Australisches Gericht entscheidet Apple- und Google-App-Stores für nicht wettbewerbsfähig – Teilsieg für Epic Games

Australisches Gericht entscheidet Apple- und Google-App-Stores für nicht wettbewerbsfähig – Teilsieg für Epic Games
Diya Poddar
12. Aug. 2025, 14:34 PM
  • Teilsieg für den Fortnite-Hersteller Epic Games nach jahrelangem Streit.
  • Epic macht geltend, dass hohe Gebühren und eingeschränkter Zugang dem Wettbewerb schaden.
  • Die Entscheidung könnte die Regulierung des App-Marktes in Australien beeinflussen.

Ein australisches Bundesgericht hat entschieden, dass die Smartphone-App-Stores von Apple und Google keine Schutzmaßnahmen gegen wettbewerbswidriges Verhalten bieten, was einen teilweisen juristischen Sieg für Epic Games in seinem langjährigen Streit mit den Tech-Giganten darstellt.

Der Fall, der sich in mehreren Ländern weltweit abgespielt hat, dreht sich um die Behauptungen von Epic, dass die Download-Gebühren der Unternehmen übermäßig hoch sind und dass ihre Richtlinien die Nutzer daran hindern, auf alternative App-Stores zuzugreifen.

Während das Urteil mehr als 2.000 Seiten umfasst und noch nicht veröffentlicht wurde, zeigt die Zusammenfassung eines Richters, dass Apple und Google nicht vorsätzlich gegen das Gesetz verstoßen haben.

Gericht stellt fehlende Wettbewerbsgarantien in App-Stores fest

Das Urteil folgt auf einen jahrelangen Rechtsstreit zwischen dem in den USA ansässigen Fortnite-Schöpfer, der vom chinesischen Gaming-Riesen Tencent unterstützt wird, und zwei der weltweit größten Anbieter von Smartphone-Plattformen.

Lokalen Medienberichten zufolge kam das Gericht zu dem Schluss, dass der App Store von Apple und der Play Store von Google ohne Schutzmaßnahmen arbeiten, um wettbewerbswidrige Praktiken zu verhindern, was ihnen eine erhebliche Kontrolle über den Vertrieb von Apps und In-App-Zahlungen gibt.

Epic argumentierte, dass diese Kontrolle es den Unternehmen ermögliche, hohe Gebühren zu erheben und konkurrierende App-Stores daran zu hindern, die Nutzer zu erreichen.

In seinen rechtlichen Eingaben behauptete Epic, dass solche Maßnahmen den Wettbewerb auf dem Markt verringerten und die Wahlmöglichkeiten der Verbraucher in Australien einschränkten.

Das Urteil löst heftige Reaktionen von Epic, Apple und Google aus

Epic Games kündigte auf X an, dass die Entscheidung es dem Epic Games Store und Fortnite ermöglichen würde, in Australien zu iOS zurückzukehren.

In seinem Beitrag erklärte das Unternehmen, dass das Urteil bestätige, dass Apple und Google ihre marktbeherrschende Stellung nutzen, um den Wettbewerb beim App-Vertrieb und bei In-App-Zahlungen einzuschränken.

Apple betonte jedoch, dass das Gericht einige der Klagen von Epic abgewiesen habe, während es sich stark gegen Teile des Urteils aussprach. Das Unternehmen behauptete, dass es in allen Märkten in einem "hart umkämpften" Umfeld tätig sei.

Google schloss sich dieser Meinung an und merkte an, dass es die Ablehnung bestimmter Ansprüche begrüße, aber mit der Beschreibung seiner Abrechnungspraktiken und historischen Partnerschaften durch das Gericht nicht einverstanden sei.

Das Unternehmen sagte, dass diese Praktiken durch den intensiven Wettbewerb im Mobilfunksektor geprägt seien, und bestätigte, dass es das gesamte Urteil überprüfen werde, bevor es über seine nächsten Schritte entscheide.

Weitreichendere Auswirkungen auf die Regulierung des App-Marktes

Die australische Entscheidung reiht sich in eine Reihe von rechtlichen und regulatorischen Herausforderungen ein, mit denen Apple und Google im Zusammenhang mit ihren App-Store-Aktivitäten weltweit konfrontiert sind.

Der Fall ist Teil einer breiteren Debatte über die Kontrolle, die große Technologieunternehmen über App-Ökosysteme ausüben, und über die Gebühren, die sie Entwicklern in Rechnung stellen.

Obwohl das Gericht keine vorsätzlichen Verstöße gegen das Wettbewerbsrecht feststellte, könnte die Feststellung unzureichender Schutzmaßnahmen gegen wettbewerbswidriges Verhalten zu einer genaueren Prüfung der App-Marktregeln in Australien und anderswo führen.

Für Epic Games öffnet das Urteil die Tür zum Ausbau der eigenen App-Vertriebskanäle im Land, was die derzeitige Dominanz von Apple und Google in der mobilen App-Wirtschaft in Frage stellen könnte.