Wie viel Zeit hat Apple, um seine KI-Strategie zu entwickeln?

Wie viel Zeit hat Apple, um seine KI-Strategie zu entwickeln?
Ananthu C U
30. Juli 2025, 15:16 PM
  • Die Apple-Aktie ist im Jahr 2025 um 15% gefallen, da Analysten Bedenken hinsichtlich der verzögerten KI-Roadmap äußern.
  • Apples KI-Einführung konnte die iPhone-Verkäufe nicht wie erwartet ankurbeln, da die meisten Hauptfunktionen auf das nächste Jahr verschoben wurden.
  • Konkurrenten haben weitere Fortschritte im Bereich KI gemacht, da Google und OpenAI fortschrittliche KI-Hardware und -Software entwickeln.

Da die großen Technologieunternehmen ihre Investitionen in künstliche Intelligenz verdoppeln, löst Apples relatives Schweigen in diesem Bereich bei Analysten und Investoren Besorgnis aus.

Während Unternehmen wie Microsoft, Google und Meta riesige Rechenzentren bauen und KI-First-Geräte präsentieren, bleibt Apples Ansatz trotz des wachsenden Drucks, sich in der sich schnell entwickelnden KI-Landschaft zu behaupten, bemerkenswert zurückhaltend.

Apple hinkt 2025 den Magnificent Seven-Konkurrenten hinterher

Apple ist derzeit der zweitschlechteste Performer unter den "Magnificent Seven"-Mega-Cap-Tech-Aktien in diesem Jahr, wobei die Apple-Aktie zum Handelsschluss am Dienstag um über 15% gefallen ist.

Nur Tesla hat mit einem Rückgang von 20 % seit Jahresbeginn schlechter abgeschnitten.

Die Unklarheit über Apples Roadmap für künstliche Intelligenz erweist sich als wichtiger Überhang für Investoren.

Das Unternehmen verschob sein Siri-Upgrade der nächsten Generation auf mindestens 2026 und verpasste damit ein kritisches Zeitfenster, da die Konkurrenten ihre KI-Angebote beschleunigen.

Analysten wie Krish Sankar von TD Cowen glauben, dass Apple noch Zeit hat, eine überzeugende Lösung zu entwickeln, und schätzen, dass es etwa 18 Monate dauern wird, bevor es Gefahr läuft, an Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren.

Er behält ein "Buy"-Rating für die Aktie bei.

In der Zwischenzeit verkaufte Apples ehemaliger Designchef Jony Ive sein KI-fokussiertes Startup IO im Mai für 6,5 Milliarden US-Dollar an OpenAI.

Sam Altman, CEO von OpenAI, bestätigte, dass das Unternehmen an neuer KI-Hardware arbeitet, ein Schritt, der als weiteres Unterstreichen der relativ passiven Haltung von Apple angesehen wird.

Die Markteinführung von Apple Intelligence bleibt hinter den Erwartungen zurück

Mitte 2024 stellte Apple eine Reihe generativer KI-Funktionen unter der Marke "Apple Intelligence" vor, darunter E-Mail-Zusammenfassung, Emoji-Generierung und eine visuelle Überarbeitung von Siri.

Die Flaggschiff-Funktionalität, eine intelligentere, leistungsfähigere Siri, wurde jedoch auf 2026 verschoben.

Analysten hatten ursprünglich gehofft, dass diese Upgrades einen sogenannten "Superzyklus" der iPhone-Käufe auslösen würden, aber dieser Nachfrageschub hat sich noch nicht bewahrheitet.

Laut Melissa Otto, Analystin bei Visible Alpha Research, hat sich die Begeisterung der Verbraucher für KI-Funktionen nicht in signifikanten Geräte-Upgrades niedergeschlagen.

Eine Umfrage von Consumer Intelligence Research Partners ergab, dass nur 13 % der iPhone-Käufer neue Funktionen, einschließlich KI, als Grund für ein Upgrade nannten.

Stattdessen wurden die meisten Käufe durch Hardware-Notwendigkeiten getrieben.

Nichtsdestotrotz wird erwartet, dass Apple starke Ergebnisse für das 3. Quartal vorlegen wird, wobei FactSet einen iPhone-Umsatz von 40 Mrd. $ und ein Wachstum von 11% in der Servicesparte auf insgesamt 26,8 Mrd. $ prognostiziert.

Diese Kernstärken bieten vorerst einen Puffer gegen die Bedenken der Anleger.

Der Wettbewerb nimmt zu, aber der Burggraben des iPhones hält immer noch

Apples Hauptkonkurrenz bei KI-Hardware scheint sich entlang zweier Linien zu bilden: Googles Android-Ökosystem und neue KI-zentrierte Formfaktoren von OpenAI und Startups.

Google hat seinen Gemini-Assistenten in Android eingebettet und ermöglicht so erweiterte Funktionen wie App-Steuerung und dynamische Aufgabenerstellung, Funktionen, die Siri derzeit fehlen.

Dennoch merkte Google-CEO Sundar Pichai an, dass Smartphones noch mindestens zwei bis drei Jahre lang im Mittelpunkt des digitalen Lebens der Nutzer stehen werden.

In der Zwischenzeit hat OpenAI keinen Zeitplan für die Markteinführung seiner Hardware bekannt gegeben, von der Gene Munster von Deepwater Asset Management glaubt, dass sie bis 2026 mit der Einführung beginnen könnte.

Das integrierte Ökosystem von Apple, einschließlich iPhones, Macs und der Apple Watch, sorgt weiterhin für eine starke Kundentreue.

Aber da sich das KI-Rennen beschleunigt, warnen Analysten wie Laura Martin von Needham, dass Apple schnell handeln muss, um nicht die Kontrolle über den High-End-Smartphone-Markt zu verlieren.

Während Apple Zeit hat, tickt die Uhr.