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Modi plant China-Besuch inmitten von US-Zolldrohungen für Exporte im Wert von 64 Milliarden US-Dollar

Modi plant China-Besuch inmitten von US-Zolldrohungen für Exporte im Wert von 64 Milliarden US-Dollar
Diya Poddar
06. Aug. 2025, 15:06 PM
  • Trump hat Zölle in Höhe von 25 Prozent gegen Indien sowie zusätzliche Strafen für russische Importe verhängt.
  • Die RBI hält trotz der Handelsunsicherheit an ihrer BIP-Wachstumsprognose von 6,5% fest.
  • Indien stärkt die Beziehungen zu Russland, da Doval Moskau besucht.

Der indische Premierminister Narendra Modi wird am 31. August zum ersten Mal seit über sieben Jahren wieder China besuchen, um am Gipfel der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO) teilzunehmen.

Der Besuch, der voraussichtlich in Tianjin stattfinden wird, spiegelt eine umfassendere diplomatische Neuausrichtung wider, da die Spannungen zwischen Indien und den Vereinigten Staaten zunehmen, insbesondere in Bezug auf Handelszölle und Indiens anhaltende Importe von russischem Öl.

Während der SOZ-Gipfel die multilaterale Zusammenarbeit zwischen den eurasischen Großmächten darstellt, signalisiert Modis Teilnahme auch Indiens strategischen Balanceakt, da die USA ihre Haltung verhärten.

Spannungen zwischen den USA und Indien eskalieren wegen Zöllen und Öl

Die Beziehungen Indiens zu den USA haben sich in den letzten Monaten stark verschlechtert, wobei Präsident Donald Trump die höchsten Zölle unter den asiatischen Ländern auf indische Waren verhängt hat.

Der Druck eskalierte, nachdem Indien seine Energiebeziehungen zu Russland trotz der Aufrufe der USA, diese Importe einzuschränken, aufrechterhielt.

Trump hat nun damit gedroht, eine zusätzliche Strafe von 10 Prozent gegen Länder zu verhängen, die russisches Öl kaufen, darunter Indien, was den Gesamtzoll der USA auf indische Waren auf 35 Prozent erhöhen könnte.

Dies geschieht inmitten von Trumps breiterem Vorstoß gegen die BRICS-Staaten, denen er vorwirft, "sich mit einer antiamerikanischen Politik zu verbünden". Indien, ein Mitglied der BRICS-Gruppe, sieht sich nun einer verschärften Prüfung durch Washington ausgesetzt.

Trump sagte, weitere Sanktionen würden nach dem Ergebnis der Friedensgespräche mit Russland beschlossen, von denen die USA hoffen, dass sie vor Ablauf der aktuellen Frist zu einem Waffenstillstand in der Ukraine führen werden.

Indiens diplomatische Reaktion reicht von Moskau bis Peking

Im Vorfeld von Modis Besuch in China hat Indien bereits eine Reihe hochrangiger diplomatischer Kontakte begonnen.

Der Nationale Sicherheitsberater Ajit Doval befindet sich in Moskau, wo Gespräche über Indiens russische Ölimporte, die laufende Verteidigungszusammenarbeit und die beschleunigte Lieferung des Moskauer Luftabwehrsystems S400 geführt werden.

Dovals Reise findet auch zu einem Zeitpunkt statt, an dem Trumps oberster Gesandter, Steve Witkoff, in Russland eingetroffen ist, um auf ein Friedensabkommen in der Ukraine zu drängen.

Indiens diplomatische Bemühungen werden mit einem bevorstehenden Besuch von Außenminister Subrahmanyam Jaishankar fortgesetzt, der voraussichtlich die weitreichenden Auswirkungen des Handels- und Energiedrucks aus Washington ansprechen wird.

Wirtschaftliche Auswirkungen der Zölle könnten Exporte im Wert von 64 Mrd. $ betreffen

Indien exportierte im Jahr 2024 Waren im Wert von rund 81 Milliarden US-Dollar in die USA, was rund 80 % seiner Gesamtexporte in das Land ausmacht.

Nach einer internen Einschätzung der Regierung könnte Indien aufgrund von Trumps hartem Durchgreifen gegen die Zölle einen Wettbewerbsvorteil bei Waren im Wert von 64 Milliarden US-Dollar verlieren.

Die Schätzung geht von einer Strafe von 10 % auf Ölimporte aus, die auf die bestehenden Zölle aufkommt, wodurch sich die Gesamtzolllast der USA auf 35 % beläuft.

Trotz der Risiken für ihren Exportsektor hat die Reserve Bank of India ihre BIP-Wachstumsprognose für das laufende Geschäftsjahr unverändert bei 6,5 % belassen.

Angesichts der relativ geringen Rolle, die Exporte in Indiens 4-Billionen-Dollar-Wirtschaft spielen, erwartet die Zentralbank keine signifikante Delle im Gesamtwachstum.

China-Besuch signalisiert regionale Verschiebung inmitten globaler Unsicherheit

Modis Teilnahme am SOZ-Gipfel in China unterstreicht ein mögliches Tauwetter in den chinesisch-indischen Beziehungen, die sich nach einem tödlichen Grenzkonflikt im Jahr 2020 verschlechtert hatten. Sein letzter Besuch in China war im Juni 2018.

Die jüngsten Gespräche zwischen Modi und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping während des BRICS-Gipfels in Russland im Oktober 2024 haben dazu beigetragen, die bilateralen Spannungen abzubauen.

Während Indien weiterhin mit dem Westen zusammenarbeitet, deutet seine Präsenz in der SCO an der Seite Russlands und Chinas auf einen neu kalibrierten Ansatz angesichts der unberechenbaren US-Außenpolitik hin.

Im Moment scheint Indien die multilaterale Diplomatie zu nutzen, um strategische Flexibilität zu wahren, ohne die nationalen Kerninteressen zu gefährden.