Dlocal-Aktien steigen aufgrund starker Quartalsergebnisse und angehobener Prognose um 34%

Dlocal-Aktien steigen aufgrund starker Quartalsergebnisse und angehobener Prognose um 34%
Ananthu C U
14. Aug. 2025, 22:07 PM
  • Dlocal steigt um 35% nach Q2-Beat und Anhebung der Prognosen.
  • Die Ernennung des neuen CFO trägt zur Erneuerung der Führung bei.
  • HSBC stuft die Aktie hoch und begründet dies mit dem starken Wachstumspotenzial.

Die Aktien des uruguayischen Zahlungsunternehmens Dlocal verzeichneten am Donnerstag den stärksten Intraday-Gewinn seit vier Jahren, nachdem das Unternehmen besser als erwartete Quartalsergebnisse gemeldet und seine Prognose für das Gesamtjahr angehoben hatte.

Die Aktie stieg um bis zu 34,6% und notierte bei 15,74 $ – der größte Tagesanstieg seit Juni 2021 –, nachdem am Mittwoch bekannt gegeben wurde, dass das Unternehmen seine Prognosen für Umsatz, Bruttogewinn, bereinigtes EBITDA und Gesamtzahlungsvolumen nach oben korrigiert hatte.

Die Rallye trägt zu einem starken Jahresstart für Dlocal bei, dessen Aktien im Jahr 2025 um etwa 45% gestiegen sind.

Die Ergebnisse markieren eine deutliche Wende für den in Montevideo ansässigen Anbieter von Business-to-Business-Zahlungen, der in den letzten Jahren mit Turbulenzen aufgrund von Marktverkäufen, Betrugsvorwürfen und behördlichen Prüfungen konfrontiert war.

Starkes Ergebnis trotz Währungseinflüssen

Für das zweite Quartal meldete Dlocal einen Nettogewinn von 42,8 Mio. $ und übertraf damit die Konsensschätzung der Analysten von 37,1 Mio. $ deutlich.

Diese Leistung wurde trotz eines Verlusts von 10,8 Mio. $ im Zusammenhang mit der Abwertung der argentinischen Währung erzielt, die sich auf die Bestände des Unternehmens an argentinischen Staatsanleihen auswirkte.

Laut behördlichen Unterlagen reduzierte das Unternehmen sein Engagement in diesen Wertpapieren im Laufe des Quartals drastisch – und reduzierte sein Portfolio von rund 113 Millionen US-Dollar im März auf 19,9 Millionen US-Dollar Ende Juni.

Dieser Schritt spiegelt eine vorsichtigere Haltung gegenüber argentinischen Vermögenswerten nach der Marktvolatilität wider.

Veränderungen im Management und strategische Ausrichtung

Neben dem Ergebnisupdate gab Dlocal bekannt, dass Guillermo López Pérez in den kommenden Monaten als neuer Chief Financial Officer in das Unternehmen eintreten wird.

Lopez Perez bringt Erfahrung aus der Machine-Learning-Plattform Featurespace mit und war zuvor in leitenden Positionen bei Visa und American Express tätig.

Die Ernennung folgt auf eine umfassendere Überarbeitung des Führungsteams von Dlocal im vergangenen Jahr.

Der ehemalige Finanzvorstand von MercadoLibre, Pedro Arnt, wurde im August 2023 zum CEO ernannt und ist Teil einer Strategie zur Stabilisierung des Geschäfts und zur Wiederherstellung des Vertrauens der Anleger nach einer Reihe von Herausforderungen, darunter Betrugsvorwürfe durch den Leerverkäufer Muddy Waters und eine argentinische behördliche Untersuchung.

Trotz der deutlichen Rallye am Donnerstag sind die Dlocal-Aktien seit Arnts Amtsantritt um etwa 23% gefallen.

Die jüngsten Ergebnisse und die Anhebung der Prognose deuten jedoch auf eine erneute Dynamik des Unternehmens hin, da es versucht, langfristige Wachstumschancen im globalen Zahlungssektor zu nutzen.

Analysten-Upgrade unterstreicht Wachstumspotenzial

Der Gewinnanstieg und die angehobenen Aussichten riefen bei den Analysten eine positive Reaktion hervor.

Neha Agarwala von HSBC stufte ihr Rating für Dlocal von "Hold" auf "Buy" hoch und setzte ein Kursziel von 15 $ pro Aktie.

"Angesichts des erheblichen langfristigen Wachstumspotenzials von Dlocal und der spürbaren Dynamik in den letzten Quartalen glauben wir, dass das Unternehmen auf dem richtigen Weg ist", schrieb Agarwala in einer Mitteilung an die Kunden.

Dlocal, das eine grenzüberschreitende Zahlungsplattform für Händler in Schwellenländern betreibt, hielt weniger als drei Monate nach seinem Nasdaq-Debüt im Juni 2021 kurzzeitig eine Marktkapitalisierung von mehr als 20 Milliarden US-Dollar.

Seitdem hat das Unternehmen einen starken sektorweiten Ausverkauf von Fintech-Aktien, Reputationsverluste und sich verändernde Marktbedingungen erlebt.

Die Ergebnisse vom Donnerstag deuten darauf hin, dass der Sanierungsplan des Unternehmens allmählich greift, da es kurzfristige operative Verbesserungen mit seinen langfristigen Ambitionen im globalen Zahlungsverkehr in Einklang bringt.