Fondsmanager Stephen Yiu mag Rheinmetall-Aktie, will sie aber nicht kaufen: Darum

Fondsmanager Stephen Yiu mag Rheinmetall-Aktie, will sie aber nicht kaufen: Darum
Wajeeh Khan
28. Juli 2025, 21:09 PM
  • Die Rheinmetall-Aktie hat sich in diesem Jahr bei steigenden Verteidigungsausgaben außerordentlich gut entwickelt.
  • Stephen Yiu empfiehlt, bei RHM-Aktien aufgrund von Bewertungsbedenken vorsichtig zu sein.
  • In einem CNBC-Interview teilt der Fondsmanager seine Sicht auf den europäischen Verteidigungssektor.

Die Rheinmetall AG (ETR: RHM) war in diesem Jahr einer der herausragenden Performer im europäischen Verteidigungssektor, wobei sich der Aktienkurs seit Januar nahezu verdreifacht hat.

Der Kursanstieg der RHM-Aktie spiegelt die Begeisterung der Anleger für Rüstungsunternehmen inmitten erhöhter geopolitischer Spannungen und erhöhter Militärausgaben auf dem gesamten Kontinent wider.

Trotz der beeindruckenden Rallye und der starken Fundamentaldaten nimmt der Manager des "Blue Whale Growth Fund", Stephen Yiu, jedoch eine vorsichtige Haltung ein.

Yiu bleibt zwar optimistisch, was die langfristigen Aussichten des Sektors angeht, glaubt aber, dass das aktuelle Bewertungsniveau zu hoch ist, um neue Investitionen zu rechtfertigen – selbst in Top-Namen wie Rheinmetall-Aktien.

Warum ist die Rheinmetall-Aktie im Jahr 2025 in die Höhe geschnellt?

Die kometenhafte Rallye von Rheinmetall seit Jahresbeginn ist vor allem auf eine Welle von Verteidigungszusagen der europäischen Regierungen und der NATO-Verbündeten zurückzuführen.

Angesichts der anhaltenden geopolitischen Instabilität haben sich Länder auf dem gesamten Kontinent verpflichtet, ihre militärischen Fähigkeiten zu stärken, was einen Ansturm von Kapital in die Rüstungshersteller auslöste.

Rheinmetall, bekannt für seine gepanzerten Fahrzeuge und Munition, ist ein großer Nutznießer dieses Trends.

Die Anleger haben begeistert auf das wachsende Auftragsbuch und die strategische Positionierung des Unternehmens innerhalb des europäischen Verteidigungsökosystems reagiert.

Der breitere Stoxx Europe Aerospace and Defense Index ist seit Jahresbeginn um über 70 % gestiegen, aber die Performance der RHM-Aktie hat den Durchschnitt weit übertroffen, was die wahrgenommene Führungsrolle des Unternehmens in diesem Sektor widerspiegelt.

Warum warnt Yiu vor dem Kauf von RHM-Aktien?

Trotz der starken Fundamentaldaten und der Branchenführerschaft von Rheinmetall ist Stephen Yiu vorsichtig, Positionen zu den aktuellen Preisen zu eröffnen oder auszubauen.

In einem kürzlichen Interview mit CNBC stimmte der Manager des Blue Whale Growth Fund zu, dass er die Qualität der europäischen Rüstungsunternehmen schätzt, sagte aber, dass die Bewertungen ein Niveau erreicht hätten, das er für "ziemlich extrem" halte.

Yiu betonte, dass die jüngsten Gewinne des Sektors bereits einen Großteil der erwarteten fiskalischen Anreize eingepreist haben und dass es Jahre dauern könnte, bis sich die staatlichen Zusagen in einem nennenswerten Gewinnwachstum niederschlagen.

"Das leichte Geld wurde bereits verdient", argumentierte er und warnte davor, dass Anleger, die jetzt einsteigen, mit begrenztem Aufwärtspotenzial bei Rheinmetall-Aktien rechnen müssen.

Sein Fonds hat bereits Gewinne bei mehreren Rüstungsaktien mitgenommen, darunter die italienische Firma Leonardo, und verfolgt nun einen selektiveren Ansatz.

Empfehlung zum Spielen Rheinmetall AG

RHM-Aktien könnten bei einer überzogenen Bewertung unattraktiv sein, auch weil sie beim Schreiben keine gesunde Dividende ausschütten.

Die aktuelle Strategie von Yiu spiegelt daher eine Balance zwischen Überzeugung und Besonnenheit wider.

Der in London ansässige "Blue Whale Growth"-Fondsmanager hat sich zwar nicht vollständig aus dem europäischen Verteidigungssektor zurückgezogen, aber er hat sein Engagement zurückgefahren und vermeidet neue Käufe in hochkarätigen Namen wie Rheinmetall-Aktien.

Laut Stephen Yiu könnten diese Namen weiterhin gut abschneiden, aber das Risiko-Ertrags-Profil hat sich ungünstig verschoben.

Neuen Anlegern empfiehlt er daher, auf einen attraktiveren Einstiegspunkt zu warten, da sich die Bewertungen normalisieren und die Gewinne beginnen, die Erwartungen einzuholen.