Europäische Märkte eröffnen: DAX steigt trotz drohender politischer Krise in Frankreich um 0,5%

Europäische Märkte eröffnen: DAX steigt trotz drohender politischer Krise in Frankreich um 0,5%
Deepali Singh
08. Sept. 2025, 09:41 AM
  • Europäische Aktien dürften trotz einer drohenden politischen Krise in Frankreich höher eröffnen.
  • Es wird allgemein erwartet, dass der französische Premierminister François Bayrou heute eine Vertrauensabstimmung verlieren wird.
  • Sollte er abgesetzt werden, wird Frankreich seinen fünften Ministerpräsidenten in weniger als zwei Jahren haben.

Eine überraschende und vielleicht trügerische Ruhe ziert die europäischen Märkte zu Beginn einer neuen Handelswoche, wobei die Aktien am Montag positiv eröffnen werden.

Aber dieser stille Optimismus ist nur der Auftakt zu einem Tag voller politischer Dramen, an dem die französische Regierung am Rande des Zusammenbruchs steht, einem Showdown mit hohem Einsatz, der eine starke Dosis Instabilität in das Herz der Eurozone bringen könnte.

Trotz des sich abzeichnenden politischen Sturms deuten erste Anzeichen auf einen robusten Start für Aktien hin. Daten von IG deuten darauf hin, dass der deutsche DAX fast 0,5 Prozent höher eröffnen wird, während der französische CAC 40 und der italienische FTSE MIB beide um 0,3 Prozent zulegen werden.

Ein Glücksspiel mit hohen Einsätzen in Paris

Die gesamte Region hält nun den Atem an für eine Parlamentsabstimmung in Frankreich, wo weithin erwartet wird, dass Premierminister François Bayrou einen von ihm selbst einberufenen Vertrauensantrag verlieren wird.

Das Glücksspiel mit hohen Einsätzen war ein Versuch, eine bittere Sackgasse mit rivalisierenden politischen Parteien über ein umstrittenes Paket von Haushaltskürzungen in Höhe von 44 Milliarden Euro zu überwinden.

Bayrous Ziel war es, das französische Haushaltsdefizit bis 2026 auf 4,6 Prozent zu senken, ein Wert, der immer noch deutlich über den offiziellen Regeln der Europäischen Union liegt.

Doch da die Oppositionsparteien sowohl Ausgabenkürzungen als auch Steuererhöhungen vehement ablehnen, ist seine Regierung gelähmt.

Sollte Bayrou wie erwartet am Montag abgesetzt werden, wird Präsident Emmanuel Macron gezwungen sein, den fünften Premierminister des Landes in weniger als zwei Jahren zu ernennen – ein erstaunliches Ausmaß an politischer Umwälzung für eine der mächtigsten Nationen Europas.

Eine globale Kulisse des Aufruhrs und der Hoffnung

Dieses lokalisierte französische Drama spielt sich vor einem komplexen und ungewissen globalen Hintergrund ab.

Die Märkte im asiatisch-pazifischen Raum wurden über Nacht überwiegend höher gehandelt, da die Anleger die Nachbeben nach dem Rücktritt des japanischen Premierministers Shigeru Ishiba am Wochenende weiter verdauten.

In den Vereinigten Staaten baut sich eine andere Art von Vorfreude auf. Während sich die US-Aktienfutures kaum verändert haben, bereitet sich der Markt in dieser Woche auf zwei wichtige Inflationsberichte vor: den Erzeugerpreisindex am Mittwoch, gefolgt vom wichtigen Verbraucherpreisindex am Donnerstag.

Diese Berichte werden die letzten, entscheidenden Puzzleteile für die Federal Reserve vor ihrer geldpolitischen Sitzung Ende dieses Monats sein.

Die Inflationszahlen werden in einem Markt landen, der bereits von der Hoffnung auf eine Zinssenkung erfüllt ist, eine Stimmung, die durch einen schwächer als erwarteten US-Arbeitsmarktbericht am Freitag angeheizt wurde.

Im Moment ist die Aussicht auf eine lockerere Geldpolitik der Fed eine starke, wenn auch fragile Unterstützung für Aktien, eine Dosis Optimismus in einer Welt, die mit einer neuen Welle politischer Instabilität zu kämpfen hat.