Europäische Märkte eröffnen: Aktien steigen, da Händler auf "Goldlöckchen" warten US-Arbeitsmarktbericht

Europäische Märkte eröffnen: Aktien steigen, da Händler auf "Goldlöckchen" warten US-Arbeitsmarktbericht
Deepali Singh
05. Sept. 2025, 09:30 AM
  • Europäische Aktien dürften höher eröffnen und damit die jüngste Erholung fortsetzen.
  • Alle Augen sind auf den wichtigen US-Arbeitsmarktbericht für August gerichtet, der heute veröffentlicht wird.
  • Eine Zinssenkung der Fed im September gilt nun als 99-prozentige Wahrscheinlichkeit.

Zu Beginn der letzten Sitzung einer turbulenten Woche herrscht an den europäischen Märkten ein fragiler Optimismus, da die Aktien bereit sind, höher zu eröffnen, da die Anleger an dem Versprechen einer bevorstehenden US-Zinssenkung festhalten.

Aber dies ist eine Rallye auf Messers Schneide, da die gesamte Finanzwelt nun den Atem anhält für einen einzigen, entscheidenden Bericht, der entweder die jüngsten Gewinne bestätigen oder das globale System erschüttern könnte.

Nach einem brutalen Wochenauftakt, bei dem Ängste um die Staatsverschuldung und die Fiskalpläne einen weltweiten Ausverkauf auslösten, hellte sich die Stimmung am Donnerstag deutlich auf.

Ein vorläufiger US-Arbeitsmarktbericht war gerade schwach genug, um die Marktwetten auf eine Zinssenkung der US-Notenbank im September zu stärken, aber nicht so schwach, dass er die Angst vor einem schweren wirtschaftlichen Abschwung geschürt hätte.

Die Wirkung war sofort und stark: Am Freitagmorgen preiste das FedWatch-Tool der CME eine erstaunliche Wahrscheinlichkeit von 99 Prozent für eine Zinssenkung im September ein.

Ein entscheidendes Urteil des amerikanischen Arbeiters

Jetzt richten sich alle Augen auf den offiziellen Arbeitsmarktbericht für August.

Der Markt wartet verzweifelt auf einen weiteren "Goldlöckchen"-Wert – nicht zu heiß, nicht zu kalt –, der diese Zinssenkungserwartungen verstärken wird, ohne eine tiefere wirtschaftliche Fäulnis zu signalisieren.

Von Dow Jones befragte Ökonomen prognostizieren einen bescheidenen Zuwachs von 75.000 Arbeitsplätzen im vergangenen Monat, eine Zahl, die die Argumente für ein Handeln der Fed untermauern würde.

Ein Kraftschimmer über den großen Teich

Während das Hauptaugenmerk des Marktes auf den USA liegt, hat sich im Vereinigten Königreich eine unerwartete Stärke herausgebildet.

Die britischen Einzelhandelsumsätze stiegen im Juli um 0,6 Prozent und übertrafen damit deutlich den von Ökonomen prognostizierten Zuwachs von 0,2 Prozent.

Gleichzeitig zeigten die Daten des Kreditgebers Halifax, dass die Hauspreise im August ebenfalls gestiegen sind.

Paul Dales, Chefökonom für Großbritannien bei Capital Economics, sagte, die Daten zeigten, dass die Wirtschaft zu Beginn des dritten Quartals eine "ordentliche Dynamik" hatte.

Er dämpfte den Optimismus jedoch mit einer Warnung und warnte, dass die sich abzeichnende Aussicht auf Steuererhöhungen im November-Haushalt die Haushalte bald zu mehr Vorsicht veranlassen könnte.

Gegenwind für einen Windriesen

Vor diesem weitgehend positiven Hintergrund hat die eindringliche Warnung der Unternehmen vor den Märkten eindringlich an die Risiken erinnert, die nach wie vor auf dem Markt lauern.

Die Aktien des dänischen Windparkentwicklers Ørsted eröffneten niedriger, nachdem das Unternehmen seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr gesenkt hatte und dies mit niedrigeren Offshore-Windgeschwindigkeiten als normal in seinem Portfolio begründete.

Die Kürzung des Ausblicks kommt zu einem besonders angespannten Zeitpunkt für das Unternehmen.

Das Unternehmen befindet sich derzeit inmitten einer massiven Bezugsrechtsemission in Höhe von 9,4 Milliarden Dollar und verklagt gleichzeitig die Trump-Regierung, um den Bau eines blockierten Offshore-Windparks in Neuengland wieder aufzunehmen.

Das Zusammentreffen von operativem Gegenwind und politischen Hindernissen hat für einen der weltweit führenden Anbieter von erneuerbaren Energien einen perfekten Sturm geschaffen.