Invezz

Warum der Nikkei 225 fällt, während Japans 30‑jährige Rendite ansteigt

Warum der Nikkei 225 fällt, während Japans 30‑jährige Rendite ansteigt
Crispus Nyaga
19. Aug. 2026, 04:48 AM

Unterstützt von

Invezz
USD/JPY (Long)

Kaufen Sie USD/JPY (z. B. über das FX‑Paar oder einen USD/JPY‑ETF/ETN). Der Yen steht unter Druck (USD/JPY ~159.36 vs 155.23 Tiefs), da frühere Interventionen nach hinten losgingen und der Markt weitere BoJ‑Straffungen erwartet, um die Zinslücke zwischen den USA und Japan zu verringern. Höhere Ölpreise und Inflation erhöhen ebenfalls den Druck auf Japan, die Zinsen zu bewegen, was die USD/JPY‑Stärke kurzfristig stützt.

Kernrisiko: Japan interveniert erneut erfolgreich oder die BoJ erhöht die Zinsen früher/mehr als eingepreist, wodurch USD/JPY stark fallen würde.

Nikkei 225 (Short‑Position)

Verkaufen Sie Nikkei‑225‑Exposure über den iShares Nikkei 225 ETF (EWJ) oder eine Short‑Position in Nikkei‑225‑Futures. Der Artikel führt den Ausverkauf auf einen klaren Treiber zurück: das Sprung der 30‑jährigen JGB‑Rendite (4.11 %) und die zunehmenden Wahrscheinlichkeiten von BoJ‑Zinserhöhungen, die typischerweise Bewertungsmultiplikatoren compressen — insbesondere bei langfristig bewerteten Technologiewerten und Banken. Da der RSI nachgibt und der Kurs wieder unter dem 50‑Tage‑EMA liegt, ist der Weg des geringsten Widerstands bärisch in Richtung ~62,500.

Kernrisiko: Die BoJ signalisiert einen langsameren, weniger aggressiven Straffungskurs und die JGB‑Renditen fallen schnell, wodurch sich die Multiplikationskompression umkehrt.

  • Der Nikkei 225 Index fiel deutlich, nachdem die japanischen Anleiherenditen stark gestiegen waren.
  • Analysten von Mizuho rechnen mit schnelleren Zinserhöhungen der BoJ.
  • Es gibt Anzeichen dafür, dass sich der Konflikt zwischen den USA und Iran bald wieder zuspitzen könnte.

Der Nikkei 225 Index gab am Mittwoch deutlich nach und erreichte den tiefsten Stand seit dem 10. August, da die japanischen Anleiherenditen stark anstiegen. Er fiel auch, weil Analysten sich auf eine mögliche Zinserhöhung der Bank of Japan (BoJ) und eine mögliche Wiederaufnahme kinetischer US‑Iran‑Aktionen positionierten. Er notierte bei 65.684 Punkten, leicht unter dem Wochenhoch von 69.622.

Japanische Anleiherenditen springen wegen BoJ‑Zinserwartungen

Der Nikkei 225 Index ist in den vergangenen Tagen gefallen, da Investoren die steigenden japanischen Anleiherenditen in den Blick nahmen. Die Rendite der 30‑jährigen Staatsanleihe stieg auf 4.11 %, den höchsten Stand seit dem 20. Mai. Auch die fünfjährige Rendite kletterte auf 2.13 %.

Dieser Trend zeigt sich weltweit, wo langfristige Renditen klar im Aufwärtstrend liegen. In den USA sprang sie auf den höchsten Stand seit 20 Jahren. In Deutschland stieg die fünfjährige Rendite von Pandemietiefstständen von unter 1 % auf 3.79 %.

Diese Zahlen sind gestiegen, da die Sorgen um die Wirtschaft zugenommen haben. So besteht das Risiko, dass der Konflikt zwischen den USA und Iran jederzeit wieder aufflammen könnte, da zwischen den beiden Seiten kein Waffenstillstand besteht und Letztere glaubt, im Vorteil zu sein. Die steigende Wahrscheinlichkeit von Kämpfen erklärt, warum die Rohölpreise angezogen haben: Brent erreichte $91.8 und West Texas Intermediate (WTI) stieg auf $85.

Steigende Ölpreise führen zu höherer Inflation in Japan und anderen Ländern. Das erhöht wiederum den Druck auf die BoJ, in naher Zukunft mit Zinserhöhungen zu beginnen. In einer Mitteilung am Dienstag sagten Analysten von Mizuho voraus, dass die Bank bald und häufiger die Zinsen anheben werde.

Neben der steigenden Inflation könnte die BoJ auch aufgrund der anhaltenden Entwicklung des japanischen Yen die Zinsen anheben. Das USD/JPY‑Währungspaar notierte am Mittwoch bei 159.36, deutlich über dem Monats­tief von 155.23. Seine Entwicklung ist ein Hinweis darauf, dass die Interventionen der USA und Japans Anfang dieses Monats nach hinten losgingen

Analysten gehen davon aus, dass der japanische Yen in absehbarer Zeit unter Druck bleiben wird, bis die BoJ die Zinsen weiter anhebt, um die Lücke zum US‑Niveau zu schließen.

Die meisten Unternehmen im Nikkei 225 standen heute im Minus, wobei Technologiewerte besonders schwach waren. Softbank, Kioxia und Tokyo Electron fielen um 7.48 %, 8.38 % bzw. 2.16 %. Weitere gewichtige Titel wie Mitsubishi UFJ, Toyota und Hitachi gaben jeweils um mehr als 4 % nach.

Technische Analyse des Nikkei 225

Nikkei 225 Index | Quelle: TradingView

Im Tageschart ist ersichtlich, dass der Nikkei 225 Index in den letzten zwei Tagen deutlich nachgegeben hat. Er fiel auf 65.724 Punkte, leicht unter dem Monats­hoch von 69.577. 

Er ist an den 50‑Tage‑Exponentiellen Gleitenden Durchschnitt (EMA) und an die Oberkante der Handelsspanne, definiert durch die Murrey Math Lines, gefallen. Auch der Relative Strength Index (RSI) zeigt in den vergangenen Tagen nach unten.

Daher ist der Weg des geringsten Widerstands bärisch, wobei das nächste wichtige Ziel der Major S/R Pivot‑Punkt bei 62.500 ist.