 2025, 16:40 PM
  • Chevron gewann das Schiedsverfahren über den Anteil von Hess am Stabroek-Block in Guyana.
  • Exxon beanspruchte das Vorkaufsrecht im Rahmen einer Vereinbarung über den gemeinsamen Betrieb.
  • Die Schiedsrichter entschieden zu Gunsten von Chevron und ließen die Fusion im Wert von 53 Milliarden US-Dollar zu.

Als Chevron schließlich die Übernahme von Hess im Wert von 53 Milliarden US-Dollar abschloss, war dies nicht nur ein weiterer Blockbuster-Deal in der Ölindustrie.

Es kam am Ende eines hochkarätigen Schiedsgerichtsstreits mit ExxonMobil, der sich größtenteils hinter verschlossenen Türen abspielte und mehr Fragen aufwarf, als er beantwortete.

Im Zentrum des Kampfes stand der Stabroek-Block in Guyana, ein Abschnitt des Meeresbodens, der sich schnell zu einem der am meisten diskutierten Ölfunde seit Jahren entwickelt hat.

Chevron mag die Ziellinie überquert haben, aber da der Schiedsprozess weitgehend unter Verschluss gehalten wird, ist es schwer zu sagen, was wirklich hinter den Kulissen passiert ist.

Das Ergebnis ist öffentlich, sicher, aber die Hinterzimmer-Deals, strategischen Schachzüge und Unternehmensdramen? Dieser Teil liegt noch im Dunkeln.

Streit zwischen Chevron und ExxonMobil

Das eigentliche Schlachtfeld in diesem Showdown war die 30-prozentige Beteiligung von Hess am Stabroek-Block in Guyana, einer der größten Offshore-Ölentdeckungen der Welt.

Exxon, das das Feld betreibt und 45 % besitzt, sowie die chinesische CNOOC (die die restlichen 25 % hält) argumentierten, dass ihre gemeinsame Betriebsvereinbarung ihnen das Vorkaufsrecht gebe.

Im Klartext: Sie glaubten, sie müssten die ersten Tropfen auf Hess' Anteil bekommen, bevor Chevron einen Schritt machen konnte.

Hätte Exxon diesen Streit gewonnen, hätte es die Pläne von Chevron völlig zum Scheitern bringen und das Unternehmen aus einem der wertvollsten Vermögenswerte im globalen Energiegeschäft herausschneiden können.

Aber Chevron und Hess wehrten sich vehement und sagten, die Vereinbarung gelte in diesem Fall nicht, weil sie keinen Vermögenswert verkauften, sondern Unternehmen fusionierten.

Nach Angaben der Anwaltsabteilung sollte die Klausel den Verkauf von Vermögenswerten blockieren, nicht aber ausgewachsene Unternehmensübernahmen.

Am Ende stellte sich das Schiedsgericht der Internationalen Handelskammer auf ihre Seite und machte den Weg für Chevron frei, den Deal zu besiegeln.

Was geschah hinter verschlossenen Türen?

Bei aller Bedeutung spielte sich das Chevron-Hess-Schiedsverfahren weitgehend im Schatten ab.

Diese Art von Geheimhaltung ist typisch für internationale Geschäftsstreitigkeiten, aber in diesem Fall, da Milliarden auf dem Spiel stehen und große Auswirkungen auf den Energiemarkt haben, wird sie unter die Lupe genommen.

Die Entscheidung der Internationalen Handelskammer gab Chevron die Erlaubnis, weiterzumachen, aber die vollständige rechtliche Begründung des Gremiums wurde nicht veröffentlicht.

Abgesehen von ein paar vagen Aussagen und Schlagzeilen in den Medien weiß niemand wirklich, was die Entscheidung beeinflusst hat.

Die gemeinsame Betriebsvereinbarung, die im Mittelpunkt des Falles steht, wurde immer noch nicht veröffentlicht, was Spekulationen anheizt: Haben die Schiedsrichter die Rechte von Exxon und CNOOC eng ausgelegt oder haben sie eine rechtliche Lücke gefunden?

Und hinter den Kulissen gibt es eine ganze Schicht der Geschichte, die vielleicht nie ans Licht kommt: Alle privaten Gespräche, Nebenabsprachen oder Handschlagabsprachen zwischen Chevron, Hess und Exxon bleiben völlig undurchsichtig.

Was auch fehlt, sind die internen Berechnungen: Wie weit war Chevron bereit zu gehen, um den Deal am Leben zu erhalten?

Angelte Exxon nach Hebelwirkung oder versuchte es wirklich, die Fusion zu blockieren? Nichts davon ist aufgetaucht.

Und obwohl das Ergebnis die Art und Weise beeinflussen könnte, wie gemeinsame Betriebsvereinbarungen in Zukunft geschrieben werden, insbesondere in Bezug auf Vorkaufsrechte, ist noch unklar, wie genau die Branche darauf reagieren wird.