USA streben einen monatlichen Zollboom von 50 Mrd. $ an, Handelschef signalisiert harten Schwenk

USA streben einen monatlichen Zollboom von 50 Mrd. $ an, Handelschef signalisiert harten Schwenk
Devesh Kumar
07. Aug. 2025, 18:12 PM
  • Die US-Importzölle liegen mittlerweile zwischen 10 und 50 Prozent, mit historischen Höchstständen, die seit über einem Jahrhundert nicht mehr erreicht wurden.
  • Schlüsselsektoren wie Halbleiter und Pharmazeutika drohen die höchsten Strafen.
  • Das Weiße Haus stellt die Zölle als einen Schritt dar, um Arbeitsplätze zu schützen und die heimische Produktion wieder in Gang zu bringen.

Die USA bereiten sich auf einen starken Anstieg der Zolleinnahmen vor, wobei Handelsminister Howard Lutnick schätzt, dass die monatlichen Einnahmen 50 Milliarden US-Dollar erreichen könnten.

Das ist ein großer Sprung gegenüber den 30 Milliarden US-Dollar des letzten Monats, der auf eine Reihe neuer Einfuhrzölle zurückzuführen ist, die von der Trump-Regierung eingeführt wurden.

Die Zölle heben die durchschnittliche US-Einfuhrsteuer auf ein Niveau, das seit mehr als 100 Jahren nicht mehr erreicht wurde. Die Zölle liegen jetzt zwischen 10 % und 50 % und betreffen eine breite Palette von Waren aus Dutzenden von Ländern.

Einige der aggressivsten Maßnahmen zielen auf Halbleiter und Pharmazeutika ab, darunter ein Zoll von 100 % auf importierte Chips von Herstellern ohne US-Einrichtungen und Zölle auf Arzneimittelimporte, die im Laufe der Zeit auf 250 % steigen könnten.

Laut Lutnick können sich Unternehmen für Ausnahmen von Halbleiterzöllen qualifizieren, wenn sie sich verpflichten, in den USA zu bauen, vorbehaltlich einer Compliance-Überwachung. Die Botschaft ist klar: Entweder die Produktion nach Hause holen oder hohe Kosten in Kauf nehmen.

Tarif-Glücksspiel, um Chips zurückzugewinnen

Hinter den Zahlen steckt eine umfassendere Strategie, die darauf abzielt, die kritische Fertigung in die USA zurückzuholen, insbesondere bei Halbleitern. Der Rückgang des Inlandsmarktanteils des Sektors von 40 % im Jahr 1990 auf heute rund 12 % ist ein zentrales Anliegen der politischen Entscheidungsträger.

Lutnick schlug vor, dass das Zollprogramm dazu beitragen könnte, fast 1 Billion US-Dollar an privaten Investitionen für die inländische Chipproduktion freizusetzen.

All das hat auch eine diplomatische Ebene. Die Regierung befindet sich in Gesprächen mit China, um einen vorübergehenden Waffenstillstand über den 12. August hinaus zu verlängern, wobei Berichten zufolge eine Verlängerung um 90 Tage auf dem Tisch liegt.

Das Weiße Haus stellt die Politik als Versuch dar, amerikanische Arbeitsplätze und Industrien zu schützen und gleichzeitig auf einen gerechteren Handel zu drängen.

Aber Ökonomen hissen bereits die Fahnen. Kritiker warnen, dass die Zölle die Importpreise in die Höhe treiben und den Inflationsdruck erhöhen könnten, und das zu einer Zeit, in der die Verbraucher bereits unter Druck stehen.

Andere sagen, dass die langfristigen Einnahmen möglicherweise nicht halten werden, insbesondere wenn rechtliche Anfechtungen an Boden gewinnen oder ausländische Vergeltungsmaßnahmen eskalieren.

Im Moment scheint die Regierung jedoch bereit zu sein, das Risiko einzugehen. Es wird massiv auf Zölle gesetzt, nicht nur als Einnahmequelle, sondern auch als Hebel, um die Welthandelskarte zu Gunsten Amerikas umzugestalten.

Ungewisse Zeiten stehen bevor

Abgesehen von den offensichtlichen wirtschaftlichen Auswirkungen wirken sich die neuen Zölle bereits auf die Lieferketten aus. Unternehmen, die auf importierte Teile angewiesen sind, stellen sich auf höhere Kosten ein, wobei einige davor warnen, dass diese Erhöhungen an die Verbraucher weitergegeben werden.

Industrieverbände schlagen Alarm und fordern die Regierung auf, die Risiken eines aggressiven Protektionismus gegen die Realitäten abzuwägen, um weltweit wettbewerbsfähig zu bleiben.

Verbraucherschützer sagen unterdessen, dass die Käufer den Druck früh genug spüren werden, da Lebensmittel, Elektronik und Haushaltswaren möglicherweise teurer werden.

Bei so vielen Variablen könnten die nächsten Monate aufschlussreich sein, in den Werkstätten, in den Häfen und in den ruhigeren Ecken der globalen Diplomatie.