Handelsspannungen zwischen den USA und Indien lösen Boykottaufrufe gegen amerikanische Marken aus

Handelsspannungen zwischen den USA und Indien lösen Boykottaufrufe gegen amerikanische Marken aus
Diya Poddar
11. Aug. 2025, 12:58 PM
  • Indien ist ein Schlüsselmarkt für US-Giganten wie Apple und Coca-Cola.
  • Nationalistische Gruppen verbreiten auf WhatsApp Listen mit lokalen Alternativen.
  • Tesla eröffnet zweiten indischen Showroom inmitten anhaltender Proteste.

Einem Bericht von Reuters zufolge erlebt Indiens größter Verbrauchermarkt eine Welle von Forderungen, US-Marken zu meiden, nachdem Washington einen Zoll von 50 % auf indische Waren verhängt hat.

Der Schritt von US-Präsident Donald Trump hat Proteste angeheizt, sowohl online als auch auf der Straße, die von Geschäftsleuten, nationalistischen Gruppen und Anhängern von Premierminister Narendra Modi angeführt werden.

Der Drang nach "Made in India" gewinnt an Dynamik, wobei multinationale Namen wie McDonald's, Coca-Cola, Amazon, Apple und Starbucks im Mittelpunkt einer Kampagne stehen, die die Inder dazu auffordert, inländische Produkte gegenüber ausländischen Produkten zu bevorzugen.

Es gibt zwar noch keinen bestätigten Umsatzrückgang, aber die Stimmung verbreitet sich schnell.

Amerikanische Marken im Fokus, während Indien die Eigenständigkeit vorantreibt

Indien, die Heimat von mehr als 1,4 Milliarden Menschen, ist ein wichtiger Wachstumsmarkt für amerikanische Konsumgüterunternehmen. Das Land ist die größte Nutzerbasis für Metas WhatsApp, und Domino's betreibt dort mehr Filialen als jede andere Marke.

Apple-Stores ziehen während der Markteinführungen lange Warteschlangen an, während Starbucks-Cafés bei rabattgetriebenen Menschenmassen beliebt bleiben. Getränke von Pepsi und Coca-Cola dominieren die Einzelhandelsregale im ganzen Land.

Die neue Welle der Proteste begann nach der Ankündigung der US-Zölle, die indische Exporteure erschütterte und die bilateralen Beziehungen belastete. Als Reaktion darauf wurden die Rufe nach wirtschaftlichem Nationalismus lauter.

Führungskräfte wie Manish Chowdhary von Wow Skin Science fordern die Verbraucher auf, von Ländern wie Südkorea zu lernen, indem sie indische Marken weltweit erkennbar machen.

In ähnlicher Weise hat Rahm Shastry von DriveU vorgeschlagen, in indischem Besitz befindliche Alternativen zu globalen Technologieplattformen wie Twitter, Google und YouTube zu entwickeln.

Nationalistische Gruppen verstärken Boykottkampagnen

Am Sonntag sprach Modi vor einer Versammlung in Bengaluru und rief besonders zur Eigenständigkeit auf. Ohne Unternehmen beim Namen zu nennen, betonte er, dass indische Technologieunternehmen bereits die Welt bedienen und nun den inländischen Bedürfnissen Vorrang einräumen sollten.

Am selben Tag hielt die Swadeshi Jagran Manch – die mit Modis Bharatiya Janata Party verbunden ist – kleine Kundgebungen in mehreren Städten ab und rief zum Boykott von in den USA ansässigen Marken auf.

Die Liste umfasst indische Marken für Seifen, Zahnpasta und Getränke. In den sozialen Medien zeigen Kampagnengrafiken mit dem Titel "Boykott ausländische Lebensmittelketten" prominent die Logos von McDonald's und anderen internationalen Franchise-Unternehmen.

US-Firmen expandieren weiter auf dem indischen Markt

Trotz der Proteste bauen amerikanische Unternehmen ihre Präsenz in Indien weiter aus. Tesla hat am Montag seinen zweiten Showroom im Land eingeweiht, diesmal in Neu-Delhi.

An der Eröffnungszeremonie nahmen Beamte des indischen Handelsministeriums und der US-Botschaft teil. Indische Einzelhandelsketten stellen ausländischen Akteuren nach wie vor eine harte Konkurrenz im Inland dar, auch wenn es eine Herausforderung bleibt, diesen Erfolg international zu wiederholen.

Indische IT-Unternehmen wie Tata Consultancy Services und Infosys sind bereits tief in die Weltwirtschaft eingebettet und bieten Softwarelösungen für Kunden auf allen Kontinenten an.

Ob die Boykottkampagnen die Geschäftstätigkeit konsumorientierter US-Unternehmen nachhaltig beeinträchtigen können, bleibt abzuwarten. Im Moment fügt der Ruf nach Wirtschaftspatriotismus den bereits angespannten Handelsbeziehungen zwischen den USA und Indien eine neue Ebene hinzu.