Trumps Druck der Fed birgt Risiken für die Inflation und die Auswirkungen auf die globalen Märkte, warnt EZB-Chef Rehn

Trumps Druck der Fed birgt Risiken für die Inflation und die Auswirkungen auf die globalen Märkte, warnt EZB-Chef Rehn
Noris Soto
28. Aug. 2025, 18:02 PM
  • Trumps Druck auf die Fed birgt das Risiko einer höheren US-Inflation und einer Instabilität der Weltmärkte.
  • Olli Rehn von der EZB warnt davor, dass die Unabhängigkeit der Zentralbank mit globalen Spillover-Effekten "wackelt".
  • Europa drängte darauf, das Vertrauen in den Euro zu stärken, um sich vor politischen Schocks in den USA zu schützen.

Globale politische Entscheidungsträger äußern sich besorgt darüber, dass die wiederholten Angriffe von US-Präsident Donald Trump auf die Federal Reserve Risiken für die Finanzstabilität und die Inflation darstellen.

Der politische Entscheidungsträger der Europäischen Zentralbank und Gouverneur der finnischen Zentralbank, Olli Rehn, sagte am Donnerstag, dass eine Untergrabung der Unabhängigkeit der Fed Auswirkungen auf die Finanzmärkte und die Weltwirtschaft haben würde.

Die Kritik folgt auf Trumps öffentliche Unzufriedenheit mit der geldpolitischen Haltung der Fed.

Er hat in diesem Jahr wiederholt den Vorsitzenden Jerome Powell ins Visier genommen und Anfang dieser Woche die Entlassung von Gouverneurin Lisa Cook angekündigt.

Solche Schritte haben die Befürchtungen verstärkt, dass die Zentralbank in politische Einmischung verwickelt werden könnte.

Risiken einer politisierten Geldpolitik

Rehn betonte, dass die Unabhängigkeit der Fed seit Anfang der 1980er Jahre ein Eckpfeiler der wirtschaftlichen Stabilität in den USA sei.

Er warnte, dass der politische Druck, die Zinsen niedrig zu halten, diese Bilanz untergraben könnte, und wies darauf hin, dass die Zentralbank ihre Politik traditionell auf der Grundlage von Wirtschaftsdaten festlegt, um die Inflation unter Kontrolle zu halten.

Wenn dieses Prinzip erodiere, werde das Risiko eines Inflationsschubs real.

Die breitere Sorge ist, dass die politischen Führer auf eine lockerere Geldpolitik drängen könnten, um kurzfristiges Wachstum oder Wahlgewinne zu sichern, unabhängig von langfristigen Folgen.

Eine solche Einmischung, warnte Rehn, würde die institutionelle Glaubwürdigkeit der USA beschädigen und auf die globalen Märkte übergreifen, was die Volatilität verstärken würde.

Globale Auswirkungen auf Märkte und Volkswirtschaften

Rehn betonte, dass die Auswirkungen einer Untergrabung der Unabhängigkeit der Fed weit über die Vereinigten Staaten hinausgehen würden.

Die Finanzmärkte, die bereits empfindlich auf Signale aus Washington reagieren, dürften mit erhöhter Unsicherheit konfrontiert sein.

Ein Vertrauensverlust in die Fed könnte eine Kapitalflucht auslösen, die Kreditkosten in die Höhe treiben und die Volatilität der Währungen anheizen.

Die Auswirkungen würden sich in Form von gestörten Investitionsströmen, einer schwächeren Kaufkraft der Verbraucher und einem schwindenden Vertrauen in die Haltbarkeit des Dollars auf die Realwirtschaft auswirken.

Für Volkswirtschaften, die stark von den US-Märkten abhängig sind, warnte er, könnte dies zu schwächeren Wachstumsaussichten und zunehmendem Inflationsdruck führen.

Europas Position und Spillover-Risiko

Rehn argumentierte, dass Europa über stärkere Institutionen verfüge, die weniger anfällig für offenen politischen Druck seien, räumte aber ein, dass der Kontinent den Auswirkungen nicht vollständig entkommen könne.

Die Finanzmärkte in der Eurozone sind seit langem an die Ereignisse in den USA gebunden, so dass jede Instabilität in der Fed wahrscheinlich auf der anderen Seite des Atlantiks zu spüren wäre.

Um diese Risiken zu verringern, müsse Europa das Vertrauen in den Euro als wichtige globale Safe-Haven-Währung weiter stärken.

Es wäre wichtig, jede Frage nach der Unabhängigkeit der Europäischen Zentralbank zu vermeiden: Sie ist für die Aufrechterhaltung der Stabilität unerlässlich.

Rehn hob die derzeitige Inflationsrate von 2 % im Euroraum hervor und führte sie direkt auf die monetäre Unabhängigkeit zurück.

Die Widerstandsfähigkeit des Dollars und die bedingten Risiken

Trotz der aktuellen Sorgen bleibt die Position des Dollars als wichtigste Reservewährung der Welt stark.

Unter normalen Umständen würde der Dollar nicht stark an Wert verlieren, so Rehn.

Er warnte jedoch davor, dass der langjährige Status der Währung auf außergewöhnliche Schwierigkeiten stoßen könnte, wenn die breiteren institutionellen Grundlagen der Vereinigten Staaten – einschließlich der Rechtsstaatlichkeit, der demokratischen Normen und der bürgerlichen Freiheiten – ausgehöhlt werden.

Ein solches Szenario wäre zwar unwahrscheinlich, hätte aber weitreichende Folgen für das globale Finanzsystem, einschließlich der Beschleunigung der Bemühungen anderer Länder, ihre Reserven weg vom Dollar zu diversifizieren.