Europäische Märkte eröffnen: FTSE 100 erreicht Rekordhoch mit einem Plus von 0,3%, bleibt aber hinter der kontinentalen Rallye zurück

Europäische Märkte eröffnen: FTSE 100 erreicht Rekordhoch mit einem Plus von 0,3%, bleibt aber hinter der kontinentalen Rallye zurück
Deepali Singh
13. Aug. 2025, 09:55 AM
  • Die europäischen Märkte legen zu, wobei der deutsche DAX um beeindruckende 0,7 % zulegte.
  • Der paneuropäische Stoxx 600 legte inmitten einer globalen Rekordrallye um 0,45% zu.
  • Der Londoner FTSE 100 erreicht einen neuen Rekord, bleibt aber aufgrund seines Sektormixes hinter seinen Konkurrenten zurück.

Eine mächtige Welle des Optimismus schwappte auch am Mittwoch über die globalen Märkte und trieb die europäischen Aktien nach oben, da die Anleger eine rekordverdächtige Rallye fortsetzten, die auf der inehnlichen Hoffnung auf eine große Zinssenkung in den USA beruhte.

Die positive Stimmung war auf dem gesamten Kontinent spürbar, obwohl ein genauerer Blick auf den Londoner Markt eine komplexere und divergierendere Geschichte offenbarte.

Zwanzig Minuten nach Beginn der Sitzung stieg der paneuropäische Stoxx 600 um solide 0,45 %, wobei der deutsche DAX mit einem Plus von 0,7 % an der Spitze stand. Der französische CAC 40 folgte mit einem Anstieg von 0,4 %.

In London legte der FTSE 100 ebenfalls zu und erreichte mit einem Anstieg von 0,3 % ein weiteres Rekordniveau.

Dieser kontinentale Aufschwung trägt dazu bei, globale Aktien in unbekanntes Terrain zu treiben, wobei der MSCI All Country World Index auf den Gewinnen aus der Post-Inflationsrallye vom Dienstag in den USA und einer starken Sitzung in Asien aufbaut.

Die große Kluft in London

Obwohl der FTSE 100 einen neuen Höchststand erreichte, war der Anstieg deutlich gedämpfter als bei seinen europäischen Pendants, was das Bild eines Marktes zeichnet, der in zwei verschiedene Richtungen gezogen wird.

Für den größten Schub sorgten Schwergewichte im Gesundheitswesen und in der Verteidigung, wobei Arzneimittelhersteller wie AstraZeneca und GSK sowie der Auftragnehmer BAE Systems den Index anhoben.

Diese Aufwärtsdynamik wurde jedoch durch starken Gegenwind aktiv bekämpft.

Die größten Belastungen für die britische Benchmark waren die Ölgiganten Shell und BP, deren Aktien im Vorfeld der Gespräche zwischen den Staats- und Regierungschefs der USA und Russlands zusammen mit den sinkenden Rohölpreisen fielen.

Der Schmerz wurde durch unternehmensspezifische Nachrichten noch verstärkt, da der Versicherer Beazley um bis zu 7% auf den niedrigsten Stand seit Juli fiel, nachdem er seine Wachstumsprognose gesenkt hatte, während der Hausbauer Persimmon nach seinen jüngsten Ergebnissen ebenfalls abrutschte.

Eine Geschichte von Technologie und Energie

Die relative Underperformance des FTSE unterstreicht einen wesentlichen strukturellen Unterschied zwischen dem britischen Index und seinen kontinentalen Pendants.

Der Energiesektor, in dem BP und Shell dominieren, war heute Morgen die Gruppe mit der schlechtesten Performance im gesamten Stoxx 600.

Gleichzeitig war die Gruppe mit der besten Performance an diesem Tag in Europa der Technologiesektor – ein Sektor, in dem die Benchmark in Großbritannien notorisch fehlt.

Diese Divergenz erklärt, warum London selbst an einem Rekordtag Schwierigkeiten hatte, mit den stärker technologielastigen Indizes in Frankfurt und Paris Schritt zu halten.

Dennoch war die zugrunde liegende bullische Stimmung unbestreitbar. Das britische Pfund fand etwas Wind in den Segeln und stieg über die Marke von 1,35 $, während Staatsanleihen oder Gilts sich mit fallenden Renditen erholten.

Die globale Stimmung, die durch Spekulationen entfacht wurde, dass sich die US-Notenbank für eine übergroße Zinssenkung um 50 Basispunkte entscheiden könnte, deutet weiterhin darauf hin, dass der einzige Weg nach oben vorerst führt.