Volkswagen senkt Ergebnisprognose aufgrund von Zolldruck

Volkswagen senkt Ergebnisprognose aufgrund von Zolldruck
Ananthu C U
25. Juli 2025, 15:58 PM
  • Volkswagen senkte seine Umsatz- und Gewinnprognosen für 2025 aufgrund von Tarifkosten in Höhe von 1,5 Mrd. $ und Restrukturierungskosten in Höhe von 700 Mio. €
  • Der Betriebsgewinn sank im zweiten Quartal auf 3,83 Mrd. € und verfehlte damit die Erwartungen, während der Umsatz um 3 % auf 80,81 Mrd. € zurückging.
  • Das Unternehmen verwies auf die hohe Unsicherheit in Bezug auf die US-Zölle und warnte vor anhaltenden Herausforderungen durch die Margen bei Elektrofahrzeugen.

Die Volkswagen AG hat ihre Finanzprognose für das Gesamtjahr nach unten korrigiert, nachdem sie ein schwieriges erstes Halbjahr 2025 hinter sich hatte, in dem US-Zölle und Restrukturierungsmaßnahmen das Ergebnis stark belasteten.

Der deutsche Automobilriese berichtete am Freitag, dass 1,3 Milliarden Euro an tarifbedingten Kosten und 700 Millionen Euro an Restrukturierungskosten bei Audi, Volkswagen Pkw und der Softwaretochter Cariad seinen Betriebsgewinn in den ersten sechs Monaten des Jahres deutlich belastet haben.

Das Unternehmen hatte sich zuvor zurückgehalten, seine ursprüngliche Prognose für 2025 zu ändern, um mehr Klarheit über die Dynamik des Welthandels zu erhalten.

Der eskalierende Zolldruck – insbesondere aus den USA – zwang jedoch zu einer Neubewertung.

Zusätzliche Kosten im Zusammenhang mit der Verschärfung der Emissionsvorschriften trugen ebenfalls zum Rückgang der Profitabilität bei.

US-Zölle fordern ihren Tribut

Das Finanzupdate von Volkswagen folgt auf die vom ehemaligen Präsidenten Donald Trump verhängten Zölle von 25 % auf weltweite Automobilimporte in die USA, die die bestehende Abgabe von 2,5 % zusätzlich zu den bestehenden 2,5 % erheben.

Während Länder wie das Vereinigte Königreich und Japan inzwischen Zollsenkungen auf 10 % bzw. 15 % ausgehandelt haben, hat die Europäische Union eine ähnliche Vereinbarung noch nicht getroffen.

Derzeit sind die EU-Exporte weiterhin mit dem vollen Zoll von 27,5 % belegt, was Volkswagen als einen wichtigen Faktor für die Ergebnisse des ersten Halbjahres nannte.

Das Unternehmen räumte ein, dass es eine "hohe Unsicherheit" über den Verlauf der Zollverhandlungen gebe, und wies darauf hin, dass sowohl die Auswirkungen der aktuellen Zölle als auch die Möglichkeit von Gegenmaßnahmen nach wie vor schwer vorherzusagen seien.

Das Wall Street Journal berichtete, dass die Verhandlungen zwischen den USA und der EU im Gange sind, wobei ein mögliches Abkommen in Arbeit ist, das die EU-Autozölle auf 15 Prozent senken könnte, obwohl noch kein Abkommen abgeschlossen wurde.

Angepasste Prognosen spiegeln einen vorsichtigeren Ausblick wider

Für das Gesamtjahr rechnet Volkswagen nun mit einer sinkenden Operativen Konzern-Umsatzrendite zwischen 4 % und 5 % – nach der bisherigen Prognose von 5,5 % bis 6,5 %.

Das prognostizierte Umsatzwachstum wurde ebenfalls gesenkt und soll nun auf dem Niveau von 2024 liegen, anstatt um bis zu 5 % zu wachsen.

Die Cashflow- und Liquiditätsprognosen wurden ebenfalls reduziert.

Der Netto-Cashflow des Konzernbereichs Automobile wird nun zwischen 1 Mrd. € und 3 Mrd. € prognostiziert, nach zuvor hatte er bei 2 bis 5 Mrd. € gelegen.

Die Nettoliquiditätserwartungen wurden nach der vorherigen Prognose von 34 bis 37 Mrd. € auf 31 bis 33 Mrd. € revidiert.

Die aktualisierte Prognose hängt davon ab, ob die US-Zölle in Kraft bleiben.

Das untere Ende der Prognosen von Volkswagen geht davon aus, dass der derzeitige Zoll von 27,5 % in der zweiten Hälfte des Jahres 2025 bestehen bleibt. Das obere Ende geht von einer Reduktion auf 10% aus.

Gewinn sinkt, margenschwächere Elektrofahrzeuge erhöhen den Druck

Das Operative Ergebnis von Volkswagen sank im zweiten Quartal auf 3,83 Milliarden Euro nach 5,43 Milliarden Euro im Vorjahr.

Der Umsatz sank ebenfalls um 3 % auf 80,81 Mrd. € und verfehlte damit leicht die Erwartungen der Analysten von 82,16 Mrd. €, wie eine FactSet-Umfrage ergab.

Finanzvorstand Arno Antlitz hob sowohl den operativen Gegenwind als auch die strategischen Fortschritte des Unternehmens hervor.

"Was wirklich zählt, ist Bargeld auf der Bank", sagte er. "Deshalb müssen wir unsere laufenden Programme zur Ergebnisverbesserung weiter vorantreiben und bei Bedarf das Tempo erhöhen."

Antlitz verwies auf die starke Produktleistung und die anhaltenden Transformationsbemühungen, räumte aber ein, dass der steigende Absatz von Elektrofahrzeugen mit niedrigeren Margen in Verbindung mit Umstrukturierungen und Handelsdruck die Rentabilität untergraben habe.

Volkswagen rechnet mit weiteren Hürden, darunter geopolitische Spannungen, regulatorischer Druck und verschärfter globaler Wettbewerb, Faktoren, die das Unternehmen in den kommenden Monaten weiter prägen werden.