Europäische Märkte eröffnen: FTSE 100 fällt trotz starkem britischen BIP um 0,2%, DAX klettert um 0,3%

Europäische Märkte eröffnen: FTSE 100 fällt trotz starkem britischen BIP um 0,2%, DAX klettert um 0,3%
Deepali Singh
14. Aug. 2025, 09:58 AM
  • Die europäischen Märkte gehen auseinander: Der deutsche DAX ist um 0,3 % gestiegen, während der britische FTSE 100 fällt.
  • Die britische Wirtschaft wuchs im zweiten Quartal besser als erwartet um 0,3 %.
  • Trotz des BIP-Anstiegs eröffnete der FTSE 100 aufgrund der zugrunde liegenden Sorgen niedriger.

Eine starke Divergenz spaltet am Donnerstag die europäischen Märkte, da die Börsen in Deutschland und Frankreich nach oben drücken, während der Londoner FTSE 100 ins Wanken gerät und nicht in der Lage ist, von besser als erwarteten inländischen Wachstumsdaten zu profitieren.

Die zögerliche Stimmung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Anleger eine Flut von Wirtschaftsberichten verdauen, bevor eine weitere wichtige Inflationszahl aus den Vereinigten Staaten ansteht, die den nächsten Schritt der US-Notenbank beeinflussen könnte.

Eine halbe Stunde nach Beginn der Sitzung hat der paneuropäische Stoxx 600 Index um respektable 0,2% zugelegt, wobei die meisten Sektoren im positiven Bereich lagen. Der deutsche DAX und der französische CAC 40 notieren beide rund 0,3% höher.

Im krassen Gegensatz dazu ist der Londoner FTSE 100 um 0,2 % gefallen und damit von den rekordverdächtigen Rallyes zu Beginn der Woche zurückgegangen.

Ein leerer Sieg für das britische Wachstum?

Die Schwäche in London ist besonders bemerkenswert, da sie auf scheinbar positive Nachrichten folgt.

Die britische Wirtschaft wuchs im zweiten Quartal um 0,3%, wie aus vorläufigen Daten des Office for National Statistics hervorgeht, und übertraf damit deutlich die laue Wachstumsprognose von 0,1%, die Ökonomen in einer Reuters-Umfrage prognostiziert hatten.

Die Reaktion des Marktes bestand jedoch darin, zu verkaufen, nicht zu kaufen. Hinter der Schlagzeile zeigen die Daten ein komplexeres Bild einer Wirtschaft, die immer noch darum kämpft, Fuß zu fassen.

Während sich das Wachstum im Monatsvergleich im Juni auf 0,4 % erholte, nachdem es im Mai geschrumpft war, weisen Analysten auf anhaltende Schwächen hin, die die Anleger verunsichern.

George Brown, leitender Ökonom bei Schroders, merkte an, dass die Verlangsamung des Rekordwachstums im ersten Quartal auf einen Rückgang des verarbeitenden Gewerbes nach der vorgezogenen Abgabe von Zöllen zurückzuführen sei.

"Dieser Druck sollte im dritten Quartal nachlassen, selbst vor einem schwierigeren Hintergrund des Welthandels", sagte er.

Das Pfund spiegelte dieses gemischte Bild wider und rutschte von seinem anfänglichen Hoch nach dem BIP auf knapp 1,36 $ ab, obwohl es gegenüber dem Euro ein Einmonatshoch erreichte.

Ein ernüchternder Bericht von Carlsberg

Die vorsichtige Konsumentenstimmung, die den britischen Daten zugrunde lag, spiegelte sich in der Unternehmenswelt wider. Die dänische Brauerei Carlsberg meldete am Donnerstag einen schwächer als erwarteten Umsatz für das zweite Quartal und begründete dies mit einem Rückgang der Mengen.

Die drittgrößte Brauerei der Welt erzielte einen Umsatz von 25,7 Milliarden dänischen Kronen (4 Milliarden US-Dollar) und verfehlte damit die von Analysten in einer LSEG-Umfrage prognostizierten 26,4 Milliarden.

CEO Jacob Aarup-Andersen machte eine "Ausgabenpause" der Verbraucher dafür verantwortlich, die das Geschäft belastete.

In einem Interview in der CNBC-Sendung 'Squawk Box Europe' erklärte er: "Die Volumina fließen nicht mehr so wie noch vor ein paar Jahren."

Als Zeichen der Widerstandsfähigkeit hob das Unternehmen jedoch seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr an und verwies auf die Stärke seiner Premium- und alkoholfreien Angebote, die dazu beitragen, den Volumenrückgang auszugleichen.

Während sich diese inländischen Nachrichten abspielen, bleibt das globale Umfeld vom Warten auf weitere US-Inflationsdaten geprägt.

Der Erzeugerpreisindex, der am Donnerstag ansteht, ist das nächste große Puzzleteil für Anleger, die abschätzen wollen, wie aggressiv die US-Notenbank die Zinssätze im September senken könnte.